Fahrenheit 11/9, USA 2018

Die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten hat die ganze Welt beschäftigt und seine Art, das Land zu führen, tut es bis heute. Der kritische US-Regisseur und Autor Michael Moore, der mit "Bowling for Columbine" auch hierzulande große Bekanntheit erreicht hat, war einer der wenigen, die das Ergebnis vorhergesagt haben.

In seinem neuen Film Fahrenheit 11/9 erklärt der zur linken politischen Szene der USA zählende Michael Moore nun die Umstände und Mechanismen, die zur Machtergreifung des wohl umstrittensten Kandidaten, den das Land je hatte, geführt haben. Moore kritisiert aber nicht nur Trump und seine Königsmacher, sondern genauso die Demokraten, die bereits im Vorfeld der Wahl von 2016 komplett versagt haben.

In seiner offenen Art seziert der Regisseur die politischen und gesellschaftlichen Prozesse, die letztlich zur Machtübernahme durch einen Mann geführt haben, der zuvor politisch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt war. Moore zeigt sich dabei furchtlos und äußerst provokativ, das kennen wir bereits aus seinen Filmen und Büchern.

Für ein hiesiges, nur indirekt von der politischen Situation in den USA betroffenes Publikum ist der Dokumentarfilm vor allem unterhaltsam. Er prangert aber auch soziale Ungerechtigkeiten in einer Gesellschaft im Umbruch an, die kurz davor ist, auseinander zu fallen. Und er zeigt, dass politisches Engagement in der heutigen Zeit wichtiger denn je ist, denn nur wer sich einmischt und Widerstand leistet, kann auch etwas beeinflussen. Ein Punkt, der bei uns genauso gilt wie auf der anderen Seite des Atlantiks und der zu denken geben soll.

Ein wichtiger Film, der ganz und gar nicht nur für Amerikaner interessant ist und im Brandenburger Super-Wahljahr 2019 genau zur richtigen Zeit in die Kinos kommt. sg

Ab 17. Januar in den Kinos.


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