Bürgermeisterin Schreiber: Fundtier-Versorgung bleibt gewährleistet

„Getroffene Hunde bellen“

Bürgermeisterin Michaela Schreiber "Fundtier-Versorgung bleibt gewährleistet". Foto: PStZo

Zossen. Wenig überraschend kommt für Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber die ihr am 13. September 2018 bekannt gewordene Reaktion des Vereins Tierfreunde „Schützende Hand“ auf die öffentliche Kritik der Stadtverwaltung an der einseitigen Kündigung des seit 2014 bestehenden Fundtiervertrags durch eben jenen Verein.

Nach dem sprichwörtlichen Motto „Getroffene Hunde bellen“ hole der Verein jetzt zu einem verbal-polemischen Rundumschlag aus und schrecke auch nicht vor Unterstellungen zurück, um davon abzulenken, dass nicht die Stadt, sondern der Tierfreunde-Verein den seit Jahren bestehenden Vertrag einseitig gekündigt hat. „Wir müssen die Kündigung akzeptieren, weisen aber den Vorwurf zurück, dass es sich - wie behauptet wird - um einen ‚in vielen Punkten unzulänglichen Vertrag‘ handelt“, so Schreiber.

So sei es zudem bezeichnend, dass in der als Pressemitteilung verbreiteten Reaktion des Vereins mit keinem Wort die seit Jahren von der Stadt als freiwillige Leistung gezahlten 5.000 Euro erwähnt werden, stattdessen aber spekuliert werde, welchen Stellenwert wohl der Tierschutz für die Bürgermeisterin einnimmt. Die Verwaltungschefin weist in diesem Zusammenhang noch einmal auf die in der Stellungnahme der Stadt aufgezählten Zahlen und Fakten aus dem Vertrag hin, der im Übrigen identisch ist mit dem bereits seit 2010 bestehenden Vertrag mit einer Ludwigsfelder Tierpension.

Wie sie erneut betont, werde es für die Bürger keinerlei Lücke bei der Versorgung von Fundtieren geben. Der zweite Vertragspartner der Stadt für die Aufnahme von Fundtieren, da ist sich die Bürgermeisterin sicher, werde den entsprechenden Vertrag gemäß der vereinbarten Bedingungen zuverlässig erfüllen. Deshalb sehe sie auch keinen Gesprächsbedarf mit dem Verein der Tierfreunde „Schützende Hand“. PStZo
Bürgermeisterin Schreiber: Stadt lässt sich nicht erpressen

Zossen. Überrascht, verwundert und enttäuscht hat die Stadtverwaltung Zossen zur Kenntnis genommen, dass der Zossener Verein „Schützende Hand“ den sogenannten Fundtiervertrag mit der Stadt zum Jahresende gekündigt hat. Verwundert nicht zuletzt auch deshalb, weil die Stadt noch vor Posteingang der Kündigung im Rathaus von der Presse mit dieser Tatsache konfrontiert worden ist. Wie Ordnungsamtsleiterin Stefanie Wegner sagte, sei man auch deshalb überrascht, weil man bislang komplikationslos zusammengearbeitet hat, Rechnungen und Aufträge wurden ordentlich bezahlt. Außerdem unterstützte die Stadt zusätzlich zu den anfallenden, vertraglich vereinbarten Kosten das Tierheim in Zossen mit jährlich 5000 Euro. Der seit 1. Januar 2014 gültige Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und hätte sich automatisch verlängert, wenn er nicht zuvor gekündigt wird. Er sieht vor, dass dem vom Verein „Schützende Hand“ betriebenen Tierheim in Zossen für die Aufnahme von Katzen für jeden Tag bis höchstens 58 Tage Aufenthalt im Tierheim 5 Euro, für jeden kleinen Hund 8,50 Euro und für große Hunde 10,50 Euro pro Tag von der Stadt bezahlt werden. Für Kleintiere wie Hasen, Mäuse und Meerschweinchen sind 3,50 Euro pro Tag vereinbart worden. Zusätzlich übernimmt die Stadt die Kosten auf Nachweis eine mögliche Eingangsuntersuchung (20 Euro) sowie - wenn notwendig - die Grundimpfung (40 Euro) des Tieres. Auch mögliche Kosten, die entstehen, wenn ein Tier eingeschläfert werden muss (60) Euro) bzw. die Tierkörperbeseitigung (nach Rechnung) übernimmt laut Vertrag die Stadt. Auch die Personalkosten pro Helfer, die entstehen, wenn ein Tier eingefangen werden muss, wird von der Stadt pro angefangener Stunde mit 10 Euro vergütet. Dazu kommen anfallende Fahrkosten. So hat die Stadt Zossen im Jahr 2016 laut Fundtiervertrag rund 9100 Euro, 2017 insgesamt 13 600 Euro und bislang in diesem Jahr 12 500 an das Tierheim gezahlt. Außerdem darf das Tierheim alle Einnahmen behalten, die aus der Vermittlung von aufgenommenen Fundtieren resultieren. „Das“, so Bürgermeisterin Michaela Schreiber, „ist dem Verein aber offenbar nicht genug. Er möchte neben diesem ‚Luxuspaket‘ auch noch das ‚Rundum-sorglos-Paket‘ haben, was im Klartext heißt, die Stadt soll pro Einwohner und Jahr pauschal einen Euro bezahlen, womit wir aktuell auf fast 20 000 Euro kommen würden. Das haben wir aber nicht nur aus Kostengründen abgelehnt.“ Mit einer solchen Pauschale hätte die Stadt keinerlei Überblick mehr über die tatsächlich anfallenden Kosten. So sei es jetzt schon verwunderlich, dass auffallend viele Tiere ausgerechnet nach 58 Tagen vermittelt werden, genau jene Zeit, in der die Tagespauschale bezahlt werden müsse. Zudem sei es auch schon vorgekommen, dass Bürger ihre freilaufende Katze gesucht haben, die von schützenden Händen aufgegriffen und ins Tierheim gebracht wurde. Bürgermeisterin Schreiber betont, dass sich die Stadt nicht erpressen lassen werde. Mit der Tierpension Jagoschitz in Ludwigsfelde habe man seit Jahren einen zweiten zuverlässigen Vertragspartner für die Aufnahme von Fundtieren, den entsprechenden Vertrag werden beide Seiten weiterhin erfüllen .PStZo

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