Blick nach vorn und Blick zurück

25 Jahre Bauernverband Südbrandenburg und „Junglandwirte – Generation Y“

Luckau. Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger hat dem Bauernverband Südbrandenburg e.V., dem größten Teilverband des Landesbauernverbands, zum 25. Gründungsjubiläum gratuliert. Die Mitgliederversammlung in Luckau ist auch Premierenort für den Film „Junglandwirte – Generation Y“ – vier junge Leute aus der Region präsentieren ihre Sicht auf die Grünen Berufe. Die filmischen Porträts der vier Berufsbotschafter kann man ab morgen im Netz kennenlernen.

Vogelsänger: „Der Bauernverband Südbrandenburg ist – nicht nur im Süden unseres Landes – eine starke Stimme für unsere Landwirtschaft und für die Entwicklung unserer ländlicher Regionen. Ganz besonders hervorheben möchte ich das große Engagement des Verbands bei der Gewinnung von jungen Leuten für landwirtschaftliche Berufe. Mit dem verbandseigenen Ausbildungsnetz als Zentrum haben sich die Südbrandenburger einen Rahmen geschaffen, um mit attraktiven Aus- und Weiterbildungsangeboten für den Berufsstand zu werben.“ Der Bauernverband Südbrandenburg hat sich in den letzten Jahren zu einem gefragten Anbieter von beruflicher Bildung entwickelt. Das betrifft sowohl die erfolgreiche Arbeit als Netzwerkknoten des Ausbildungsnetzwerks als auch das Angebot von Weiterbildung von Agrarantrag online bis Zusammenarbeit mit Imkern.

Aktuell haben die Landwirte im Süden Brandenburgs immer noch sehr unter den Folgen des Dürrejahres 2018 zu leiden. Beim Bund-Länder-Programm für Dürrehilfen ist das Ziel in Sicht: Rund 46 Millionen Euro – 23 Millionen vom Land und 23 Millionen vom Bund – stehen für landesweit 778 Antragsteller zur Verfügung.

Das aus Landesmitteln realisierte Futterzukaufprogramm ist bereits abgeschlossen. Insgesamt wurden 354 Anträge mit insgesamt 3.531.211 Mio. Euro bewilligt.

Die Auszahlungen der Direktzahlungen (landesweit 342 Millionen Euro) und der Ausgleichszulage (26,3 Millionen Euro) für 2018 sind im Dezember 2018 erfolgt. Aktuell begonnen haben die Zahlungen im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) Brandenburg.

Außerordentlichen Zuspruch erfreut sich die neue Richtlinie zur Förderung der Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen Beratungsdienstleistungen. Der erste Aufruf zur Antragstellung endete am 15. Januar. Es wurden 131 Förderanträge mit einem vorläufigen Mittelbedarf von 280.000 Euro eingereicht.

Die Beratungsrichtlinie ist auch ein Baustein bei der Umsetzung des  Maßnahmenprogramms zum Tierschutzplan. Dieser enthält umfangreiche Forderungen nach mehr Angeboten zur Fort- und Weiterbildung sowie zur Verpflichtung des Erwerbs von Sachkunde. Das Agrarministerium will in Kooperation mit den Bildungsträgern tierschutzrelevante Themen stärker in die Bildungsangebote, die über die Richtlinie Ländliche Berufsbildung gefördert werden können, integrieren und ein Format entwickeln, das die zielgruppengenaue Information erlaubt. Im Bereich der investiven Förderungen besteht bereits jetzt die Möglichkeit, besonders tiergerechte Ställe zu fördern. Hohe Priorität haben die Umstellung der Haltung von Zuchtsauen im Deckzentrum oder Abferkelbereich, emissionsmindernde Investitionen zur Lagerung von flüssigen Wirtschaftsdüngern und Geräte zur schmerzfreien Ferkelkastration. Der Bauernverband Südbrandenburg hat im Kontext des Tierschutzplans als einer der ersten einen Antrag auf Förderung eines Inhalationsgeräts zum Testen der Ferkelkastration unter Vollnarkose gestellt und bewilligt bekommen. Die Nutzung ist auch im Rahmen von Bildungsmaßnahmen für Schweinehalter gesichert.

Aktuell sucht das Ministerium Modell- und Demonstrationsbetriebe, die tiergerechte Produktionsverfahren in ihrem Betrieb umsetzen und Einblick in ihre Betriebsabläufe geben. Der Verzicht auf das routinemäßige Kupieren von Schweineschwänzen sowie die Einführung von alternativen Verfahren der Ferkelkastration haben Vorrang.

Auch in dem für Brandenburgs Bauern schwierigen „Dürrejahr“ 2018 wurde weiter investiert. Im Rahmen des Programms zur Förderung einzelbetrieblicher Investitionen stieg die Zahl der Bewilligungen gegenüber 83 (2017) auf 140. Mit diesen Bewilligungen wurden insgesamt 10.637.468,73 Euro Zuschüsse gewährt. Das Antragsverfahren zur Förderung einzelbetrieblicher Investitionen für 2019 endet am 31. März.

Das Brandenburger Agrarministerium fördert die Teilnahme von Auszubildenden an Lehrgängen der überbetrieblichen Ausbildung sowie den Zusammenschluss von Ausbildungsbetrieben zu Ausbildungsnetzwerken jährlich mit zirka 600.000 Euro aus dem EU-Sozialfonds ESF und Landesmitteln.

Der Bauernverband Südbrandenburg wurde am 8. Februar 1994 durch den Zusammenschluss von vier Kreisbauernverbänden gegründet und nannte sich zunächst Bauernverband Niederlausitz-Spreewald e.V. Am 18. Februar 2009 erfolgte die Umbenennung zum Bauernverband Südbrandenburg e.V. Das Verbandsgebiet besteht aus dem Landkreis Dahme-Spreewald, dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis, Teilen des Landkreises Elbe-Elster sowie Teilen des Landkreises Teltow-Fläming. In der Region gibt es 135.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. 83 Prozent dieser Fläche werden von Verbandsmitgliedern bewirtschaftet. Laut Angaben des Verbands sind 137 GbR, Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe, 95 juristische Personen und 19 assoziierte und sonstige Betriebe sowie 47 Privatpersonen und 387 Gesellschafter aus Gemeinschaftsunternehmen organisiert. Der Süden des Verbandsgebiets ist in Teilen von Bergbau- und Bergbaufolgelandschaften geprägt. In der als Biosphärenreservat geschützten Spreewaldlandschaft wird im Landkreis Dahme-Spreewald ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet! red

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