Corona-Kulturhilfe wird verlängert

Corona-Kulturhilfe wird verlängert

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle hat am Freitag bekannt gegeben, dass die Corona-Kulturhilfe des Landes verlängert wird. Foto: Sabine Gottschalk

Kulturschaffende können ab sofort Förderanträge einreichen

Potsdam. Brandenburgs Kulturministerium wird durch die Pandemie in Not geratene Kulturschaffende weiter unterstützen. Die im April vergangenen Jahres gestartete Corona-Kulturhilfe werde fortgesetzt, kündigte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am Freitag an und stellte das Hilfsprogramm 2021 zur Kompensation von Einnahmeausfällen für Brandenburger Kultureinrichtungen vor. Bis Ende Juni stehn insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr wurden landesweit etwa 250 Kultur-Einrichtungen mit rund vier Millionen Euro aus Mitteln der Kulturhilfe unterstützt, darunter unter anderen auch das Sinfonieorchester Collegium musicum Potsdam und das Soziokulturzentrum Stechlin Institut. "Die Einschränkungen und Belastungen der Kultureinrichtungen im Land Brandenburg durch die Corona-Pandemie dauern noch immer an. Wir benötigen auch weiterhin verlässliche Unterstützungsinstrumente für die Kultur, für die in 30 Jahren gewachsene Kultur-Vielfalt in unserem Land. Deshalb setzen wir unsere 2020 eingeführte Corona-Kulturhilfe fort", so Schüle. Die Grundidee sei, dass das Land einspringe wenn Museen, Theater, Orchester oder Soziokultureinrichtungen wegen fehlender Einnahmen in Existenznot geraten. Kultur sei kein Luxus, sie sei lebensnotwendig, betonte die Ministerin. In der Krise, wo die Kultur so schmerzlich fehle, sei das besonders deutlich zu spüren.

Mit der Corona-Kulturhilfe und den Mikro-Stipendien will das Ministerium die vielfältige Kulturlandschaft Brandenburgs sichern und Solidarität in der Krise zeigen. "Unsere Museen, Galerien, Gedenkstätten, Kinos, Theater, Bibliotheken, Konzert- und Opernhäuser haben im vergangenen Jahr eindrucksvoll bewiesen, dass sie Kultur ohne Ansteckung ermöglichen können. Und sie belegen mit dem gemeinsam im Januar verabredeten "Brandenburger Weg" eindrucksvoll, dass Kultur für Solidarität, Optimismus und Mut steht", betonte die Ministerin.


Collegium musicum und Stechlin Institut: zwei, die durch die Förderung überlebt haben

Das Sinfonieorchester Collegium musicum Potsdam hat im vergangenen Jahr 16.150 Euro aus der Corona-Kulturhilfe erhalten. "Im vergangenen Jahr lief das Sinfonieorchester Collegium musicum Potsdam aufgrund des Wegbrechens von Ticketeinnahmen Gefahr, den Konzertbetrieb und damit auch einen zielgerichteten Probenbetrieb einstellen zu müssen", so Knut Andreas, Dirigent des Orchesters. Dank der Corona-Kulturhilfe sei es jedoch gelungen, dem entgegenzuwirken und unter den stark veränderten Voraussetzungen und eingegrenzten Möglichkeiten, die die Pandemie mit sich brachte, Konzerte in eingeschränkter Form für ein stark reduziertes Publikum zu ermöglichen. Dafür sei die Kompensation von Einnahmeausfällen durch das Kulturministerium die Schlüsselvoraussetzung gewesen.

Das Stechlin Institut hat im vergangenen Jahr 52.000 Euro aus der Corona-Kulturhilfe erhalten. "Das Stechlin-Institut wurde 2013 von Künstler*innen, Journalist*innen, Mediziner*innen mit dem Ziel gegründet, einen Ort im ländlichen Raum zu schaffen, an dem künstlerisches Denken und Handeln direkt auf ökologische Verantwortung und soziale Teilhabe bezogen werden"erläuterten die Geschäftsführer Romy und Stef Richter. Seit sieben Jahren bereichern sie die Kulturlandschaft des Brandenburger Nordens. Die Einschläge, die durch Corona verursacht wurden, seien jedoch in jeder Hinsicht existenzbedrohend. Denn die wichtige ehrenamtliche Arbeit sei fast ganz zum Erliegen gekommen und nur kurzfristig seien bescheidene Formate im Rahmen smarter Hygienekonzepte durchführbar gewesen.

Dank der Neustart-Förderprogramme des Bundes kann das Stechlin-Institut seit Oktober die Infrastruktur ertüchtigen. Die Corona-Kulturhilfe aus Landesmitteln habe das Überleben ermöglicht. Durch weitere Programmausfälle ist das Institut auch in diesem Jahr auf Unterstützung durch das Land angewiesen.


Anträge müssen bis 30. Juni gestellt werden

Die Corona-Hilfe für Kultureinrichtungen richtet sich an kommunale Kultureinrichtungen und gemeinnützige kulturelle Vereine sowie Stiftungen und Gesellschaften. Das Land stellt zusätzlich fünf Millionen Euro bereit, um Einnahmeausfälle bei öffentlichen und privaten gemeinnützigen Kultureinrichtungen und Kulturträgern auszugleichen. Ab sofort können sich Einrichtungen aus dem Land Brandenburg oder Einrichtungen, die ihr überwiegendes Tätigkeitsfeld in Brandenburg haben, bis zu 100 Prozent ihrer Einnahmeausfälle zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni dieses Jahres ersetzen lassen. Anträge können bis zum 30. Juni gestellt werden. Auch erhöhte Personal- und Sachausgaben, die durch pandemiebedingte Vorkehrungen für den Veranstaltungsbetrieb erforderlich werden, können berücksichtigt werden. Investitionen und Ausstattungsmaßnahmen sind über dieses Programm jedoch nicht förderfähig.  sg


Förderrichtlinie, Antragsformular und weitere Informationen gibt es auf mwfk.brandenburg.de

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