„Gemeinsam sind wir stark!“

Titanen on tour

Glockenwagen am Haken. Foto: privat

Brück. „Gemeinsam sind wir stark!“ sagte mit voller Überzeugung der Landwirtschaftsattaché der Russischen Botschaft Vladimir Petukhov  bei der Dankfeier von „Titanen on Tour 2018„ am 30.10.2018 in der Reithalle von Brück. Über 100 Teilnehmer der Friedensmission waren aus ganz Deutschland versammelt um zu feiern und zu erzählen. Der Diplomat war gekommen, um im Namen des russischen Volkes zu danken. Dank zu sagen dafür, dass unerschrockende Frauen und Männer tausende Kilometer von  Brück in Deutschland, durch Polen, Kaliningrad, Litauen, Lettland, Estland bis in die Stadt Nowgorod in Russland gefahren sind, um mit Pferd, Glocke und Brot einen Beitrag zum Frieden zu leisten.

Die Reisegesellschaft fuhr buchstäblich auf den Trümmern der Geschichte entlang und konnte erleben: „Es wächst eine neue Saat!“ Als die russische Armee unseren Friedensglockenwagen auf den Kranhaken nahm und mit ihrem „KAMAS“ LKW transportierte, bekamen wir eine Ahnung, wie das Prophetenwort in Erfüllung gehen kann: „Sie werden Schwerter zu Pflugscharen schmieden!“ Die Sehnsucht der Menschen unterwegs nach Frieden ist da. Jeder der Teilnehmer konnte von ganz persönlichen Begegnungen erzählen, wo ihm selber klar wurde, wie sinnvoll es ist, sich aufzumachen und den Frieden mit jedermann zu suchen. Dabei war es egal, ob die Begegnung nun mit dem Trockenfischverkäufer, dem Soldaten, der alten Frau im Holzhaus, dem Vizegouverneur, dem Schuldirektor oder der Kindergärtnerin war.

Die Mitreisenden haben unterwegs gelernt, dass das Tohuwabóhu (völliges Durcheinander; Wirrwarr, Chaos) des Trecks nur mit Geist und Tat in Ordnung verwandelt werden kann. Jeder Tag brachte seine eigene Plage mit sich und es war eine Gnade Gottes, dass wir sie nicht vorher kannten. Wenn man erlebt hat, dass sich am Morgen eine russische Mitreisende mit dem Auto überschlägt und am Mittag der Traktor samt Pferdewagen wie ein Maikäfer umgekippt im russischen Sumpf liegt, dann weiß man, dass nur das gemeinsame Handeln, Gebet und Zusammenstehn weiterbringt. Wir haben viel Hilfe gebraucht und gefunden, an unendlich viele Türen geklopft und sie wurden aufgetan. Genauso wie wir das tägliche Chaos der Trecks in Ordnung verwandelten, kann und muss der Frieden mit Gott, den Menschen und sich selbst jeden Tag neu erkämpft werden.

Unzählige Anekdoten über das gemeinsam Erlebte wurden erzählt und erfüllten die Reithalle mit beträchtlichen Lärm. Sogar über nächste Reiseziele des Friedenstrecks wurde nachgedacht. Ergreifend auch die Verleihung der Ehrenglocken an die 8 Männer, die den Treck vom ersten bis letzten Tag mitgefahren sind.
Gegen 22.30 Uhr wurde es plötzlich still! „Lennert ist mit den Pferden da!“ raunte es durch die Reihen. Alles strömte hinaus. Tatsächlich! Vor der Tür stand Lennert, ein neuer Freund, den wir in Estland kennengelernt haben. Er nahm auf seiner Hühnerfarm drei kranke Pferde auf, die nicht mit nach Russland konnten. Seine Tochter und seine Frau pflegten treu die wunderbaren Kreaturen. Eins kauften sie für die Familie. Die beiden anderen waren nun daheim. Sie wurden aus dem Transportwagen unter Applaus in die Halle zur Ehrenrunde geführt. Ein Stein fiel den pferdeverrückten Männern und Frauen vom Herzen. Mit Tränen in den Augen sah man sich an: Mission erfüllt! Gemeinsam! H. Kautz

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