Frühstück bei Monsieur Henri - L'Etudiante et Monsieur Henri, F 2015

Monsieur Henri (Claude Brasseur) ist ein mürrischer alter Herr und das mit ganzem Stolz. Seine Pariser Altbauwohnung ist längst viel zu groß für ihn geworden. Dort lebt er allein mit einer Schildkröte. Vor allem aber ärgert er sich über seine Schwiegertochter und alle anderen jungen Leute - man kennt das ja.

Und gibt es gerade kein konkretes Ärgernis, dann findet er schnell eins. Aber Henri ist nicht mehr ganz gesund und sein Sohn Paul möchte nicht, dass er noch länger allein bleibt. In der großen Wohnung ist schließlich genug Platz für eine Mitbewohnerin.

So zieht die chronisch klamme Constance (Noémi Schmidt) ein. Sie repräsentiert genau das, was Henri am meisten hasst, denn sie klaut seine Pantoffeln und spielt unerlaubt auf seinem Klavier. Und Constance kann auch die Miete eigentlich gar nicht bezahlen.

Doch Henri ist nicht arm an Ideen: Er schlägt Constance vor, so lange mit Paul zu flirten, bis der seine Frau verlässt. Dann braucht sie keine Miete mehr zu zahlen. Constance willigt ein, obwohl ihr das eigentlich nicht gefällt, und der ahnungslose Paul erlebt bald einen zweiten Frühling. Constance hingegen gerät in eine schrecklich nette Familie, die dank Monsieur Henri vollkommen im Chaos versinkt.

Wohnen einmal anders - das erzählt Ivan Calbérac in seiner herrlichen Komödie um die Unwägbarkeiten einer Wohngemeinschaft in einer Gesellschaft, in der jeder gern sein Fleckchen Erde für sich behält.  sg


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