Kill Billy / Her er Harold / Norwegen 2014

Schon mehr als 40 Jahre rackern sich der in die Jahre gekommene Harold und seine Frau Marny in ihrem Möbelgeschäft "Lunde Furniture" mal mehr, mal weniger erfolgreich ab. Gänzlich vorbei ist es, als plötzlich eine große Ikea-Filiale direkt neben ihrem Laden eröffnet wird.

Harold sieht sein Lebenswerk zerstört durch eine Wegwerfgesellschaft und die beiden verlieren nicht nur ihr Geschäft, sondern auch ihr Wohnhaus an die Bank. Marny leidet mehr und mehr an Demenz und Harold weiß vor Verzweiflung nicht weiter. Er sinnt nur noch auf Rache: Sein Ziel ist Ikea-Gründer Ingvar Kamprad. Ihn will er entführen und dazu fährt er mit seinem alten Saab und einer Pistole in Richtung Schweden.

Doch dann übertrifft die Realität seine Erwartungen - der Plan gelingt, aber er nimmt eine unerwartete Wendung. Der echte Kamprad hat mit teils kriminellen Methoden wie Steuervermeidung und Kinderarbeit ein weltweites Imperium aufgebaut, um das auch hierzulande kaum jemand herumkommt.

Im Film ist er eher ein Gegenargument zu Harolds Vorstellung von seiner eigenen Bedeutungslosigkeit und zu seinem überbordenden Pessimismus. Denn Harold will unbedingt etwas von Wert hinterlassen, damit man sich an ihn erinnert. Kamprads Aussagen über die "dunklen" Seiten seines Imperiums sind jedoch auch im Film Zitate des echten Ikea-Gründers. Eine herrliche Sommerkomödie, auch ohne Billy und seine Kumpels. sg


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