Sorgen im Advent

Sorgen im Advent

Einsamkeit und das Gefühl der Isolation belasten. Menschen fühlen sich alleingelassen. Im Schutz der Anonymität treffen Hilfesuchende bei der Telefonseelsorge oder dem Kinder- und Jugendtelefon auf offene Ohren. Foto: Free-Photos / Pixabay

Die Telefonseelsorge ist 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr für alle erreichbar

Potsdam.

Gerade dann, wenn uns Sorgen plagen, sind Gespräche sinnvoll. Menschen in Krisen brauchen jemanden, der zuhört.
„Die Ratsuchenden haben viele Themen, die sie gerne in einem Gespräch äußern möchten, denn Probleme und Krisen können uns in jeder Lebensphase treffen. Probleme mit der Partnerin oder dem Partner, Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz, Arbeitsplatzverlust, Sucht, Krankheit, Einsamkeit, Sinnkrisen, spirituelle Fragen oder Suizidalität; solche Ereignisse und Verletzungen bringen uns Menschen oft an unsere Grenzen und dann kann ein Gespräch helfen, die Gedanken zu sortieren, neue Wege zu erkennen oder es ermöglicht, sich die Sorgen einfach mal von der Seele zu reden. Dafür ist die Telefonseelsorge da“, so Beate Müller von der Telefonseelsorge Potsdam. Seit 16 Jahren ist sie hier bereits tätig.
Die Telefonseelsorge ist für jeden da, für alte und junge Menschen, Berufstätige, Hausfrauen, Auszubildende oder Rentner, für Menschen jeder Glaubensgemeinschaft und selbstverständlich auch für Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit.

Ein Mensch, der spürt, wie es dem Anrufer geht
Rund 20.000 Gespräche werden jedes Jahr von Potsdam aus geführt, kostenfrei und rund um die Uhr. Denn Sorgen wiegen schwer und sie richten sich nicht nach Tages- oder Öffnungszeiten. Corona und Probleme, die damit in Zusammenhang stehen, machen dabei derzeit etwa 50 Prozent der Gesprächsinhalte aus. Dafür haben Ehrenamtliche auch mitten in der Nacht ein offenes Ohr. Die Mitarbeiter in Potsdam im Alter von 20 bis 80 Jahren sind sich ihrer verantwortungsvollen Aufgabe bewusst und nehmen jeden Anruf ernst – egal, ob um acht Uhr morgens oder um Mitternacht.
Dabei handelt es sich bei den entgegengenommenen Anrufen nur „um die Spitze des Eisbergs“, so Beate Müller. Die Anzahl der Anrufversuche liegt um ein Vielfaches höher.
Die Telefonleitungen sind oft belegt. Denn manchmal dauert ein Gespräch nur zwanzig oder dreißig Minuten, machmal bei schwerwiegenden Pro­blemen aber auch bis zu 60 Minuten oder mehr, erklärt Beate Müller weiter. Die Ehrenamtlichen nehmen sich die Zeit, die dafür notwendig ist.
In der Adventszeit werden vielfach Wunschzettel geschrieben. Was steht bei Beate Müller aus beruflicher Sicht auf dem Zettel? Menschen leben von Emotionen und Kontakten. Von daher wünscht und em­pfiehlt sie, sich mehr Aufmerksamkeit untereinander zu schenken und nicht nur den Blick auf die eigene Person zu richten. Den Anderen im Blick haben und somit der emotionalen Gesundheit eine Chance geben. ela

Die Telefonseelsorge in Brandenburg arbeitet an drei Standorten in Potsdam, Cottbus und Frankfurt Oder. Die gebührenfreie Rufnummer lautet 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 oder per E-Mail unter www.telefonseelsorge.de. Das Kinder- und Jugendtelefon ist unter der Rufnummer 116 111 erreichbar oder per E-Mail unter www.nummergegenkummer.de.

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