Bürgerumfrage Teltow-Fläming: Viele Anregungen für Politik und Verwaltung

Impulse der Umfrage werden in Kreisverwaltung ausgewertet

Luckenwalde. Fast 1.300 Menschen aus dem Landkreis Teltow-Fläming haben an einer Online-Umfrage teilgenommen, die von der im Kreis beheimateten Wissenschaftsstiftung Change Centre unentgeltlich für die Kreisverwaltung durchgeführt wurde. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.
„Ich danke allen, die an der Umfrage teilgenommen haben“, sagt Landrätin Kornelia Wehlan. Und weiter: „Wir werten die Studie jetzt in der Kreisverwaltung aus. Eins ist aber jetzt schon klar: Da sind viele Hinweise zu finden, mit denen wir unsere Behörde noch bürgerfreundlicher gestalten können!“

Anlass der Studie war die Frage, wie sich die Fahrbibliothek des Kreises durch mobile Verwaltungsangebote von einem Bücher- zu einem Servicebus für Bürgerinnen und Bürger entwickeln könnte – gerade in den kleineren Orten des Landkreises. Die Umfrage hat deutlich gemacht: 80 Prozent der Befragten finden, der Bücherbus sei eine gute Sache. Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden befürwortet weitere Verwaltungsangebote im Bus. „Wir prüfen jetzt, was organisatorisch und rechtlich machbar ist“, freut sich die Landrätin über das Bürgerinteresse. Beispiels-weise gebe es für Beratungen die Einschränkung, dass eine Diskretionszone gewährleistet sein muss. Für einen entsprechenden Umbau sei das schon in die Jahre gekommene Fahrzeug jedoch nicht mehr geeignet. „Aber: Ich bin sicher, dass wir schon bald neue Informationsangebote mit dem Bus auch in die kleineren Orte bringen können. Dazu wollen wir gern mit den einzelnen Kommunalverwaltungen zusammenarbeiten.“

Zufriedenheit mit Verwaltung und Politik: Studie ist Ansporn für weitere Arbeit
Die Umfrage zeige auch, so die Landrätin, dass noch viel mehr für die Zufriedenheit der Bürge-rinnen und Bürger mit ihrer Verwaltung getan werden könne. „Natürlich freue ich mich, dass 60 Prozent der Befragten mit der Freundlichkeit in den lokalen Verwaltungen zufrieden sind. Ähnlich gute Werte gibt es auch für die Gleichbehandlung.“ Weniger gut stehe es um die Zufriedenheit der Menschen mit anderen Faktoren, etwa der Schnelligkeit oder den Gebühren der Verwaltung.

Kornelia Wehlan: „Ich sehe an den Ergebnissen zum Beispiel, dass  eine gute Erreichbarkeit der lokalen Verwaltungen sehr wichtig ist. Die Kreisverwaltung selbst empfängt die Bürgerinnen und Bürger nicht nur an ihrem Hauptsitz in Luckenwalde. Außenstellen einzelner Bereiche gibt es auch in Ludwigsfelde und Zossen. Ämter mit vielen Beratungs- und Betreuungsangeboten wie das Jugendamt und Gesundheitsamt sind darüber hinaus mit Sprechstunden in Jüterbog, Dahme und Blankenfelde-Mahlow präsent. Darauf wollen und werden wir nicht verzichten.“ Dieser An-spruch an Erreichbarkeit und Bürgernähe sei übrigens auch Antrieb in den Anstrengungen Teltow-Flämings gegen die am Ende verhinderte Kreisgebietsreform und Zentralisierung von Verwaltungseinheiten gewesen.
Weiter vervollkommnen will die Behörde die Kommunikation mit den Einwohnerinnen und Einwohnern Teltow-Flämings: „Wir können ganz sicher auch besser werden, wenn es darum geht, Entscheidungen der Verwaltung besser zu erklären“, so die Landrätin.

Landkreis kommt Wunsch nach mehr Mitbestimmung entgegen
„Die Studie bestätigt uns darin, die Einwohnerinnen und Einwohner und insbesondere die Kinder und Jugendlichen im Landkreis künftig noch stärker in wichtige Entscheidungen einzubeziehen. Wir haben gerade eine neue Hauptsatzung und eine Beteiligungssatzung erarbeitet und in den Kreistag eingebracht. Sie wird die Formen der Beteiligung für Kinder und Jugendliche regeln. Damit erfüllen wir nicht nur einen gesetzlichen Auftrag. Wie die Bürgerbefragung zeigt, folgen wir damit auch einem wichtigen Bürgerwunsch“, so die Landrätin.

Demnach wünschen sich drei Viertel der Befragten mehr Möglichkeiten, im Kreis an Entscheidungen von Politik und Verwaltung aktiv mitzuwirken. „Dafür stehen die Türen der Kreisverwaltung offen“, sagt Wehlan. „Wir haben ja zum Beispiel unsere Herbstkonferenz über Zukunftsfragen, an der jede und jeder mitwirken kann.“ Allerdings will Wehlan mit ihren Verwaltungskolleginnen und -kollegen wie auch mit den gewählten Politikerinnen und Politikern darüber sprechen, wie die Mitwirkung an solchen Formaten noch leichter gemacht werden kann. „Ich denke da an Veranstaltungszeiten, zu denen auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer teilnehmen können. Und: Zukunftskonferenzen oder Runde Tische müssen nicht nur in Luckenwalde stattfinden. Warum soll das nicht auch im Norden und im ländlich geprägten Süden des Kreises möglich sein?“
Die Ergebnisse der Studie sind unter folgendem Link kostenlos abrufbar: change-centre.org/log/ . red

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