Zehn Kandidaten zur Auswahl

Zehn Kandidaten zur Auswahl

Plakat zur Jubiläums-Aktion „Vogel des Jahres“: Neben der Amsel stehen neun weitere Kandidaten zur Auswahl. Foto: NABU/Christoph Bosch

Heiße Phase bei der Wahl zum „Vogel des Jahres“

Potsdam.

In diesem Jahr ist alles anders. Die erste öffentliche Wahl zum „Vogel des Jahres 2021“ vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) geht in die heiße Phase: Seit dem 18. Januar können alle Naturfreunde in Deutschland bestimmen, welcher der folgenden zehn nominierten Vögel das Rennen macht: Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel, Feldlerche, Goldregenpfeifer, Blaumeise, Eisvogel, Haussperling, Kiebitz oder Rauchschwalbe. Im Internet unter www.vogeldesjahres.de können alle ihrem Favoriten bis zum 19. März ihre Stimme geben. Alle Top-Ten-Kandidaten haben eigene Wahlprogramme und -forderungen, um für den Schutz ihrer Art zu werben. Wer die meisten Stimmen bekommt, wird kurz vor Frühlingsanfang zum „Vogel des Jahres 2021“ gekürt.  
Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer erklärt: „Wir erwarten einen spannenden und harten Wahlkampf. Wie sich in der Vorwahl gezeigt hat, scheint das Land gespalten zu sein. Den einen liegen eher seltene und gefährdete Arten wie Goldregenpfeifer oder Kiebitz am Herzen, den anderen wohlbekannte Vögel wie Blaumeise oder Stadttaube. Je mehr Menschen sich an der Wahl beteiligen, desto mehr rückt unsere heimische Vogelwelt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit - mit all ihrer Faszination, aber auch mit ihrer Gefährdung.“

Vorwahl: Die Top Ten stehen fest
Die nun zur Wahl stehenden zehn Vogelarten sind aus der Vorwahlphase zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember hervorgegangen. Fast 130.000 Menschen wählten diese aus 307 heimischen Brutvogelarten und den wichtigsten Gastvogelarten aus. Mehr als 2.500 Wahlkampfteams hatten sich zusammengetan und deutschlandweit vor allem im Internet für ihre Kandidaten geworben.

Ablauf in zwei Phasen
Unter den Nominierten finden sich fünf ungefährdete und vier gefährdete Arten sowie eine Art in der Vorwarnkategorie der Roten Liste. Erwartungsgemäß machen die Hälfte bekannte und beliebte Garten- und Siedlungsvögel aus. Aber auch stark bedrohte Agrarvögel wie Kiebitz und Feldlerche haben es in die Auswahl geschafft. Der seltene, aber aktuell nicht bedrohte Eisvogel und der als Brutvogel kürzlich aus Deutschland verschwundene Goldregenpfeifer komplettieren die Auswahl. Die Rauchschwalbe repräsentiert die weit reisenden Zugvögel, die mit besonders starken Bestandsrückgängen zu kämpfen haben. Sieben Finalisten waren bereits einmal - im Fall von Feldlerche und Eisvogel sogar schon zweimal - Vogel des Jahres. Chancen auf ihren ersten Titel haben Stadttaube, Amsel und Blaumeise.
Auch in der anstehenden heißen Hauptwahl-Phase können sich wieder Wahlkampfteams bilden. Die drei Teams, die in Vor- und Hauptwahl die meisten Stimmen gesammelt haben, werden prämiert.
Der „Vogel des Jahres“ wurde seit 1971 durch ein Gremium aus Vertretern von Nabu und LBV gekürt. Zum 50. Jubiläum der Aktion können nun erstmals alle Naturfreunde in Deutschland die Wahl selbst in die Hand nehmen.

Vogelschutz kann jeder
Natur- und Vogelschutz fängt übrigens bereits vor der eigenen Haustür an. Gartenbesitzer sollten ihr kleines Reich vogelfreundlich gestalten, damit es als „Mini-Naturschutzgebiet“zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen kann. Möglichst viele heimische Laubgehölze und der Verzicht auf Umweltgifte sind dabei die wichtigsten ersten Schritte. Umfangreiche Tipps gibt es beim Nabu im Internet unter www.nabu.de/vogelgarten.
Bei den menschgemachten Todesursachen von Vögeln stehen Glasscheiben und Hauskatzen mit jährlich vielen Millionen Opfern ganz oben. Um diese tragischen Unfälle zu vermeiden, sollten die jeweiligen Tipps des Nabu beachtet werden. Katzen sollten kastriert werden, damit sie nicht für Nachschub für verwilderte Katzenbestände sorgen können, und sollten zu den kritischen Zeiten im Haus gehalten werden. Gefährliche Glasfronten können mit besonderen Mustern beklebt werden, um das Problem zu entschärfen, heißt es weiter beim Nabu. ela

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