Es geht um die Zukunft des Essens

Ernährungsrat Brandenburg startet

Potsdam. Es sind Bündnisse von Bürgerinnen und Bürgern, die sich aktiv für eine zukunftsfähige Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik einsetzen und konkrete Veränderungen anstoßen: deutschlandweit entstehen immer mehr lokale Ernährungsräte. Sie vernetzen Verbraucherinnen und Verbraucher, Lebensmittelproduzenten und Händler sowie Verwaltung und Politik mit dem Ziel, das Ernährungssystem auf lokaler und regionaler Ebene zu verbessern. Nun gibt es den ersten für ein ganzes Bundesland: Der Ernährungsrat Brandenburg startete am Montag (13.01.2020) mit einer Auftaktveranstaltung in Potsdam mit seiner Arbeit. Den Startschuss geben Verbraucherschutzstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer, Landwirtschaftsstaatsekretärin Silvia Bender und Projektkoordinatorin Rahel Volz.

Verbraucherschutzstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer: „Wir setzen uns dafür ein, dass das Mittagessen in den Kitas und Schulen überall in Brandenburg aus gesunden Lebensmitteln mit hohen regionalen und ökologischen Anteil besteht. Das ist ein erklärtes Ziel unserer Verbraucherschutzpolitik. Gemeinsam mit dem Ernährungsrat Brandenburg werden wir eine Ernährungsstrategie erarbeiten. Das ist ein Ziel im Koalitionsvertrag. Unsere Gesellschaft muss sich noch viel stärker damit auseinandersetzen, mit welch hohem Aufwand unsere Lebensmittel nicht nur unter ökonomischen, sondern vor allem auch unter ökologischen Aspekten hergestellt werden. Wir wollen dabei die gesamte Wertschöpfungskette beachten. Auch der gesundheitliche Aspekt spielt dabei eine ganz wichtige Rolle. Diabetes und Übergewicht entwickeln sich zu Volkskrankheiten mit ernsten Auswirkungen. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen wissen, welche Lebensmittel ihrem Körper guttun, und was genau sie essen.“

Landwirtschaftsstaatssekretärin Silvia Bender: „Wir wollen den Anteil des Ökolandbaus deutlich erhöhen und regionale Wertschöpfungsketten stärken. Hierzu werden wir ein EU-zertifiziertes Qualitätssiegel für regionale Produkte entwickeln und ein eigenes Förderprogramm zum Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten auflegen. Sicherer Absatz durch mehr regionale und ökologische Produkte in der Kita- und Schulverpflegung soll den Landwirten zudem die dringend notwendige Kontinuität und Planungssicherheit liefern.“
Projektkoordinatorin Rahel Volz: „Die landwirtschaftliche Produktion, die Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln und die Konsumgewohnheiten von uns allen sind entscheidende Hebel, um eine Ernährungswende zugunsten von Mensch, Tier und Umwelt zu bewältigen. Bäuerinnen und Bauern allein können die Probleme nicht lösen. Für ein zukunftsfähiges, ressourcenschonendes, sozial gerechtes und regional verankertes Ernährungssystem braucht es gesamtgesellschaftliche Lösungen – gemeinsam mit der Politik.“

In den Ernährungsräten steht eine Vielzahl an engagierten und ehrenamtlich tätigen Menschen, die etwas in ihrer Region bewirken möchten. Deutschlandweit existieren bereits 40 aktive regionale Ernährungsräte, die auf lokaler und regionaler Ebene mitgestalten, wie unser Essen produziert, verteilt und verwertet wird.
In Brandenburg gibt es solche Initiativen bereits in den Regionen Prignitz-Ruppin, Havelland, Märkisch Oderland/Oder-Spree. In den Regionen Barnim/Oberhavel, Fläming, Spreewald und in Potsdam haben sich engagierte Bürgerinnen und Bürger getroffen, um solche regionale Initiativen zu gründen.

Der Ernährungsrat Brandenburg ist der Zusammenschluss dieser Initiativen und gibt den regionalen Räten eine gemeinsame Stimme auf Landesebene. Mit dem Brandenburger Ernährungsrat gründet sich deutschlandweit erstmals ein Ernährungsrat in einem Flächenland. Seine Themenschwerpunkte sind die Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung, Eindämmung von Lebensmittelverschwendung sowie die Schaffung von vertrauensvollen Beziehungen zwischen Verbrauchern und Wirtschaft.
Mit Hilfe des Ernährungsrats Brandenburg soll das Ernährungssystem auf lokaler und regionaler Ebene verändert, verbessert und zukunftsgerecht gestaltet werden. Außerdem möchte sich das zivilgesellschaftliche Gremium für eine zukunftsfähige Landwirtschaft einsetzen und Verbraucherinnen und Verbraucher sollen ein wachsendes Bewusstsein beim Einkauf sowie Verzehr entwickeln. red

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