Sicher online unterwegs

Zum Weltverbrauchertag: Kostenlose digitale Alltagshelfer in den Beratungsstellen

Potsdam. Probleme rund um digitale Welt bzw. Telekommunikation spielen bei der Verbraucherzentrale Brandenburg mittlerweile mindestens in jedem dritten Beratungsfall eine Rolle. Dabei reichen die Anfragen von Online-Handel über Apps bis hin zu Mobilfunk. Aber auch Identitätsdiebstahl, Fake-Shops und Phishing-Mails sind Themen der Beratung. Anlässlich des Weltverbrauchertags gibt die Verbraucherzentrale den Brandenburger*innen mit ihrer „Tool-Tüte“ einen kleinen Werkzeugkasten für den digitalen Alltag an die Hand. Die Tüten mit verschiedenen Give-aways und Infomaterialien gibt es am 14. März in den Beratungsstellen des Landes. Michèle Scherer, Expertin für die Digitale Welt, erklärt gängige Maschen.

Frau Scherer, von welchen Problemen im Internet berichten die Menschen in der Beratung?
Michèle Scherer: „Die Anfragen sind vielfältig. So geht es zum Beispiel um die Smartphone-Nutzung oder um mobiles Bezahlen. Unter den vielen Angeboten der digitalen Welt tummeln sich aber auch immer wieder schwarze Schafe. Verbraucher berichten oft davon, dass sie auf einen Fake-Shop hereingefallen sind. Das sind Online-Shops, die oft extrem günstige Artikel anbieten. Die Kunden müssen im Voraus bezahlen, erhalten allerdings nie die bestellte Ware. Das Geld ist weg und die Internetseite ist dann auch sehr schnell wieder offline.
Ein weiteres Problem sind nach wie vor Phishing-Mails, also E-Mails, mit denen Betrüger Daten von Verbrauchern abfischen wollen. Wir beobachten, dass es immer schwieriger wird, die Fakes zu erkennen.
Wenn schwarze Schafe Daten abgreifen, kann es zu Identitätsmissbrauch kommen. Dann geben sich Betrüger als eine Person aus, deren persönliche Daten sie gestohlen haben und kaufen beispielsweise mit deren Kreditkarte ein.“

Was kann man als Verbraucher tun, um sich zu schützen?
Scherer: „Wir sehen – auch vor dem Hintergrund der Datenschutzskandale der letzten Zeit –vor allem die Anbieter in der Pflicht, einen hohen Schutzstandard zu schaffen.
Trotz allem kann man etwas tun. Es gilt der Grundsatz, möglichst wenige Daten von sich preiszugeben. Außerdem sollte man nie Passwörter, Pins oder ähnlich sensible Daten eingeben, wenn man in einer Mail danach gefragt wird. Diese Daten sollte man ohnehin nicht an Dritte weitergeben. Auch sollte man keine unbekannten E-Mail-Anhänge öffnen bzw. nichts herunterladen oder installieren. Da handelt es sich um Phishing-Versuche.
Zusätzlich ist es wichtig, durch lange und komplexe Passwörter seine Nutzerkonten bei den unterschiedlichen Diensten zu sichern und die Passwörter auch regelmäßig zu ändern.“

Wie hilft die Verbraucherzentrale?
Scherer: „Anlässlich des Weltverbrauchertages haben wir die ‚Tool-Tüte‘ für Verbraucher zusammengestellt. Das ist ein kleiner Werkzeugkasten für den digitalen Alltag. Darin enthalten ist zum Beispiel ein Kryptonizer, mit dem Internet-Nutzer sichere Passwörter erstellen können, die sie sich dann auch merken können. Auch mit dabei sind Webcam-Sticker, um ungebetene Beobachter auszusperren sowie Infomaterialien, die erklären, woran man Fake-Shops erkennt oder worauf man beim digitalen Bezahlen mit Paypal und Co. achten sollte. red

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