Photograph, Indien 2019

Rafi ist Straßenfotograf und arbeitet wie viele seiner Kollegen am "Gateway of India", einem riesigen Triumphbogen im Hafen von Mumbai. Das berühmte Wahrzeichen zieht Tausende Touristen aus Indien und aller Welt an, direkt nebenan befinden sich die Hotels der Superlative.

Rafis Alltag ist hart, denn nicht nur die allgegenwärtigen Selfies machen ihm Konkurrenz, sondern auch die anderen Fotografen. Alle versuchen Bilder von sorglosen Touristen, schüchternen Pärchen beim ersten Date und glücklichen Familien zu schießen und sie ihnen zu verkaufen. Mit seinem aufgeschlossenen Lächeln und seiner freundlichen Beharrlichkeit schafft Rafi es jedoch immer wieder, Kunden zu gewinnen. Er fotografiert und druckt die Fotos direkt mit seinem Rucksack-Drucker aus.

Am Ende des Monats schickt er das Ersparte seiner Großmutter, die noch in seinem Heimatdorf lebt, um damit die Schulden seines verstorbenen Vaters zu begleichen. Nur so kann er die Familienehre wieder herstellen. Nebenbei ist es auch eine gute Ausrede, um einer Hochzeit aus dem Weg zu gehen. Doch dafür hat die Oma gar kein Verständnis.

Als sie droht, ihre Medikamente abzusetzen, sucht Rafi nach einem Foto einer Frau, das er der Oma schicken kann, und sagt, sie sei seine Freundin. Es kommt, wie es kommen muss, die Oma will die Braut kennenlernen. Rafi bleibt wenig Zeit, um die junge Frau ausfindig zu machen. Auch sie hat keine Lust zu heiraten, kommt aber aus einem ganz anderen Milieu, der modernen indischen Mittelschicht, und studiert. Beide raufen sich zusammen und gehen dabei erstmals auf eine Reise in ein ganz anderes Indien, zu dem sie vorher keinen Zugang hatten... sg

Ab 8. August in den Kinos.

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