Wo ist Kyra? - Where is Kyra? | USA 2017

Kyra (Michelle Pfeiffer) ist eine sanftmütige, wohlbehütete Frau, die nach dem Tod ihrer Mutter in eine gefährliche Abwärtsspirale gerät. Denn Kyra ist seit langer Zeit arbeitslos und mittlerweile hochverschuldet. Dennoch versucht sie, sich irgendwie über Wasser zu halten. Doch ihre Verzweiflung wird mit der Zeit immer größer. Mehr und mehr isoliert sie sich. Ihre letzte Hoffnung ist ein verzweifelter Versuch, der drohenden Zwangsräumung zu entgehen.

Nur Doug (Kiefer Sutherland), ebenso einsam wie Kyra selbst, schafft es, ihr ein wenig Trost zu spenden. Aber auch ihm will sie zunächst nichts über ihre schwierige Situation erzählen. Es kommt, wie es kommen muss: Je mehr Kyra sich mit Betrügereien über Wasser hält, umso mehr zieht sie auch Doug in die Sache hinein.

Regisseur Andrew Dosunmu war vor allem deshalb so von dem Drehbuch fasziniert, weil es viel Wahrheit enthält und sich damit einem Thema nähert, das in der modernen Welt gern vergessen wird: Die Gesellschaft scheint immun zu sein gegen die Existenzkämpfe, die Ältere oder Entrechtete erleben. Wer keinen Status, kein Vermögen oder keinen Arbeitsplatz hat, hat nicht selten auch keinen Platz mehr in der Gesellschaft, ist anderen egal und kippt hinten runter.

Kameramann Bradford Young steuert makellos komponierte Bilder bei, um den fragilen Charakter der Kyra im düsteren, abstoßend wirkenden New York zu positionieren. Die große Intensität der Michelle Pfeiffer und die leuchtenden Farben stehen im großen Gegensatz zum eiskalten New York. sg

Ab 27. Juni in den Kinos

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