Wertschätzung einmal anders

StaffelStab-Kalender-Aktion würdigt Menschen und Leistungen einer ganzen Region

Virtueller Handschlag über hunderte Kilometer hinweg: Birgit Wohlauf (l.) und ihre Nichte Katrin Zeitschel (r.) setzten gemeinsam mit der Agentur März (Wahlsdorf) die Kalender-Idee um und definierten die Worte Anerkennung und Wertschätzung in Corona-Zeiten ganz neu.Foto: fdk

Wahlsdorf. „Schönen Gruß an den Koch. Sein Essen war wunderbar!“ Diese zwei Sätze gelten gemeinhin als wertschätzendes Sahnehäubchen zufriedener Restaurantbesucher beim Bezahlen der Rechnung. Ob die Schnitzel nun ganz besonders lecker oder Karin und Jürgen Sierpinski, wie auch Birgit Wohlauf, einfach nur ganz besondere Gäste waren, ist bis heute nicht geklärt. Vermutlich trifft aber beides zu. Denn ihr Besuch im Heinsdorfer Gasthaus „Zum Anger“, im März diesen Jahres, waren Anlass und Grundstein einer Aktion, die es so in der Region noch nie gegeben hat: Wertschätzung - weit über den eigenen Tellerrand hinweg!
Birgit Wohlauf erinnert sich: „Die Eheleute Sierpinski aus Merzdorf meinten, dass man gerade in Zeiten des Lockdown jenen helfen soll, die besonders von Umsatz- oder Gehaltseinbußen betroffen seien. So entstand die Idee, mit dem, was Menschen unserer Region so im Corona-Alltag leisten, in die Öffentlichkeit zu gehen. „Das war im Frühling, kurz nach unserem Restaurantbesuch und unmittelbar zu Beginn es ersten Lockdown. Ein Plakat entstand. Darauf das auf AWO-Motorrädern sitzende Ehepaar aus Merzdorf und darüber der Spruch: Unser Schnitzel holen wir nur in Heinsdorf! Mehr sollte es anfangs nicht sein.“
Es kam aber anders. Denn das kurzerhand im Ort aufgehängte Plakat machte das Schnitzel zum Renner und das Gasthaus zum Ort langer Warteschlangen.

Der Außer-Haus-Verkauf brummte und die Wirtsleute Thomas Schulz und Heike Busse wollten ihrerseits nun „Wertschätzung“ zeigen, jenen, die im Corona-Lockdown auch um ihre Existenz rangen. Das war die Kreativ-Bude Wahlsdorf - und ein neues Plakat folgte. Die Plakat-Aktion nahm Fahrt auf und Birgit Wohlauf, deren Tattoo-Studio „Stichtag“ selbst coronabedingt schließen musste, hatte im Lockdown reichlich Zeit - und eine kreative Unterstützerin noch dazu. „Meine Nichte Katrin aus Hamburg ist Mediengestalterin und für Ideen, die anderen helfen, ist sie immer zu haben. Sie gestaltete die Plakate.“ Was folgte, war ein Selbstläufer, denn viele Unternehmer der Region waren von der Plakat-Aktion und dem Anlass „Wertschätzung“ so begeistert, dass sie selbst auf diese Art und Weise „Danke“ sagen wollten - die Kalender-Idee wurde geboren. Jeder weiß, auch Brandenburg steuert zielsicher auf die Weihnachtsfeiertage zu. Und die Initiatoren der Plakat-Aktion waren sich sicher, dass Anderen gegenüber Wertschätzung zu zeigen, gerade in diesem Jahr wichtig sei.

„Den Menschen etwas zu geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten, ist der Hintergrund der Plakat-Aktion. Ihre Wertschätzung und unser Glück über den Verlauf der Aktion sind der Dank dafür. Doch beides gewinnt in Zeiten mit all den Fragezeichen und in denen viele Menschen pessimistisch in die Zukunft blicken, eine ganz große Bedeutung. Warum soll man also dieses Gefühl der Wertschätzung nicht mit anderen Menschen teilen“, so Wohlauf und Zeitschel. Die Antwort liegt nun vor: Ein Kalender aller bisherigen Plakate, der unter dem Motto „Regional - Lokal - Ideal“, Menschen, Leistungen und Unternehmen vorstellt. 250 dieser Kalender im A3-Format und mit ganz besonderem Blick in die Region wurden gedruckt. Für 13 Euro zu haben sind die Exemplare dieser limitierten Auflage via Internet unter www.stichtag-fuers-klima.de. Zu bestellen sind sie über: Bild & Rahmen Sybilla Kranz, Markt 3, Jüterbog, Tel. 03372 / 400561; Werbeagentur März, Wahlsdorf 124, Tel: 03372 / 50407; Amt Dahme, Hauptstr. 48-49, Tourismus und Kultur, Frau Stefanie Winter, Tel. 035451 98120 und direkt bei Birgit Wohlauf, Heimatverein Wahlsdorf e.V., Tel. 03372 / 399631, email: liepe@icloud.com.

Und einmal abgesehen von den reinen Papier- und Druckkosten geht jeder Cent dieser so eingenommenen Gelder an Menschen oder Vereine, die Unterstützung gerade in Corona-Zeiten besonders nötig haben. Dazu konnte jeder der Teilnehmer der Aktion einen Adressaten persönlich vorschlagen. Verständlicherweise  kommen auch diese aus der Region und so dürfen sich die Dorfgemeinschaft Merzdorf, die Naturkita Heinsdorf, die Jugendfeuerwehr Niedergörsdorf und viele andere lokale Akteure schon jetzt auf ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk freuen.

Und da sich die Aktion so schnell als Selbstläufer entpuppte, ist wohl kaum zu erwarten, dass sie eine Eintagsfliege ist: „Bei all der Arbeit hat es derart viel Spaß gemacht, Neues und Ungeahntes hier in der Region zu entdecken und dabei Anderen etwas Gutes zu tun, dass man ja nie weiß, ob wir im kommenden Jahr nicht mit etwas ganz Neuem starten, um Menschen und ihre Wertschätzung einmal mehr in den Mittelpunkt zu rücken“, so Katrin Zeitschel. fdk

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