Mängelexemplar, D 2016

Karo (Claudia Eisinger) ist das personifizierte Problem: Ihre Chefin, ihr Freund oder auch ein Baumarktmitarbeiter, der sie nach einem Wutausbruch in Gewahrsam nehmen muss, alle merken, mit Karo stimmt was nicht.

Durch ihre ewige Ungeduld und ihre emotionalen Reaktionen hat sie sich selbst nicht mehr unter Kontrolle. Irgendwann verliert sie deshalb nicht nur ihren Job verliert, sondern auch das Wohlwollen ihrer besten Freundin. Spätestens da wird Karo bewusst, dass sie etwas ändern muss.

Eine Therapie könnte helfen, aber auch die geht sie mit völligem Übereifer an. Als Superpatientin macht sie wieder alles falsch. Das geht auch ihrem Freund zu weit. Als er sie verlässt wird es wirklich ernst. Panikattacken ergreifen Karo und treiben sie in die Depression. Endlich stellt auch Karo fest, dass sie ihr Problem nicht lösen kann, solange sie sich selbst im Weg steht.

Sarah Kuttners Bestsellerroman ist endlich verfilmt worden. Mit viel Phantasie, aber sehr sensibel erzählt die Newcomer-Regisseurin Laura Lackmann in ihrem Spielfilmdebüt den tragikomischen Trip der jungen Karo auf der Suche nach sich selbst.

Vor der Kamera stehen Katja Riemann als Karos Mutter Luzy, Barbara Schöne als ihre Oma und Laura Tonke als Karos Freundin Anna. Ein prima Ensemble, für das, was Sarah Kuttner treffend schrieb: "Eine Depression ist ein fucking event". sg


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