The Dinner, USA 2016

Stan Lohman (Richard Gere) ist ein einflussreicher Abgeordneter, der gern Gouverneur werden möchte. Gemeinsam mit seinem Bruder Paul (Steve Coogan) und dessen Frau Claire (Laura Linney) wollen Stan und seine Frau Katelyn (Rebecca Hall) einen Abend im feinsten Nobelrestaurant der Stadt verbringen.

Doch dieses Dinner ist alles andere als ein gemütliches Familientreffen. Grund dafür ist nicht nur das ohnehin konfliktbeladene Verhältnis der beiden Brüder, sondern vor allem die Tatsache, dass die 16-jährigen Söhne der beiden so gründlich auf die schiefe Bahn geraten sind, dass sie sich mit ihrer Tat eigentlich schon im Teenageralter die Zukunft verbaut haben.

Das Verbrechen ist gleichermaßen grausam und unverzeihlich, aber die Täter sind noch nicht identifiziert. Kann jedoch Vertuschen in diesem Fall das Mittel der Wahl sein? Mehr und mehr wird der Abend zum Psychodrama, das nicht nur viele Nerven kostet, sondern auch zahlreiche wohl gehütete Geheimnisse ans Tageslicht befördert.

Die Geschichte erinnert ein wenig an Polanskis "Gott des Gemetzels", nur dass es hier um ein wirklich schwerwiegendes Verbrechen geht, das die beiden gelangweilt-verwöhnten Jungen begangen haben. Regisseur Oren Moverman nähert sich der eigentlichen Tat nur langsam, viel wichtiger ist die Frage, wie die gutsituierten Eltern mit dem Verhalten ihrer Sprösslinge umgehen. Denn kommt die Wahrheit ans Licht, würde sich nicht nur das Leben der Kinder verändern.

Immer wieder ist die Handlung durch Rückblenden auf die monströse Tat durchbrochen, die uns inzwischen näher erscheint, als es der Film beim Dreh beabsichtigte. sg



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