Frauenwoche in Teltow-Fläming

Corona-Krise bringt Probleme auf den Punkt

Luckenwalde. Mit Blick auf die noch bis 22. März andauernde Brandenburgische Frauenwoche im Landkreis Teltow-Fläming sowie den heutigen Internationalen Frauentag am 8. März machte Landrätin Kornelia Wehlan auf die Leistungen von Frauen aufmerksam, die nach wie vor von großen Teilen der Gesellschaft unterschätzt werden.
„Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen sollten wir uns einmal mehr vor Augen führen, was Frauen alles leisten und wie wichtig ihre Rolle in der Gesellschaft ist. Deshalb kann ich das Motto der Frauenwoche 2021 „Superheldinnen am Limit“ auch nur unterstreichen. Es hat, wie ich finde, zwei Seiten: Zum einen ist es ein Kompliment – wer wird nicht gern als „Superheldin“ gesehen, die alles schafft und jedes kleine oder große Problem lösen kann … am besten zur gleichen Zeit, man ist ja schließlich „multitasking“.  Zum anderen zeigt es aber auch, dass es nicht immer einfach ist, wenn man viele Dinge parallel meistern kann (oder muss).
Hier erweist sich die Corona-Krise als Brennglas, das die Probleme bündelt und in Großaufnahme zeigt, wie alte Rollenvorstellungen und neue Erwartungen das Leben von Frauen beeinflussen.

Probleme in den Mittelpunkt rücken
Viele kommen im Spagat zwischen der eigenen Berufstätigkeit, der häuslichen Betreuung und Home-Schooling an ihre Grenzen oder gehen darüber hinaus. Das muss thematisiert werden, das kann man nicht oft genug in den Mittelpunkt rücken. Zumal aus meiner Sicht eines feststeht: Wo Frauen etwas zu sagen haben, herrscht ein anderes Miteinander. Sie „verkaufen“ sich nicht so offensiv, sind Multitalente, die praktisch agieren und eine hohe Kompetenz bei der Lösung von Problemen haben. Frauen argumentieren sachlich, kommunizieren aber mehr auf der persönlichen Ebene. Und sie kümmern sich intensiver. Das bedeutet oftmals harte Sacharbeit und damit viel Aufwand, viel Zeit.  Was so mancher Mann als Führungsschwäche interpretieren würde, ist in meinen Augen eine Stärke: Entscheidungen, die gemeinsam getroffen werden, stehen auf festerem Boden als autoritäre oder undurchsichtige Alleingänge. Wichtig ist es, dass die Balance stimmt, dass beide Geschlechter sich gleichberechtigt einbringen – ein jedes mit seinen Stärken.

Weibliche Sicht auf die Dinge stärken
Trümpfe der Frauen sind zum Beispiel Eigenschaften wie Mitgefühl, Empathie, Intuition, aber auch Herzenswärme und Fürsorglichkeit. Damit lassen sich so manche „typisch männlichen“ Verhaltensweisen ausbalancieren oder Gegenpole schaffen. Nicht umsonst haben Studien gezeigt, dass Unternehmen mit gemischten Führungsmannschaften bessere Ergebnisse erreichen als männlich besetzte Vorstände. Frauen in Führungspositionen sind gleichzeitig selbstbewusst und kompromissfähig, stark und sensibel, zeigen Eigenverantwortung und Empathie. Und sie sind sozial hellhörig, das macht das Miteinander leichter. Deshalb werbe ich persönlich gerade in diesen schweren Zeiten für Frauen in Führungspositionen – auch bei der Bewältigung der Corona-Pandemie, die hier im Landkreis übrigens unter der Leitung einer Krisenstabschefin, einer Sozialdezernentin und der Landrätin gemanagt wird.

Wahre Gleichberechtigung wird es meines Erachtens erst dann geben, wenn sie selbstverständlich ist und nicht extra einer Quote bedarf, wenn Gehaltsunterschiede und Jobdiskriminierung der Vergangenheit angehören. Das beginnt damit, Frauen den gleichen Lohn und die gleichen Chancen für die gleiche Arbeit zu garantieren – und zwar auf allen Ebenen. Deshalb lade ich Sie noch einmal herzlich ein, sich in diese ganz besondere Frauenwoche 2021 einzubringen und Probleme auf den Punkt zu bringen. Nicht zuletzt deshalb, damit sich die „weibliche Sicht“ auf die Dinge künftig noch viel öfter durchsetzt!“ red

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