Online-Beteiligungsprozess zur Wasserstoffwirtschaft startet

Online-Beteiligungsprozess zur Wasserstoffwirtschaft startet

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach und seine Berliner Amtskollegin Ramona Pop wollen die Wasserstoffwirtschaft in der Hauptstadtregion fördern. Foto: Sabine Gottschalk

Gute Bedingungen zur Entwicklung CO2-freundlicher Energieversorgung

Potsdam/Berlin. Gemeinsam mit der Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (B'90/Grüne) startet Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) einen Online-Beteiligungsprozess zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in der Hauptstadtregion. Ziel dieses Beteiligungsprozesses ist es, den beiden Energieverwaltungen einen Überblick über den Bedarf an Wasserstoff sowie die Erzeugungskapazitäten zu geben und beides in Übereinstimmung zu bringen.

Brandenburg und Berlin haben die Chancen der länderübergreifenden Sektorenkopplung im Rahmen der Energiewende früh erkannt und unterstützt. Nun gilt es, dieses Potenzial zu nutzen. In einer breit angelegten Befragung in Berlin und Brandenburg sind Unternehmen, Verbände, Kommunen und weitere Akteure aufgerufen, ihren Bedarf oder ihr Angebot an Wasserstoff zu melden und ihr Interesse am Einstieg in die Wasserstofftechnik oder -nutzung zu benennen.

Ziel ist ein möglichst umfassender Überblick. "Grüner Wasserstoff kann zu einem wichtigen Baustein des Brandenburger und Berliner Energiesystems werden. Er ist klimafreundlich, speicherbar und über lange Strecken transportabel. Wenn wir die CO2-Minderungsziele erreichen wollen, dann müssen wir vor allem für die Mobilität und den Wärmebereich grüne Energie bereitstellen. Die Sektorkopplung ist zentral für den Erfolg der Energiewende", erklärten die Senatorin und der Minister zum Start der Online-Befragung. Der grüne Wasserstoff kann eine bedeutende Rolle als Grundlage für klimaneutrale Mobilität, Industrie und Wärmeversorgung spielen, sind sich die beiden Energieverwaltungen sicher. Kein Bundesland biete so gute Bedingungen zur Herstellung und zum Einsatz von grünem Wasserstoff wie die deutsche Hauptstadtregion.


ERneuerbarer Strom für grünen Wasserstoff

Grüner Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse, also, wenn man unter Nutzung von erneuerbarem Strom Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Das Verfahren ist technologisch ausgereift, sicher und marktreif, aber noch immer relativ teuer. Die beiden Ministerien erwarten, dass Bedarf und Angebot an Wasserstoff in den kommenden Jahren deutlich ansteigen wird. Beide Länder möchten darauf vorbereitet sein und den hiesigen Unternehmen einen Vorsprung verschaffen. Neben der Abschätzung von Nachfrage und Angebot stehen unter anderem folgende Fragen nach vorhandener und zukünftig benötigter Infrastruktur im Fokus der Online-Befragung. Geplante Aktivitäten und Projekte sind werden ebenso wie Hemmnisse und Hürden aus Sicht der Beteiligten abgefragt. Außerdem geht es um Verbesserungspotenziale und mögliche Unterstützung durch die Landespolitik für Unternehmen und Kommunen beim Einstieg oder beim Ausbau von Wasserstofftechnik.

Die Ergebnisse der Befragung sollen bis zum Sommer in einen Fahrplan zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft einfließen. Sie sind Teil der Gesamtstrategie des Landes Brandenburg sowie des Strategischen Gesamtrahmens für die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg. Das Wirtschaftsministerium hat für die landesweite Befragung ein Konsortium unter Leitung des Berliner Reiner Lemoine Instituts (RLI) beauftragt. Das RLI ist ein unabhängiges, gemeinnütziges Forschungsinstitut, das sich für eine Zukunft mit 100 Prozent erneuerbaren Energien einsetzt und seit mehr als zehn Jahren die Energie- und Verkehrswende mit Forschungs- und Auftragsprojekten begleitet. Weitere Partner im Konsortium sind die Leipziger DBI GUT GmbH, die mit ingenieurstechnischer Planungsleistung unterstützt, sowie die Localiser RLI GmbH, die eine Software zur Visualisierung und Planung der Wasserstoffstandorte in der Energieregion Brandenburg/Berlin entwickelt.  red/sg


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