Grundstücksmarktbericht 2017

Alle Brandenburger Regionen profitieren vom Wachstum

Wohneigentum liegt nach wie vor im Trend. Foto: PB

Potsdam. Der Brandenburger Immobilienmarkt wächst weiter und strahlt auch auf die gut erreichbaren Regionen außerhalb des Berliner Umlandes aus. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2017 hervor, den Innenstaatssekretärin Katrin Lange und der Vorsitzende des Oberen Gutachterausschusses für Grundstückswerte, Jürgen Kuse, heute in Potsdam vorstellten. Der Geldumsatz stieg von 5,4 Milliarden Euro auf 5,9 Milliarden. Die Zahl der Immobilienverkäufe ging leicht auf 35.312 zurück (2016: 35.700).
 
Katrin Lange: „Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung erwerben oder sein Traumhaus bauen möchte, muss dazu immer tiefer in die Tasche greifen. Es lohnt sich daher, die Marktlage und die Entwicklungen und Unterschiede im Land zu kennen. Zum Beispiel beträgt der durchschnittliche Preis für Wohnbauland im Berliner Umland das Dreieinhalbfache des Durchschnittspreises in den übrigen Landesteilen. Aber: Auch der Markt im weiteren Metropolenraum wächst und auch Städte in der zweiten Reihe werden immer attraktiver.“
 
Jürgen Kuse: „Wir beobachten, dass das Interesse an Immobilien außerhalb des Berliner Umlandes in den Städten mit einer guten Verkehrsanbindung an Berlin zunimmt. Das zeigt sich zum Beispiel an der Anzahl der Kaufverträge für Wohnbauland und Einfamilienhäuser in Rathenow. Auch bei den neuen Eigentumswohnungen konnten regionale Umsatzverschiebungen festgestellt werden. Während der Umsatz bei den Kaufverträgen mangels Angebot in Potsdam zurückgegangen ist, verzeichneten die Städte Brandenburg an der Havel und Cottbus deutliche Zuwächse um 78 beziehungsweise 156 Prozent.“
 
Umsatzplus von acht Prozent
Grundlage des 116-seitigen Grundstücksmarktberichtes sind Kaufverträge, die 2017 abgeschlossen und anschließend von den Notaren an die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte übermittelt wurden. Im vergangenen Jahr wurden im Land 35.312 Kaufverträge übermittelt. Diese dokumentieren einen Umsatz von rund 5,9 Milliarden Euro. Rund 36.000 Hektar Fläche wechselten den Besitzer. Die größte Veränderung im Vergleich zum Vorjahr war der Anstieg des Geldumsatzes um acht Prozent.
 
Kleinmachnow teurer als Potsdam
Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau kosteten im landesweiten Durchschnitt 110 Euro je Quadratmeter, was einen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent bedeutet. Spitzenreiter bei den Preisen ist die Gemeinde Kleinmachnow, wo durchschnittlich 527 Euro je Quadratmeter Bauland für ein Einfamilienhausgrundstück gezahlt wurden. In den ländlichen Regionen Brandenburgs sind Baugrundstücke teilweise noch für unter zehn Euro je Quadratmeter zu haben. Die höchsten Durchschnittspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser wurden ebenfalls in Kleinmachnow erzielt (800.000 Euro), gefolgt von Potsdam (595.000 Euro), Seddiner See (500.000 Euro) und Teltow (470.000 Euro). Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten als Neubauten im Jahr 2017 durchschnittlich 363.800 Euro im Land oder 2.673 Euro je Quadratmeter Wohnfläche (Vorjahr: 2.454).
 
