Wir - Der Sommer, als wir unsere Röcke hoben und die Welt gegen die Wand fuhr, NL/B 2018

Ein langer, heißer Sommer beginnt. In einer Kleinstadt irgendwo im Grenzgebiet zwischen Holland und Belgien will eine kleine Gruppe Teenager der spießbürgerlichen Enge ihrer Heimat entkommen und langsam erwachsen werden. Hier gibt es vor allem viel Landschaft, unendliche Wiesen und mittendrin eine Autobahn. Nicht die Gegend, die man sich wünscht, wenn man auf dem Weg in die eigene Unabhängigkeit ist.

Trotzdem haben die Jugendlichen den Eindruck, dass die Freiheit ganz nah ist. Erste Liebe, romantische Schwärmereien und unbeschwerter Sex unter strahlend blauem Himmel bestimmen ihr Leben in diesen Monaten. Zwischen Musik, Drogen und grenzenlosem Spaß dreht sich plötzlich alles um Pornos, Geld und Lust. Der Alltagstrott der Eltern rückt in weite Ferne. Ungehemmt feiern sich die acht Freunde durch einen intensiven Sommer voller Sex und Gewalt, an dessen Ende für alle große Veränderungen stehen werden.

Elvis Peeters Bestseller hat in den Niederlanden eine gewaltige Kontroverse ausgelöst. Und so schildert auch der Film den moralischen Niedergang einer ganzen Generation. Fast alle Tabus werden gebrochen und die jungen Darsteller steigen dabei zu schauspielerischen Glanzleistungen auf. Gleichzeitig zeigt Regisseur René Eller, dass grenzenloser Spaß in einer Gesellschaft, die keine Werte mehr akzeptiert, zu einem gefährlichen Drahtseilakt werden kann.

Der Absturz der Jugendlichen wird als ebenso rauschhafte wie verhängnisvolle Achterbahnfahrt durch eine Lebensphase größter Emotionen dargestellt. Unweigerlich führt der gelebte Traum der Teenager zu einer Tragödie. sg

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