Brandenburg bereitet Start der Corona-Impfungen vor

Erste Impfzentren sollen in Potsdam und im Raum Cottbus entstehen

Potsdam. Das Land Brandenburg bereitet sich mit Hochdruck auf den Start der Corona-Impfungen vor. Das Gesundheitsministerium führt dazu notwendige Gespräche mit den Kommunen, der Kassenärztlichen Vereinigung (KVBB), Hilfsorganisationen, Bundeswehr und weiteren wichtigen Partnern der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung.

Es ist geplant, zunächst mit zwei größeren Impfzentren im Land sowie mehreren mobilen Impfteams zu starten. Sobald ein zugelassener Impfstoff verfügbar ist, soll ein Impfzentrum in Potsdam und eins im Raum Cottbus aufgebaut sein. Die genauen Standorte stehen zurzeit noch nicht fest. Von dort aus startend sollen die Impfungen flächendeckend ausgerollt werden. Langfristig sollen weitere Impfzentren entstehen. Das erklärte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher heute in Potsdam bei der Eröffnung eines neuen Corona-Testzentrums, das die KVBB gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz in der Metropolis-Halle in Potsdam zur Entlastung der niedergelassenen Ärzte eingerichtet hat.

Gesundheitsministerin Nonnemacher erklärte: „Über die Nachricht, dass schon bald erste Impfstoffe zugelassen werden könnten, bin ich sehr froh. Es ist der Schlüssel für die Rückkehr zur Normalität, die wir uns zwar bald wünschen, bis zu der es aber noch ein langer Weg ist. Unser Ziel ist es, landesweit so schnell wie möglich hohe Impfraten zu erreichen. Wann genau Impfstoffe tatsächlich zur Verfügung stehen, ist aber noch offen. Zur Wahrheit gehört auch, dass die Impfung weiter Teile der Bevölkerung viel Zeit und viele Ressourcen in Anspruch nehmen wird. Anfangs werden nur begrenzt Impfdosen verfügbar sein. Deshalb werden – nach den Leitlinien der Ständigen Impfkommission (STIKO), des Deutsche Ethikrats und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina – zuerst nur Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, sowie Beschäftigte aus systemrelevanten Bereichen wie dem Gesundheitswesen und der Pflege berücksichtigt werden können. Allerdings können auch diese Empfehlungen erst dann präzisieret werden, wenn der jeweilige Impfstoff tatsächlich vorliegt. Die Vorbereitung für einen reibungslosen Start der Impfungen laufen in Brandenburg, wie in ganz Deutschland, auf Hochtouren.“

Die Aufgabe sei gewaltig. „In extrem kurzer Planungszeit müssen wir personalintensive Strukturen schaffen, obwohl die Charakteristika und die Mengen der zuerst verfügbaren Impfstoffe noch gar nicht feststehen. Einige der Impfstoffe, die kurz vor der Zulassung stehen, sind äußerst anspruchsvoll hinsichtlich Transport, Lagerung und Umgang. Das alles ist mit einem enormen Organisations- und Logistikaufwand verbunden. In kurzer Zeit tausende Menschen impfen zu können, setzt nicht nur sehr viel medizinisches Personal voraus, sondern es muss auch ein umfassendes Termin- und Dokumentationsmanagement installiert werden. Das hat Deutschland noch nie in solch kurzer Zeit planen und umsetzen müssen. Ein Kraftakt. Ich bitte deshalb auch um Verständnis, dass die Vorbereitung für ein solch gewaltiges Unterfangen nicht in einer Woche vollständig abgeschlossen sein können“, betonte Nonnemacher.

Das Land sei auf die Unterstützung aller Kräfte im Gesundheitswesen, von Hilfsorganisationen, der Bundeswehr und des Zivil- und Katastrophenschutzes angewiesen. „Uns ist bewusst, dass die Umsetzung der nationalen Impfstrategie besonders für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte eine enorme zusätzliche Belastung darstellt. Ich danke der Kassenärztlichen Vereinigung sowie Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz, dass sie uns bei der Organisation und der Ausstattung der notwendigen Impfzentren und bei der Durchführung der Impfungen unterstützen“, so Nonnemacher.

Bund und Länder haben sich vor einer Woche auf ein einheitliches Vorgehen beim Impfen verständigt. Die COVID-19-Impfstoffe werden vom Bund über die Europäische Union beschafft, finanziert und an zentrale Anlaufstellen in den Ländern geliefert. Die Länder sind für die strategische Planung der Impfzentren sowie mobiler Teams, der Planung hinsichtlich der beteiligten Akteure, für die Beschaffung und Finanzierung der zur Impfung erforderlichen Materialien (zum Beispiel Kochsalzlösung, Spritzen, Kanülen, Hautdesinfektion, Pflaster) sowie für die Organisation und Durchführung der Impfungen in Impfzentren und durch mobile Teams verantwortlich. Bei Bedarf können die Länder die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung und weitere Akteure in deren Aufbau und die Organisation einbinden. Der Bund wird sich hälftig über die GKV an den Kosten der Impfzentren einschließlich mobiler Impfteams beteiligen.

Mit Unterstützung des Innenministeriums wird in Brandenburg die zur Impfung erforderlichen Materialien über den Zentraldienst der Polizei des Landes Brandenburg (ZDPol) beschafft. Erste Bestellungen sind bereits ausgelöst. Unter anderem werden vom Land rund 3 Millionen 1ml-Spritzen und Kanülen, rund 3 Millionen Pflaster, über 3,5 Millionen Alkoholtupfer sowie Ultratiefkühltruhen und Kühlcontainer beschafft. Brandenburg hat sich für eine zentrale Anlaufstelle für die Anlieferung der Impfstoffe entschieden.
Gesundheitsministerin Nonnemacher: „Nun gilt es schnell alle konzeptionellen Anforderungen zu klären und zu bearbeiten, denn sie sind notwendige Voraussetzungen für die Errichtung funktionierender Impfstrukturen. Wenn diese Anforderungen geklärt sind, kann final entschieden, wo, wann und wie mögliche Impfstellen errichtet und mobile Impfteams eingesetzt werden können.“

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, der Deutsche Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatten am Montag (09.11.) ein Positionspapier zur Priorisierung der COVID-19-Impfstoffe vorgestellt. Da anfangs Impfstoffe anfangs nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen, sollen Impfungen zunächst an priorisierten Personengruppen durchgeführt werden: Menschen, die das höchste Risiko haben für einen schweren oder tödlichen Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Berufsgruppen, die sich um Covid-19-Kranke kümmern und sich dadurch hohen Risiken für die eigene Gesundheit aussetzen, etwa das Personal in der Alten- und Gesundheitspflege. Und Personen, die für die Aufrechterhaltung zentraler staatlicher Funktionen eine Schlüsselstellung besitzen, wie etwa Beschäftigte der Gesundheitsämter, Feuerwehr, Polizei sowie Lehrer und Erzieher. Aber erst wenn ein Impfstoff zugelassen sein wird, kann die STIKO konkrete Empfehlungen zur Priorisierung aussprechen. red

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