Systemsprenger, D 2019

Benni (Helena Zengel) ist wild, aggressiv und unberechenbar. Eigentlich heißt sie Bernadette, aber das passt so gar nicht zu ihr. Deshalb darf sie auch niemand so nennen. Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Die Neunjährige hat sie alle durch, immer wieder ist sie rausgeflogen, zurechtfinden konnte sie sich nirgends.

Noch nicht mal im Teenageralter ist Benni schon ein "Systemsprenger", mit dem das Jugendamt eigentlich gar nicht mehr fertig wird. Aber Benni ist es vollkommen egal, was andere von ihr denken, sie hat nur ein einziges Ziel. Sie will wieder bei ihrer Mutter Bianca (Lisa Hagmeister) leben. Bianca jedoch ist komplett überfordert mit dieser Tochter.

Selbst die warmherzige Frau Bafané (Gabriela Maria Schmeide) vom Jugendamt droht an ihr zu verzweifeln, denn mittlerweile will niemand mehr Benni aufnehmen. Die Schule hat sie dauerhaft suspendiert und auch der Alltag ist sehr kompliziert mit ihr. Nach traumatischen Erfahrungen in frühester Kindheit lässt sie sich im Gesicht nicht mehr berühren.

In letzter Not engagiert Frau Bafané einen Anti-Gewalt-Trainer für straffällige Jugendliche. Benni ist zunächst sehr skeptisch und wehrt sich, lässt sich dann aber auf Micha (Albrecht Schuch) ein, und darf schließlich mit ihm drei Wochen in der Natur ohne Strom und fließendes Wasser verbringen. Das Abenteuer stellt beide vor ungeahnte Schwierigkeiten, denn auch der sonst selbstsichere Micha kommt irgendwann an seine Grenzen. Dennoch schafft er es schließlich, einen Zugang zu Benni zu finden.

Helena Zengel glänzt als Benni in diesem außergewöhnlichen Film, der bei der Berlinale 2019 den Silbernen Bären bekommen hat. sg

Ab 19. September in den Kinos.

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