Ordnungsamt: "Knöllchen sind ein Nebenprodukt"

Ordnungsamt: "Knöllchen sind ein Nebenprodukt"

Henry Nottrott leitet das Ludwigsfelder Ordnungsamt. Sei Mai hat er vier neue Mitarbeiter, doch die sind bereits jetzt völlig ausgelastet. Foto: Stadt Ludwigsfelde

Stadtordnung un Immissionsschutz stehen im Vordergrund der Kontrollen in Ludwigsfelde

Ludwigsfelde. Vier neue Ordnungsamtsmitarbeiter bereichern seit Mai das Ludwigsfelder Stadtbild. Mittlerweile sind sie rund 100 Tage im Amt. Damit hat sich die Zahl der Außendienstmitarbeiter auf insgesamt acht erhöht, da müsste die Stadtkasse doch schon prall gefüllt sein. Nein, sagt Ordnungsamtsleiter Henry Nottrott, denn zum einen seien die Kollegen in der Anlernphase und zum anderen werde ihnen sehr deutlich vermittelt, dass alle anderen Aufgaben im Vordergrund stehen und die so genannten "Knöllchen", also Verwarngelder, eher ein Nebenprodukt der alltäglichen Arbeit sind.

Die meiste Zeit nehmen zurzeit die Kontrollen der Stadtordnung und des Immissionsschutzes ein. Hier geht es um die täglichen Kontrollen des Stadtaktiv-Parks, der Skateranlage sowie der Sport- und Freizeitplätze, erklärt der Ordnungsamtsleiter. Ein weiterer Schwerpunkt seien Müll- und Schrottablagerungen in Ludwigsfelde und den elf Ortsteilen auf einer Gesamtfläche von 109 Quadratkilometern. Seit dem 4. Mai wurden ganze 329 derartige Lagerstätten festgestellt. Die Mitarbeiter versuchen dann jedes Mal den Eigentümer, Verursacher oder Grundstückseigentümer zu ermitteln, Kontakt aufzunehmen und eine Entsorgung zu veranlassen. In vielen Fällen werden der Kommunalservice der Stadt, das Umweltamt des Landkreises, die Landesbetriebe Forst oder Straßenwesen, der Abfallzweckverband oder Vermieter hinzugezogen.


Höchstgeschwindigkeit muss eingehalten werden

Darüber hinaus kontrolliert das Ordnungsamt auch die Einhaltung zulässiger Höchstgeschwindigkeiten, führt Verkehrszählungen durch, betreut Obdachlose und unterhält eine Obachlosenwohnung. Auch Gewerbekontrollen oder Ermittlungen für das Einwohnermeldeamt sowie die Unterstützung des Gesundheitsamts gehören zum Aufgabengebiet. Wenn Container aufgestellt, Baumaterialien gelagert oder Plakate geklebt werden sollen, ist das Ordnungsamt ebenfalls zur Stelle. Viele Ludwigsfelder beschweren sich immer wieder, dass gerade im Norden der Stadt Knöllchen verteilt werden, obwohl das Parkplatzproblem dort offensichtlich sei. Nottrott entgegnet, die Regelungen, die hier getroffen wurden, hätten nicht die Aufgabe, den Parkraum noch knapper zu machen. Vielmehr sei die Verkehrsbeschilderung in diesen Gebieten schon soweit ausgereizt, dass alles, was zum Parken geeignet sei, freigegeben wurde.

"Aber Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge müssen einfach zu jeder Zeit an jeden Ort gelangen, und das gilt auch an den Wochenenden. Regelmäßig erreichen uns Anrufe von Bürgern, die aus ihren Stellplätzen oder Grundstücken nicht mehr herauskommen, die Müllabfuhr die in ganze Straßen nicht mehr einfahren kann oder von der Verkehrsgesellschaft, die mit ihren Bussen stecken bleiben", so der Ordnungsamtsleiter. Die Straßen seien zum Befahren da und erst in zweiter Linie zum Parken. Auch der Bau neuer Parkplätze sei nicht einfach, da der Stadt häufig nur die Straßen und Gehwege gehören. Deshalb sei es gut, sich bald mit allen Beteiligen an einen Tisch zu setzen und Lösungen für die Parkplatznot zu finden.

Weil sie dafür sorgen, dass die Ordnung eingehalten wird oder auch mal härter durchgreifen, haben es Ordnungsamtsmitarbeiter nicht immer leicht. Die Mehrheit der Bürger sei jedoch eher einsichtig, so Nottrott. In der Ausbildung wird vermittelt, dass die Verkehrssicherheit im Vordergrund steht und nicht das Verwarngeld. "Ein klärendes Gespräch mit dem Bürger bringt mehr Einsicht als eine Verwarnung. Klar ist aber auch, wenn jemand uneinsichtig ist oder niemand am Fahrzeug angetroffen wird, dass eine schriftliche Verwarnung mit Verwarngeld folgt", so Nottrott.


