Corona: Nur noch wenige Impftermine frei

Corona: Nur noch wenige Impftermine frei

Fast alle Impftermine in den Brandenburger Impfzentren sind zurzeit vergeben. Das Land wartet dringend auf größere Impfstofflieferungen. Foto: Dorothee Schenk | Pixabay

Impfstofflieferung läuft zögerlich an

Potsdam. Im Land Brandenburg konnten Anfang der Woche über die Rufnummer 116 117 täglich nur noch wenige neue Termine für eine Corona-Schutzimpfung in einem Impfzentrum vergeben werden. Das hat das Gesundheitsministerium am Montag mitgeteilt. Als Grund wurde die geringe Menge der zu Verfügung stehenden Impfstoffdosen genannt. Gleichzeitig finden aber immer mehr Impfungen durch mobile Teams in stationären Pflegeeinrichtungen statt.

Nach dem Beschluss der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder vom 5. Januar soll bis spätestens Mitte Februar allen Bewohnerinnen und Bewohnern von stationären Pflegeeinrichtungen ein Impfangebot gemacht werden. Zugleich werden in Krankenhäusern Beschäftigte geimpft."Ich kann den Ärger vieler älterer Brandenburgerinnen und Brandenburger gut verstehen, die in der ersten Woche bei der Rufnummer 116 117 kaum oder gar nicht durchkamen und stundenlang vergeblich versucht haben, den ersehnten Impftermin zu bekommen. Wir arbeiten gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg mit Hochdruck daran, die Erreichbarkeit zu verbessern", so Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (B'90/Grüne). Die Situation verbessere sich aber zusehends. "Wir bauen die Impfkapazitäten im Land Brandenburg Schritt für Schritt aus. Das Tempo geben aber die Impfstofflieferungen vor. In dieser Anfangsphase ist es sehr wichtig, dass die Impfstofflieferungen mit dem Ausbau der Impfkapazitäten Schritt halten", so Nonnemacher weiter.


Die stationären Pflegeeinrichtungen kommen zuerst an die Reihe

Die Impfungen in stationären Pflegeeinrichtungen haben Priorität. Allen rund 25.000 Bewohnerinnen und Bewohnern von Senioren- und Altenpflegeheimen bis Mitte Februar ein Impfangebot zu machen, sei ein wichtiges und zugleich ehrgeiziges Ziel. Für diese Personengruppe müssen die Impfstoffe jetzt sicher eingeplant werden, sagte die Ministerin. Grundsätzlich sei es derzeit nur möglich, für die jeweils nächsten 21 Tage Termine zu vergeben, unterstrich auch der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), Holger Rostek. Die ersten drei Impfzentren Potsdam, Cottbus und Schönefeld seien für die kommenden drei Wochen nahezu ausgebucht. Auch für die nächsten Impfzentren in Elsterwerda, Frankfurt (Oder), Oranienburg, Brandenburg an der Havel, Eberswalde und Prenzlau können zurzeit nur eine begrenzte Anzahl Termine vergeben werden.
In der vergangenen Woche haben über die Call Center 16.146 Bürgerinnen und Bürger ihre Erst- und Zweittermine erhalten, insgesamt seien über 32.000 Termine vereinbart worden.

Das Land Brandenburg hat bisher insgesamt 58.500 Impfstoffdosen von BioNTech und Pfizer tatsächlich erhalten. Bis zum 16. Februar sollen es laut Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) insgesamt 156.000 Impfstoffdosen von BioNTech und Pfizer sein. Die ersten 2.400 Impfstoffdosen von Moderna soll Brandenburg am 12. Januar bekommen. Laut BMG-Ankündigung sollen es bis Mitte Februar insgesamt 12.000 Moderna-Dosen sein.


Bis Mitte Februar etwa 84.000 Menschen in Brandenburg geimpft

Da für den vollen Impfschutz zwei Impfungen notwendig sind, können in Brandenburg bis Mitte Februar voraussichtlich 84.000 Personen geimpft werden. Da in dieser Anfangsphase nur begrenzte Impfstoffmengen zur Verfügung stehen, können nicht alle Brandenburgerinnen und Brandenburger, die das wünschen, sofort geimpft werden. Vorrang haben zunächst besonders gefährdete Menschen.

Die Reihenfolge der Impfungen ist in der Coronavirus-Impfverordnung des Bundes festgelegt. Danach werden zuerst die über 80-Jährigen sowie Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder dort tätig sind, Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen, die einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, geimpft. In Brandenburg zählen zu diesen Personengruppen der höchsten Priorität insgesamt rund 280.000 Personen.

Impfungen werden in Brandenburg auf drei Wegen angeboten: In Krankenhäusern wird das dortige Personal geimpft. Mobile Impfteams impfen in stationären Pflegeeinrichtungen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegepersonal. In Impfzentren werden über 80-Jährige sowie alle anderen impfberechtigten Personen nach Terminvergabe geimpft. Seit dem Start der telefonischen Terminvergabe am 4. Januar wurden bereits an über 16.000 Personen Erst- und Zweittermine für Impfungen in einem der drei Impfzentren Potsdam, Cottbus und Schönefeld vergeben. Mittlerweile werden auch Mitarbeiter in 74 Krankenhäusern und Rehakliniken geimpft. Nach aktuellem Planungsstand sollen bis Ende Februar in diesem Bereich rund 30.000 Beschäftigte die erste und zweite Schutzimpfung erhalten.


Bislang keine Impfung zuhause möglich

Seit Montag sind 23 mobile Impfteams im Land im Einsatz, Anfang Februar sollen es 33 sein. Von den insgesamt 345 stationären Pflegeeinrichtungen haben bis Montag schon 228 Einrichtungen Termine für die erste und zweite Impfung gebucht. Bis zum 28. Januar sind so 42.500 Impfungen für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegekräfte als Erst- und Zweitimpfung geplant. Bis Mitte Februar sollen alle Bewohnerinnen und Bewohnern von stationären Pflegeeinrichtungen ein Impfangebot erhalten haben.

Pflegebedürftige Menschen über 80 können aufgrund der Eigenschaften der bisher zugelassenen Impfstoffe noch nicht zu Hause geimpft werden. Die Projektbeteiligten arbeiten gemeinsam an einem Konzept, um dies zu ermöglichen. Da zu Beginn nur begrenzte Impfstoffmengen zur Verfügung stehen, werden auf Grundlage der Coronavirus-Impfverordnung des Bundes zuerst nur Personen im Alter von 80 Jahren und älter, Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie das dortige Personal und Personal in der ambulanten Altenpflege, in medizinischen Einrichtungen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko wie beispielsweise bei Rettungsdiensten, in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von Covid-19-Patienten, in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung sowie in den Corona-Impfzentren geimpft. Personal, das in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen pflegt, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin, wird bei der Impfung ebenfalls vorgezogen.  red/sg


Termine für eine Covid-19 Impfung in einem Impfzentrum werden in Brandenburg unter der Rufnummer 116 117 vergeben - aktuell aber nur für die genannten priorisierten Personengruppen über 80 Jahre sowie aus dem Pflege- und Notdienstbereich.

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