Wetter - ein streitbares Thema

Warme Winter - heiße Sommer: Ein Blick in die klimatische Vergangenheit

Fehlender Regen lässt Äcker im Sommer nicht selten als Wüsten erscheinen.Foto: fdk

Treuenbrietzen. Wenn man sagt „Über Corona wird am meisten geredet“ muss fairerweise aber auch ergänzt werden „Über das Wetter wird am liebsten geredet“.
Letzteres war eigentlich schon immer so, denn bereits vor Jahrtausenden lebten die Menschen schon im Rhythmus der Jahreszeiten im Auf und Ab von Hitze, Kälte, Dürre- und Regenperioden. Erst recht die Bauern waren Meister der Wetterbeobachtung, hingen doch zumeist die Ernten und damit ihr Auskommen vom „Lesen können“ natürlicher Wetterereignisse ab. Und auch heute noch sind zahllose Institute, Forschungs- und Wetterstationen mit dem Lesen dieser „Klima-Nachrichten“ beschäftigt. Und erst wenige Tage ist es her, da hieß es mit Blick auf die Werte des vergangenen Jahres:   Das Land Brandenburg erlebte das zweitwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1881. Die Jahresdurchschnittstemperatur lag 2020 bei 10,8 Grad , ebenso wie auch 2018 schon, und damit nur knapp unter dem Spitzenwert von 11,1 Grad Celsius im Jahr 2019.

Sicher, eine allgemeine Erwärmung des Klimas zu leugnen, wäre fatal, doch Ausreißer bei den Temperaturen hat es offenbar immer schon gegeben im Gebiet des heutigen Brandenburg.
Nachweise dazu finden sich auch auf der Internetseite des Treuenbrietzener Heimatvereines, wo unter der Überschrift „Milde Winter in unserer Heimat in früheren Jahrhunderten“, Interessantes zu lesen ist.
1186 war ein so warmer Winter, dass im Januar die Bäume geblüht haben. Weil kein Frost kam, war im Mai Ernte, im August die Weinlese.
1420 haben die Bäume schon am 20. März geblüht und der Weinstock schon am 4. April, Rosen ebenfalls im April, und im Mai reiften Kirschen und Erdbeeren.
1425 haben am 6. Dezember Pfirsiche, Roggenblumen und andere Kräuter geblüht.
1427 und 1428 ist weder Schnee noch Frost gewesen, dass im Dezember auch die Bäume geblüht und ein heißer, trockener Sommer gefolgt.
1538 ist ein so warmer Dezember gewesen, dass am hl. Dreikönigstag (6. Januar) die Mädchen Kränze von Violen, Kornblumen, Stiefmütterchen usw. getragen.
1567 ist es im Winter so warm gewesen, dass die Bäume selbst auch im Walde geblüht, um Ostern haben Kirschen, Spillinge, Pflaumen, Schleenbäume geblüht.

Und die Reihe dieser warmen Zyklen ließe sich noch fortsetzen, was zeigt, dass auch unsere Vorfahren warme Winter und heiße Sommer kannten.
Und wer sich, passend zur aktuellen Jahreszeit, einmal in die klirrend frostkalten Winter der Vergangenheit entführen lassen möchte, der findet auf den Internet-Seiten des Treuenbrietzener Heimatvereins (www.heimatverein-treuenbrietzen.de) unter Überschrift „Strenge Winter in unserer Heimat in früherer Zeit“ reichlich Gelegenheit dazu. fdk

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