Frauenquote in Vorständen kommt

Frauenquote in Vorständen kommt

Familienministerin Franziska Giffey hat gemeinsam mit Justizministerin Christine Lambrecht für verpflichtende Vorgaben zu einem größeren Frauenanteil in Vorständen gekämpft. Foto: Sabine Gottschalk

Einigung beim Führungspositionen-Gesetz

Berlin/Potsdam.  Penetranz schafft Akzeptanz - und hat sich nun auch auf den Frauenanteil in Vorständen ausgewirkt. Die vom Koalitionsausschuss eingesetzte Arbeitsgruppe hat sich am Freitagabend auf wesentliche Punkte des Zweiten Führungspositionen-Gesetzes geeinigt. Demnach soll es erstmals verbindliche Vorgaben für mehr Frauen in Vorständen geben. In Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern muss künftig ein Mitglied eine Frau sein. Für die Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes wurde eine Aufsichtsratsquote von mindestens 30 Prozent und eine Mindestbeteiligung in Vorständen vereinbart.

Bei den Körperschaften des öffentlichen Rechts wie den Krankenkassen und bei den Renten- und Unfallversicherungsträgern sowie bei der Bundesagentur für Arbeit soll ebenfalls eine Mindestbeteiligung eingeführt werden. Dieses Ergebnis wird in der nächsten Woche den Koalitionsspitzen zur abschließenden Entscheidung vorgelegt. Unmittelbar danach wird die Ressortabstimmung und die Länder- und Verbändebeteiligung eingeleitet. Der Kabinettsbeschluss könne dann zeitnah erfolgen, hieß es am Abend aus dem Bundesfamilien- und dem Bundesjustizministerium.

"Die Vorstandsquote wird kommen. Das haben wir zusammen mit vielen engagierten Frauen aus der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur erreicht. Und zwar mit Beharrlichkeit und viel Überzeugungskraft", erklärte Familienministerin Franziska Giffey (SPD) in Berlin. Den Durchbruch bezeichnete Giffey als historisch. "Wir machen Schluss mit frauenfreien Vorstandsetagen in den großen Unternehmen. Wir setzen ein Zeichen für eine zukunftsfähige, moderne Gesellschaft. Wir schöpfen alle Potentiale unseres Landes aus, damit die Besten in gemischten Teams erfolgreicher sein können", so die Ministerin weiter.

"Frauen tragen mit hoher Qualifikation und Leistung zum Unternehmenserfolg bei. Franziska Giffey und ich haben lange dafür gekämpft, dass sich das auch endlich angemessen in den Führungsebenen der Unternehmen abbildet", betonte aus Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (ebenfalls SPD). Mit der Mindestbeteiligung von Frauen in Vorständen würden qualifizierten und motivierten Frauen die Möglichkeiten gegeben, die sie verdienen. Das sei ein großer Erfolg für die Frauen in Deutschland und biete gleichzeitig eine große Chance sowohl für die Gesellschaft als auch für die Unternehmen, so Lambrecht.  sg 

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