Adam und Evelyn, D 2019

1989: Der Sommer ist heiß im Osten Deutschlands. Adam (Florian Teichtmeister) arbeitet als Schneider und Fotograf, seine hübsche Freundin Evelyn (Anne Kanis) ist Kellnerin. Zusammen wollen die beiden nach Ungarn fahren und Urlaub am Balaton machen. Aber Adam ist bei den Frauen sehr beliebt, und das nicht nur wegen seiner schönen Kleider. Da ist die Versuchung manchmal zu groß. Eines Tages erwischt Evelyn ihren Freund mit einer anderen.

Das ist zuviel, sie beschließt, nicht mehr mit ihm, sondern mit einer Freundin und deren Cousin aus dem Westen nach Ungarn zu fahren. Doch Adam will die Beziehung nicht einfach aufgeben und setzt alles daran, sich mit seiner Liebe wieder zu versöhnen. Er steigt in seinen betagten Wartburg und fährt Evelyn hinterher.

Dann kommt plötzlich eine ungeahnte Kehrtwende: Ungarn öffnet die Grenzen nach Österreich und die Flucht in den Westen wird zu einer Option, die keiner von ihnen je für möglich gehalten hatte. Neue Verheißungen zeichnen sich ab, bisherige Gewohnheiten bröckeln mehr und mehr vor sich hin. Nach hoffnungslosen Träumen kann die junge Generation jetzt der Sehnsucht nach einem unbekannten Paradies freien Lauf lassen. Die Welt steht ihnen plötzlich offen.

Während Evelyn neue Hoffnung spürt, sieht Adam einem Neuanfang mit weitaus weniger Begeisterung entgegen. Die beiden müssen eine Entscheidung treffen. Nach der Romanvorlage von Ingo Schulze haben die Filmemacher Andreas Goldstein und Jakobine Motz ein zartes Bild der jungen DDR-Bürger des Wendesommers 1989 gezeichnet. Die unerwartete Situation versetzt sie in eine Art Schwebezustand. Ein absolut liebenswertes Porträt junger Menschen zwischen Verführung und Begehren, Entschlossenheit und Verlust, zwischen Ost und West. sg

Ab 10. Januar in den Kinos


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