Die Seuche und Sorgen

Die Seuche und Sorgen

Die Zahl der bestätigten ASP-Fälle lag am Mittwoch im Land Brandenburg bei 527. Foto: Pixabay / Andreas Lischka

Im Austausch mit Schweinehaltern

Potsdam.

„Seit Beginn der Seuche stehen wir im engen Kontakt mit den schweinehaltenden Betrieben im Land, um unter anderem Lösungen für den zwischenzeitlichen Schlachtstau zu finden“, so Silvia Bender vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz. Silvia Bender und die Leiterin des Krisenstabs zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP), Verbraucherstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz haben sich am Dienstag in einem länderübergreifenden Dialog mit den Mitgliedern aus den Interessengemeinschaften der Schweinehalter Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen zur Situation in den von der ASP betroffenen Gebieten sowie den Fach­ebenen ausgetauscht. Bei der digitalen Konferenz zeigten die Staatssekretärinnen Verständnis für die schwierige Lage der Branche.
Zwischen den betroffenen Ländern gibt es einen regelmäßigen Austausch auf Staatssekretärsebene um Fortschritte und Maßnahmen im Kampf gegen die ASP abzustimmen, weshalb an dem Gespräch auch die Fachebenen aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen beteiligt waren. Im Ergebnis heißt es: Die Errichtung eines festen Zaunes entlang der brandenburgisch-polnischen Grenze gehe weiter gut voran. Von insgesamt rund 250 Kilometern sind etwa 150 Kilometer fertiggestellt. Im Süden des Landes, wo der Infektionsdruck aus Polen am stärksten ist, gibt es seit Mitte Dezember einen geschlossenen Zaun zwischen Frankfurt (Oder) und der sächsischen Grenze. Beim Bau müssen immer wieder Schwierigkeiten überwunden werden wie munitionsbelastete Flächen, Überschwemmungsgebiete oder Deichaufweichungen. Die erste Weiße Zone um Neuzelle ist mit einem doppelten festen Zaun umschlossen, dort hat die Entnahme der Wildschweine begonnen. Um das zweite Kerngebiet im Landkreis Märkisch-Oderland ist der äußere Ring der Weißen Zone geschlossen, im dritten und größten Kerngebiet im Landkreis Oder-Spree werden beide Ringe derzeit gebaut.
Von landesweit geplanten rund 600 festen Zaunkilometern seien etwa 340 Kilometer fertiggestellt, heißt es. Die Grenzländer, insbesondere Brandenburg, tragen die Hauptlast bei der Eindämmung der ASP in Deutschland mit dem Ziel, die weitere Ausbreitung der Seuche nach Westen zu verhindern.
Durch die am Mittwoch bestätigte Afrikanische Schweinepest (ASP) bei zwei Wildschweinkadavern außerhalb des Kerngebietes im Landkreis Märkisch-Oderland sieht der Landesbauernverband Brandenburg (LBV) seine Forderung nach einer zügigen festen Einzäunung des Kerngebietes bestätigt. „Wir fordern bereits seit Wochen, dass der schwarzwildsicheren Einzäunung der ASP-Kerngebiete oberste Priorität einzuräumen ist. Mobile Zäune, die nicht regelmäßig auf ihre Funktion hin überprüft und gewartet werden, bieten keinen ausreichenden, dauerhaften Schutz. Dafür haben wir jetzt den traurigen Beweis“, erklärt LBV-Präsident Henrik Wendorff. ela

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