Wo Falter, Biene und Co. Zuhause sind

Im Landschaftsgarten der Hofmanns bestimmt die Natur den Rhythmus der Zeit

Ariane Hofmann widmet den Nahrungsquellen der Insekten große Aufmerksamkeit.Foto: fdk

Schwarzblaue Holzbiene, die größte heimische Wildbiene.Foto: fdk

Kleinbeuthen. Gräser in allen Farben des Sommers. Beete, die statt von Landschaftsarchitekten erschaffen, die Natur selbst als Vorlage nahmen. Und zwischen all der üppigen Pracht aus Obstbäumen, Büschen, Gräsern brummt das pure Leben - Insekten, von zart bis übergroß, wie die scharzblaue Holzzbiene. All das ist keine verklärte Romantik, es ist Realität,      eine ganz natürliche Oase: Es ist der Landschaftsgarten von Ariane und Mario Hofmann.

Und sinnhafterweise liegt er genau dort, wo in Kleinbeuthen, am Dorfende, auch das Ende asphaltierter Straßen und der holprige Weg hinein in die reizvolle Natur des Flämings zu finden sind.
Knapp vier Jahre ist es nun her, dass es die Berlinerin und ihren Mann ins Dorf zog. Was damit endete, war eine Odyssee der Suche nach einem richtigen Objekt, und was begann, war die Umsetzung eines langgehegten Traumes. „Über 20 Grundstücke haben wir uns angesehen, dieses hier war perfekt“, so Ariane Hofmann. Was sie meint war ein in die Jahre gekommener Vierseithof, dessen größter Vorzug gleich hinter dem Haus begann - ein großes Stück Natur mit Auwald, Wiese und Platz für ihren Traum.

Mit Leidenschaft und Wissen
„Was mich antreibt ist die Idee der Renaturierung einstmals landwirtschaftlich genutzter Flächen“, so Hofmann, die über den Landschaftsgarten blickend lächelnd ergänzt: „Und was wir hier nun sehen, ist die Entwicklung eines, von der Natur selbst geplanten, Wandels.“
Hofmann sagt über sich selbst, sie sei leidenschaftliche Hobby-Biologin, doch genau genommen ist sie viel mehr. Sie ist im Naturpark Nuthe-Nieplitz und weit darüber hinaus eine anerkannte Kennerin der heimischen Insektenwelt, hält Fachvorträge ebenso, wie sie interessierte Gäste in den Garten lädt. „Es gibt viele Menschen, die möchten mehr für den Schutz der Umwelt und der Artenvielfalt tun. Hier zeigen wir, wie es klappen kann, geben Tipps“, so die Insektenkundlerin, die an dieser Stelle schon einmal vier Tipps verrät: „Keine Gifte im Garten benutzen! Überwiegend heimische Blühpflanzen und Gehölze pflanzen! Etwas Wildnis im Garten zulassen! Und dann noch dies: Statt den Rasenmäher zu schieben, einfach einmal im Liegestuhl entspannt die Natürlichkeit genießen!“ Sie tut es, wenn auch selten, denn das Ehrenamt rund um ihren Verein Hortus Terrigenus e.V. läuft quasi im Takt der Natur - 24 Stunden, an sieben Tagen die Woche.

Handeln, statt sich in Phrasen verlieren
Der Schutz heimischer Insekten und auch die Debatten um das Krefelder Gutachten, was jüngst einen dramatischen Verlust heimischer Artenvielfalt beschreibt, ist mithin von vielen Irrtümern und falsch verstandener Umweltliebe begleitet. „Die Menschen haben es nun schwarz auf weiß, ein Kleinreden der Situation ist nun nicht mehr möglich. Und es ist allerhöchste Zeit, dass bei allen wirtschaftlichen Interessen der Erährungsindustrie, all der Lobbyarbeit, nun endlich umgesetzt wird, was Forschung und Wissenschaft seit Jahren fordern - das Ende des Vernichtungsfeldzuges gegen die Natur und ihre Lebewesen.“

Aufklärung ist gefragt, denn kaum einer weiß, dass mit Kampagnen zum Schutz der Bienen, weniger die domestizierte Honigbiene, sondern ihre wildlebenden Schwestern gemeint sind. „Manche glauben, Insektensterben sei Honigbienensterben und man bräuchte einfach mehr Imker. Das stimmt nicht, denn ein vielfältigeres Blühangebot für wildlebende Insekten ist an dieser Stelle entscheidend. Denn dies ist die Nahrungsgrundlage wildlebender Insekten“, weiß Hofmann, die statt zu Aktionismus in der Debatte um Artenschutz, eher zum Aktivismus jedes einzelnen rät. „Es ist doch so einfach etwas zu tun, wenn man weiß wie es geht“, so Hofmann, die zwei Beispiele anführt: „Viele Unternehmen fühlen sich heute berufen, Insektennisthilfen auf den Markt zu bringen. Die meisten sind Müll, werden von den Tieren auch nach Jahren nicht angenommen. Da muss man einfach wissen, welche dieser sogenannten Insektenhotels wirklich zum Nisten einladen. Auch nicht jeder Blumensamenmix aus dem Handel, der üppige Blühwiesen verspricht, ist sinnvoll. Manchmal finden sich darin nichtheimische Gräser und Blumen, deren invasiver Charakter, heimische Pflanzen und so auch heimische Insekten eher verdrängt als schützt.“

Wissen, wie es geht
Am kommenden Sonntag, 11. August, von 10 bis 17 Uhr, lädt Ariane Hofmann letztmalig in diesem Jahr in den Naturgarten, Kleinbeuthener Dorfstraße 20, ein, um interessierten Gästen Einblicke „in Überlebensräume für Wildbienen & Co.“ aufzuzeigen. Neben vielen Tipps zum Selbermachen, erwartet die Gäste das bezaubernde Areal des Landschaftsgartens und natürlich frischer Kuchen, Kaffee und anregende Gespräche. Weitere Infos: www. facebook.com/Terrigenus oder auch auf den Seiten des Naturparks www.naturpark-nuthe-nieplitz.de oder per Telefon: 0160 / 7180255. fdk

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