Modellregionen mit Erholungsfaktor

Umweltminister Vogel würdigt Großschutzgebiete zum Jubiläum 30 Jahre Nationalparkprogramm

Umweltminister Axel Vogel. Foto: fdk

Potsdam. Vor 30 Jahren, am 12. September 1990, wurden durch den Beschluss des Ministerrat 14 Naturlandschaften auf dem Gebiet der ehemaligen DDR als Großschutzgebiete ausgewiesen – drei davon in Brandenburg: die Biosphärenreservate Schorfheide-Chorin und Spreewald sowie der Naturpark Märkische Schweiz. Ebenso wurde die Naturschutzkategorie Biosphärenreservat aus der DDR in das bundesdeutsche Naturschutzrecht aufgenommen. Das Nationalparkprogramm legte damals den Grundstein für heute 15 Großschutzgebiete in Brandenburg.

In der 1990er Jahren wurde das brandenburgische System der Großschutzgebiete aufgebaut und die Mark damit zum Vorreiter unter den Bundesländern. Heute zählt Brandenburg einen Nationalpark, drei UNESCO-Biosphärenreservaten und elf Naturparke.

Umweltminister Axel Vogel: „Damit wurde die landschaftliche Vielfalt Brandenburgs auf einem Drittel der Landesfläche repräsentativ gesichert. Durch die kontinuierliche, engagierte Arbeit der Großschutzgebietsverwaltungen, der Naturwacht und die vielen für den Naturschutz Engagierten vor Ort haben diese Gebiete enorm an Akzeptanz gewonnen. Besonders freue ich mich, dass zusätzlich zum Jubiläum 30 Jahre Nationalparkprogramm auch unser Nationalpark Unteres Odertal in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern durfte.“

Auf der Festveranstaltung warf Umweltminister Axel Vogel, der selbst an der Entwicklung des Großschutzgebietssystem beteiligt und unter anderem Aufbauleiter des Nationalparks Unteres Odertal war, im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin mit Gästen und Mitstreitern einen Blick zurück und bedankte sich bei allen Beteiligten:
„30 Jahre Nationalparkprogramm für den Osten Deutschlands – das Jubiläum feiern wir als Familie der 15 Brandenburgischen Großschutzgebiete.“

Das Ziel des Nationalparkprogramms in Ostdeutschland, nicht nur mit streng geschützten und der natürlichen Entwicklung überlassenen Nationalparken, sondern vor allem auch mit Biosphärenreservaten und Naturparken neuer Prägung diese Grundidee auf einem großen Teil der Landesfläche umzusetzen, war damals eine Pionierleistung und eine ihrer Zeit weit vorauseilende Großtat der Wendezeit. Denn erst später folgten internationale Konventionen und Verordnungen wie die FFH-Richtlinie oder die UN-Konvention über die Biologische Vielfalt, die einen verbindlichen Schutz von Natur und Ökosystemen vorschrieben.

Axel Vogel wies in seiner Rede aber auch auf die Bedeutung der Großschutzgebiete als Modellregionen für neue Ansätze der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit sowie der Umweltbildung hin:

„¬Engagement für den Erhalt der biologischen Vielfalt mit vielen Projekten zum Schutz von Kulturlandschaften wie auch zur Schaffung von Wildnisgebieten – , die Produktion und Vermarktung von regionalen Lebensmitteln, sich ständig erweiternde Angebote als Orte der Erholung und des Naturtourismus und eine Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum – das alles bieten und leisten die Brandenburger Großschutzgebiete.“

Gerade in der Corona-Krise wird deutlich, wie groß der Bedarf der Stadtbevölkerung an Ausgleichsräumen, an Erholung und Regeneration in naturbelassenen und intakten Landschaften ist. Viele Großschutzgebiete verzeichneten in dieser Zeit hohe Besucherzahlen und gestiegenes Interesse an Naturerlebnissen und -erkundungen vor der Haustür.
„Ich bin überzeugt, dass die Corona-Zeit das Ausflugs- und Urlaubsverhalten der Menschen nachhaltig verändert hat, und dass wir auch in den nächsten Jahren mit deutlich höheren Besucherzahlen in unseren Großschutzgebieten rechnen dürfen“, so Axel Vogel in seiner Festrede.

Einheitsbuddeln: Elsbeere und Eberesche für Chorin

Umweltminister Axel Vogel nutzte die Festveranstaltung auch, um im Rahmen der Aktion „Einheitsbuddeln“ einen weiteren Baum zu pflanzen. Die Setzlinge von Eberesche und Elsbeere aus der Forstbaumschule am Eberswalder Stadtsee des Landesbetriebs Forst Brandenburg (LFB) pflanzte der Minister am Westgiebel der Klosterkirche Chorin.

Brandenburg als Waldland übernahm die 2019 von Schleswig-Holstein begründete junge Tradition des #einheitsbuddelns und setzt sie in diesem Jahr  - im 30. Jahr der Deutschen Einheit – fort.  trad

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