Willi-Frohwein-Platz nach dem Beteiligungsverfahren neugestaltet

Willi-Frohwein-Platz nach dem Beteiligungsverfahren neugestaltet

Noch ist einiges zu tun: Blick auf den neugestalteten Gedenkort Willi-Frohwein-Platz in Babelsberg. Foto: Elke Lange

Potsdam. Zwar sind noch Restarbeiten zur Begrünung, für Sitzauflagen und die künstlerische Gestaltung notwendig, trotzdem wurde der Willi-Frohwein-Platz in Babelsberg bereits zur Nutzung freigegeben. Das Areal, das einst namenlos war, wurde von Babelsbergern „Findling“ oder „Am Findling“ genannt. Im Dezember 2011 entschied die Stadtverordnetenversammlung, dass der Platz den Namen des Babelsberger Antifaschisten Willi Frohwein bekommen soll.
Der Platzgestaltung vorausgegangen war ein umfangreiches Beteiligungsverfahren. Ziel war die Aufwertung des Platzes und das Schaffen einer Grünfläche zum Aufenthalt und als Gedenkort. Die Entwürfe für die neue Platzgestaltung mit Gedenkstätte kamen vom Landschaftsarchitekturbüro Gehrke und der Künstlerin Susanne Ahner. Beteiligt waren außerdem Schülerinnen und Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums, die im Rahmen von Seminarkursen bei der Ideenentwicklung zur Gestaltung einer Website mitgewirkt haben. „Die Planung und Umsetzung ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie eine Freiflächengestaltung in einem Sanierungsgebiet in enger Abstimmung zwischen den Beteiligten, einer gut organisierten intensiven Beteiligung von Anwohnerinnen und Anwohner sowie Schülerinnen und Schülern in eine qualitativ hochwertige Grünanlage münden kann“, so der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, Bernd Rubelt. Die Neugestaltung wurde von Stadtkontor, Gesellschaft für behutsame Stadtentwicklung als Treuhänderischer Sanierungsträger koordiniert und im Auftrag der Landeshauptstadt Potsdam umgesetzt.
Ziel war es, einen angemessenen Gedenkort zu schaffen, der die unterschiedlichen funktionellen Ansprüche wie etwa Wegeverbindungen, Veranstaltungen, Aufenthalt und Grünfläche berücksichtigt. Für die Neugestaltung wurden vorhandene Wegebeziehungen aufgegriffen und zwei platzartige Situationen entlang der Kopernikusstraße geschaffen. Durch eine künstlerische Gestaltung wird Raum zum Aufenthalt und zum Gedenken geschaffen. QR-Codes führen zu einer Website, auf der Informationen über Willi Frohwein gegeben werden und Zitate im Original angehört werden können. Der Findling bleibt an seinem Standort und wurde in die Planung einbezogen.
Die Kosten für die Maßnahme liegen bei rund 570 000 Euro; finanziert über Städtebauförderung mit 80 Prozent von Bund und Land Brandenburg und 20 Prozent Eigenanteil der Landeshauptstadt Potsdam. Baubeginn war der 28. September 2020. Die BNB Beton- und Naturstein Babelsberg GmbH produzierte und lieferte die anthrazitfarbigen Betonblöcke, die sich auf dem Platz befinden.
Weitere Informationen zum Platz gibt es im Internet unter www.willi-frohwein-platz.de. Die Homepage wird derzeit von Susanne Ahner und in Zusammenarbeit mit dem Kurs Gesellschaftswissenschaften der 10. Klasse des Bertha von Suttner Gymnasiums aufgebaut. ela

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