Potsdam Spitze bei Eigentumswohnungen - aber Umland holt auf
Gut liefen wieder die Geschäfte auf dem Markt für Eigentumswohnungen mit insgesamt 4.587 Verträgen, was eine Zunahme um vier Prozent bedeutete. Die meisten Verkäufe wurden wie in den Vorjahren in Potsdam registriert (741), danach folgen Bernau (439) und Cottbus (242). Der durchschnittliche Wohnflächenpreis für Erstverkäufe von Eigentumswohnungen beträgt im Land 3.239 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Den Schwerpunkt bei den erstmalig verkauften Wohnungen bildet mit 289 abgeschlossenen Verträgen weiterhin die Landeshauptstadt Potsdam. Der Anteil Potsdams an allen Erstverkäufen im Land Brandenburg ging jedoch auf 20 Prozent zurück. Das zeigt: Eigentumswohnungen werden zunehmend in anderen Landesteilen nachgefragt. Der höchste durchschnittliche Wohnflächenpreis wurde mit 5.294 Euro je Quadratmeter Wohnfläche in der Gemeinde Wustermark erzielt.
 
Wochenendhäuser machen relevanten Marktanteil aus
Zehn Prozent aller Verkäufe von bebauten Grundstücken machen die Wochenendhäuser aus - ein damit nicht unbedeutender Teil des Immobilienmarktes. 74 Prozent der Verkäufe wurden im weiteren Metropolenraum getätigt zu einem durchschnittlichen Gesamtkaufpreis von 37.200 Euro. Im Berliner Umland wurde mit durchschnittlich 76.900 Euro das Doppelte investiert.
 
Preise für Ackerland uneinheitlich

Die Bodenpreise bei land- und forstwirtschaftlichen Flächen sind gegenüber dem Vorjahr wieder stärker angestiegen. Der Preis für Ackerland stieg im Landesdurchschnitt um 17 Prozent und liegt damit erstmalig über einen Euro je Quadratmeter. Das Preisniveau für Acker unterscheidet sich in den einzelnen Landesteilen dabei deutlich und weist ein starkes Nord-Süd-Gefälle auf. So beträgt der Durchschnittspreis für Acker im Landkreis Spree-Neiße 53 Cent je Quadratmeter, dagegen im Landkreis Uckermark 1,82 Euro je Quadratmeter.
 
Die Preise für Grünland und Forstflächen stiegen jeweils um zwölf Prozent. Der seit 2005 erkennbare Trend steigender Preise für Acker- und Grünland sowie forstwirtschaftlich genutzte Flächen setzte sich damit weiter fort. Aber auch hier lohnt es sich genauer hinzuschauen: So sind die Bodenrichtwerte für Acker in Teilbereichen der Uckermark gegenüber 2016 gesunken.
 
Hintergrund
Der Grundstücksmarktbericht wird gespeist aus den Daten der Gutachterausschüsse. Sie sind selbstständig und unabhängig und sie verfolgen keine wirtschaftlichen Interessen. Die Gutachter arbeiten weisungsfrei und erfüllen ihre Aufgaben ausschließlich nach objektiven Gesichtspunkten, mit Sachkunde und nach Recht und Gesetz. Das macht diesen Bericht zu einer neutralen und begehrten Informationsquelle für alle Akteure auf dem Immobilien- und Grundstücksmarkt. Die Mitglieder der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte werden vom Ministerium des Innern und für Kommunales für fünf Jahre bestellt. Sie kommen vorwiegend aus den Fachbereichen Immobilienbewertung, Architektur, Bau- und Immobilienwirtschaft, Bankwesen, Land- und Forstwirtschaft sowie Vermessungs- und Liegenschaftswesen. Mit Ausnahme des Vorsitzes sind die Mitglieder ehrenamtlich tätig.
 
Der Grundstücksmarktbericht 2017 für das Land Brandenburg ist für 45 Euro beim Kundenservice der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (Telefon: 0331 8844-123/-265, E-Mail: vertrieb@geobasis-bb.de) oder im Internetshop Geobroker (geobroker.geobasis-bb.de) unter der Rubrik Publikationen erhältlich.
 
Weitere Auszüge aus dem Landesgrundstücksmarktbericht sowie Informationen der einzelnen Gutachterausschüsse werden kostenfrei im Internet zur Verfügung gestellt unter www.gutachterausschuss-bb.de. Die Bodenrichtwerte sind im Internet unter www.boris-brandenburg.de verfügbar.

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