Fast vergessenes Jubiläum: 30 Jahre Autohaus

Fast vergessenes Jubiläum: 30 Jahre Autohaus

Strahlend und erfolgreich: Bernd und Marlies Wegener mit ihren Kindern Roberto und Carina (von rechts). Fotos (2): privat

Die Selbstständigkeit der Wegeners kam mit der Währungsunion

Die Selbstständigkeit in der Zeit der Währungsunion war ein Abenteuer und ein echtes Wagnis für die jungen Eltern Bernd und Marlies Wegener. Sie haben sich durchgeboxt und können heute stolz auf das Erreichte sein.

Ludwigsfelde. Am 1. Juli 1990 hat sich das Leben von Marlies und Bernd Wegener im Ludwigsfelder Ortsteil Wietstock grundlegend verändert. Beide hatten bis zur Abwicklung in landwirtschaftlichen Betrieben gearbeitet, sie als Buchhalterin, er als Kfz-Mechaniker. Mit der Währungsunion war das nun Geschichte. Da die beiden jungen Eltern das Ende der LPG hatten kommen sehen, waren sie innerlich längst auf etwas Neues vorbereitet.

Bernd Wegener war seit Jahren begeisterter Schrauber und wollte sich ohnehin lieber Autos als Landmaschinen widmen, seine Frau war mit ihrer Berufserfahrung bestens gerüstet für den Schritt in die Selbstständigkeit. Und kaum eine Anschaffung war in der ersten Zeit nach der Wende im Berliner Umland so gefragt wie das eigene Auto. Wer es sich irgendwie leisten konnte, kaufte auch noch den letzten Gebrauchtwagen, bis der Markt endgültig leer gefegt war. Das war der Moment, um ins Geschäft einzusteigen und auf der grünen Wiese im ländlichen Wietstock ein eigenes Autohaus zu gründen.

Marlies Wegener hatte bereits seit einigen Monaten Kontakt zu einem Autohaus in Berlin-Lichterfelde und verkaufte nach Feierabend bereits Autos in dessen Auftrag. Damit sollte nun Schluss sein, etwas Eigenes musste her. Ein sehr gewagter Schritt sei das in der damals noch sehr ländlichen Region gewesen, erzählt sie heute. Dass sie und ihr Mann den richtigen Schritt gegangen sind, beweist der große Erfolg, den Wegeners mit ihren mittlerweile acht Autohäusern in und um Berlin seit Jahren verbuchen können. Trotz aller Anfangsschwierigkeiten konnten sie ihr Unternehmen immer weiter ausbauen und bedauern keinen Tag, den sie in die Autohäuser investiert haben.

Aus Bernd Wegeners kleiner Schrauberwerkstatt, die seiner Frau schon zu DDR-Zeiten aus manch einer Patsche geholfen hatte, ist ein richtiges Familienunternehmen geworden, dem mittlerweile nicht nur die Mitarbeiter über Jahrzehnte treu sind, sondern das auch von den beiden Kindern Carina und Roberto weitergeführt wird. Das Erfolgsrezept sei der Service, der bei ihnen von Anfang an eine große Rolle gespielt habe, erzählt Marlies Wegener. In der DDR sei es schwierig gewesen, überhaupt einen Mechaniker zu finden, da war Service keine Frage. In der Nachwendezeit sollte sich das jedoch schnell ändern, denn die Konkurrenz im nahen West-Berlin schlief nicht und wusste, wie sie Kunden anlocken konnte. Marlies Wegener kam ein Praktikum bei dem Lichterfelder Autohaus zugute, von dem sie auch die regelmäßig organisierten Feste übernommen hat. "Das hat mir schon damals richtig gut gefallen", erzählt die Unternehmerin.

Eines hatte sie in der Corona-Pandemie allerdings völlig vergessen: Da Feiern gerade gar nicht angesagt ist, wäre das runde Jubiläum im 30. Jahr fast an ihr vorbeigegangen. Als sie sich am 1. Juli auf den Weg zur Arbeit machte und vom Tag der Währungsunion hörte, fiel ihr in letzter Sekunde ein, welch bedeutender Moment das für sie gewesen ist. Zwei Torten für die Belegschaft sollten es dann doch sein, um den runden Geburtstag wenigstens im kleinen Kreis feiern zu können. Eins ist jedoch sicher: Die große Feier wird nachgeholt, auch wenn das erst zum 31. Geburtstag möglich sein sollte. Denn Wegeners teilen ihren Erfolg einfach gern. sg

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