Ringerelite im Land - Präsident Danny Eichelbaum im Interview

Strukturwandel im Ringkampfsport in Brandenburg

Präsident des Ringerverbandes Brandenburg, Danny Eichelbaum. Foto: Reuter

Ludwigsfelde. Seit 2013 ist der CDU-Landtagsabgeordnete Danny Eichelbaum Präsident des Ringerverbandes Brandenburg. Mit ihm sprach BlickPunkt Redakteur Jörg Reuter über die Herausforderungen der Sportart in Brandenburg in diesem Jahr.

BlickPunkt: Herr Eichelbaum, Sie sind Mitglied des Landtages, Vorsitzender des Kreistages von Teltow-Fläming und Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Jüterbog, wie kamen Sie zum Ringen?

Danny Eichelbaum: Der Ringkampfsport befand sich 2013 international in einer Krise, das Olympische Exekutivkomitee wollte Ringen aus dem olympischen Programm streichen. Zu diesem Zeitpunkt kamen Trainer und Funktionäre des Ringerverbandes Brandenburg auf mich zu und fragten mich, ob ich als Präsident des Verbandes zur Verfügung stehen würde und die Ringer bei ihrem Kampf um Olympia unterstützen könnte. Viele meiner Freunde waren oder sind Ringer und Luckenwalde ist eine Ringerhochburg, da habe ich gern zugesagt und wir haben auch in Brandenburg viele Aktionen gestartet, um Ringen als olympische Sportart zu retten und diesen Kampf haben wir gewonnen, Ringen ist olympisch geblieben!

BlickPunkt: Sie haben Luckenwalde als Ringerhochburg angesprochen, warum hat Luckenwalde den Status als Bundesstützpunkt verloren?

Danny Eichelbaum: Der Deutsche Olympische Sportbund und die Sportminister der Länder haben mit der Leistungssportreform auch eine Reduzierung der Bundesstützpunkte in den Sportarten beschlossen. Das führte leider auch zur Aberkennung des Bundesstützpunktstatus in Luckenwalde. Ich habe diese Entscheidung von Anfang an auch in den anderen Sportarten für falsch gehalten, weil dadurch gute und historisch gewachsene Sportstrukturen aufgegeben wurden. Gleichzeitig wurde aber unserer zweiter Bundesstützpunkt in Frankfurt/Oder gestärkt.

BlickPunkt: Wie sehen die neuen Strukturen im Ringkampfsport in Brandenburg aus?

Danny Eichelbaum: Zunächst freue ich mich, dass es uns in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelungen den Stützpunkt Ringen in Luckenwalde zu erhalten. Die Trainer-und Lehrertrainerstellen bleiben, ebenso wie die Sportschule in Luckenwalde erhalten. Somit haben wir sichergestellt, dass sowohl in Luckenwalde, als auch in Frankfurt/Oder Talente gesichtet und ausgebildet werden. Nach der 10. Klasse werden dann die Leistungskader nach Frankfurt/Oder delegiert. Alle Spitzenkader, im Freistilringen, im Frauenringen und im griechisch-römischen Ringen trainieren dann in Frankfurt/Oder, hierfür wurde mit Mitteln des Landes Brandenburg eine zusätzliche Halle im Bundesstützpunkt Frankfurt/Oder umgebaut und im letzten Jahr fertiggestellt. Unser Ziel ist und bleibt es, wieder bei den Olympischen Spielen Medaillen für Brandenburg zu gewinnen, dafür arbeiten alle Sportler und Trainer jeden Tag sehr hart.

BlickPunkt: Welche Höhepunkte gibt es in diesem Jahr im Ringkampfsport in Brandenburg?

Danny Eichelbaum: Ein absolutes Highlight werden neben den vielen Turnieren und Wettkämpfen die Deutschen Meisterschaften im Freistilringen und Frauenringen vom 15. bis 17. Mai 2020 sein, die wir in Frankfurt/Oder ausrichten werden. Hier kommt die deutsche Ringerelite nach Brandenburg und ich bin sehr froh, dass unsere Bildungsministerin, Britta Ernst, die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat und auch die Vizepräsidentin des Landtages, meine Kollegin Barbara Richstein, bereits ihr Kommen zugesagt hat.

BlickPunkt: Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview und wünschen allen Brandenburger Ringerinnen und Ringer in diesem Jahr viel Erfolg! 

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