Zu jeder Jahreszeit schön: Karl Foersters Garten in Potsdam-Bornim

Zu jeder Jahreszeit schön: Karl Foersters Garten in Potsdam-Bornim

In Karl Foersters Garten wird ganz nach dem Motto des berühmten Staudengärtners "durchgeblüht". Das Gartendenkmal ist wie auch der garten auf der Freundschaftsinsel ganzjährig einen Besuch wert. Fotos (2): Sabine Gottschalk

Berühmter Potsdamer Staudenzüchter vor 50 Jahren gestorben

Autorin Irmela Körner im Jahr 2016 bei der Vorstellung ihres Buches über Karl Foerster im denkmalgeschützen Garten in Bornim.

Potsdam. Am 27. November vor 50 Jahren ist der berühmte Potsdamer Staudengärtner und Ehrenbürger der Stadt, Karl Foerster, gestorben. Sein Gartenparadies in Bornim hat nach seinem Tod jedoch immer weiter gelebt. Das ist zu einem großen Teil seiner Tochter Marianne zu verdanken, die zwar nach Belgien emigriert ist, um dort als Gartenarchitektin zu arbeiten, später aber ihre Mutter Eva Foerster bis 1996 in Potsdam gepflegt hat und sich danach bis zu ihrem eigenen Tod um Haus und Garten gekümmert hat. Mittlerweile werden Haus und Garten von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz betreut.

Karl Foerster wurde mit seinen Staudenzüchtungen weltbekannt. Geboren 1874 in Berlin, lernte er sein Handwerk in der Schlossgärtnerei in Schwerin und in der Königlichen Gärtnerlehranstalt am Wildpark bei Potsdam. 1903 gründete er seine erste eigene Staudengärtnerei im heutigen Berlin-Westend, damals noch eine Villenkolonie vor den Toren der eigenständigen Stadt Charlottenburg. Doch schon 1910 war das gepachtete Grundstück zu klein und Foerster entschied sich für ein etwa 5.000 Quadratmeter großes Stück Ackerland in Bornim bei Potsdam. Dort entstanden als Haus- und Schaugarten der bis heute erhaltene Senkgarten mit Teich, ein Steingarten, ein Herbstbeet und ein Frühlingsweg. In den 1930er Jahren wurde der Garten von Foersters Mitarbeiter, dem weit über Potsdam hinaus bekannten Landschaftsarchitekten Hermann Mattern, umgestaltet.


Karl Foersters Staudenzüchtungen sind bis heute gefragt

Bereits 1932 brachte Foerster seine ersten Phlox-Sorten in den Handel. Bekannt ist er bis heute unter Gartenliebhabern jedoch in erster Linie für seine Rittersporn-Züchtungen. Sein Werk umfasst 370 Kreationen, darunter auch zahlreiche neue Sorten von Astern und Gräsern. Karl Foerster selbst nannte seinen Schaugarten, in dem er winterharte Stauden, Gräser, Farne und Zwerggehölze zu einem ganzjährigen Gartenerlebnis vereinigt hatte, "Garten der sieben Jahreszeiten". Bereits 1981 wurde der Garten unter Denkmalschutz gestellt. 2010 hat Foersters Tochter Marianne Haus und Garten der treuhänderischen Marianne-Foerster-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vermacht, die sich nun um den dauerhaften Erhalt kümmert.

Die Stiftung hat das Wohnhaus der Familie Foerster, in dem sich auch das Büro Karl Foersters mit zahlreichen Büchern befindet, in den vergangenen Jahren saniert und die Fassade, in die in der Zwischenzeit großflächige Fenster zum Senkgarten eingebaut worden waren, in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Der Garten ist ganzjährig - auch in Pandemiezeiten - immer einen Besuch wert und gilt unter Kennern als Ort der Entschleunigung und Entspannung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat in ihrem Verlag Monumente Editionen im Jahr 2016 einen Rückblick auf Karl Foersters Leben veröffentlicht. Autorin Irmela Körner hat dazu Freunde und Weggefährten des Staudenzüchters interviewt und Zitate gesammelt. Karl Foerster selbst hat ebenfalls zahlreiche Gartentexte geschrieben, die auch nach seinem Tod noch von seiner Frau veröffentlicht wurden und als Lizenzausgaben das Andenken an den Potsdamer Staudenzüchter auch in der Bundesrepublik aufrecht erhielten.  sg


Irmela Körner/Hans Bach, Karl Foerster - Der Stauden-Schöpfer, Monumente Publikationen Bonn 2016, 176 Seiten, 201 meist farbige Fotos, 39,50 Euro, ISBN: 978-3-86795-084-8.

Der Foerster-Garten liegt Am Raubfang 7 in 14469 Potsdam. Er ist täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dämmerung, also von Oktober bis März bis ca. 17 Uhr, von April bis September bis ca. 21 Uhr geöffnet. Das Haus ist nicht für Besucher zugänglich. Der Eintritt ist frei, die Stiftung freut sich über Spenden.

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