Lautes Feiern im Skaterpark und auf Stadtplätzen

Kontrollen im Skatepark und Stadt-Aktiv-Park finden nahezu täglich statt. Jugendliche und Heranwachsende nutzen die Parks und die Sport- und Freizeitplätze verstärkt in den Ferien und Abendstunden als Partyzone mit Musik und Alkohol. Mit Unterstützung der Polizei wurden bereits 21 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten eingeleitet. In erster Linie seien die Außendienstmitarbeiter jedoch damit beschäftigt, den Jugendlichen klar zu machen, dass es dort überall Anwohner gibt, die die Nachtruhe benötigen, um sich zu erholen und am nächsten Tag ihrer Arbeit nachgehen zu können. Außerdem soll den Jugendlichen klargemacht werden, dass es ein unsoziales Verhalten gegenüber kleinen Kindern darstellt, wenn Spielgeräte beschädigt oder zerstört werden und zerbrochene Flaschen, Müll und Unrat ein gefahrloses Spielen unmöglich machen.

Aber auch das Stadtbild haben die Mitarbeiter im Blick. Sie seien sozusagen "die Augen und Ohren" der Stadt, sagt Nottrott. Ragen zum Beispiel Büsche auf den Gehweg und machen ein ordentliches Passieren des Weges zunehmend schwieriger, machen die Mitarbeiter Bilder und übermitteln sie an die Kollegen im Rathaus. Von dort werden die Mängel an die zuständigen Abteilungen oder Eigentümer weitergeleitet.  red/sg

Kommentar schreiben

comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind markiert mit*

Weitere Nachrichten aus Teltow-Fläming

Vollsperrung im Gewerbegebiet
Dahlewitz

Vollsperrung im Gewerbegebiet

Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow plant die Erneuerung der Regenwasseranlagen im Knotenbereich Eschenweg/Mittelstraße im Gewerbegebiet Dahlewitz. Die Maßnahme ist Teil des...

Neuauflage: "Runder Tisch des Sports" kommt wieder
Jüterbog

Neuauflage: "Runder Tisch des Sports" kommt wieder

Danny Eichelbaum, Vorsitzender der Jüterboger Stadtverordneten, und Veit-Wilko Ilsitz, der seit mehr als 23 Jahren Vorsitzender des Turn- und Sportvereins TuS 1862 Jüterbog ist, laden am Montag, 5....

Hundebadetag zum Saisonabschluss
Luckenwalde

Hundebadetag zum Saisonabschluss

Zum Abschluss einer erfolgreichen Freibadsaison können auch in diesem Jahr wieder Vierbeiner das kühle Nass im Freibad Elsthal erobern. Insgesamt besuchten mehr als 11.000 Gäste das Luckenwalder...

Spurensuche: 30 Jahre Deutsche Einheit
Blankenfelde-Mahlow

Spurensuche: 30 Jahre Deutsche Einheit

Der 3. Oktober 1990 ist ein ganz besonderes Datum. Ein Tag, der die Lebenswelten vieler Menschen vollständig verändert hat. Ein Datum von historischer Tragweite. Ein Tag, der gewürdigt und gefeiert...

Denkmalpflegepreis: Auszeichnung im Grünen
Blankensee

Denkmalpflegepreis: Auszeichnung im Grünen

"Es ist wohl die mit Abstand ungewöhnlichste Verleihung des Denkmalpflegepreises", betonte Landrätin Kornelia Wehlan in ihrer Begrüßungsrede am vergangenen Freitag auf dem Gelände des Bauernmuseums...

Mittelgroßer weißer Hund vermisst
Teltow/Großbeeren

Mittelgroßer weißer Hund vermisst

Seit rund zwei Monaten sucht Familie Lenz aus Teltow nach ihrem Rüden Agi. Der etwa dreijährige Hütehund-Mix war erst im März aus einer Auffangstation in Bulgarien nach Teltow gekommen. Da es am...

Schnellere Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt
Potsdam

Schnellere Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt

Auch in Berlin und Brandenburg ist der Herzinfarkt eine der häufigsten medizinischen Notfälle sowie eine der häufigsten Todesursachen. Hier zählt jede Minute. Für eine schnellstmögliche...

Einigung vor Gericht: Preiserhöhung nur mit Kündigungsrecht
Potsdam

Einigung vor Gericht: Preiserhöhung nur mit Kündigungsrecht

Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) hatte gegen die Tele Columbus AG Klage eingereicht, da sie Preiserhöhungen an ihre Kundinnen und Kunden schickte – ohne Widerspruchs- oder...

Luckenwalde

Himmelweit – Das Luckenwalde Open Air

Während das Wetter langsam herbstlicher wird, dürfen sich die Luckenwalder zum Sommerabschluss noch einmal auf ein Konzerterlebnis der Extraklasse freuen. Am 19. September laden die Stadt Luckenwalde...

Modellregionen mit Erholungsfaktor
Potsdam

Modellregionen mit Erholungsfaktor

Vor 30 Jahren, am 12. September 1990, wurden durch den Beschluss des Ministerrat 14 Naturlandschaften auf dem Gebiet der ehemaligen DDR als Großschutzgebiete ausgewiesen – drei davon in Brandenburg:...

Aequinox-Konzert
Wiepersdorf

Aequinox-Konzert

Am kommenden Freitag, dem 18. September, 18.30 Uhr, gibt es wieder ein Aequinox-Konzert von Sax Two. Passend zum kalendarischen Herbstbeginn haben Matthias Wacker und Christina Unnerstall eine...