ASP: Mehr als 100 Fälle in drei Landkreisen

ASP: Mehr als 100 Fälle in drei Landkreisen

Arme Schweine: In den Kerngebieten rund um die Fundorte von an Afrikanischer Schweinepest verendeten Tieren, werden alle Wildschweine erlegt. Foto: Pixabay

Wildschweine im "Kerngebiet" werden nach dem Aufbau von zwei festen Zaunreihen erlegt

Potsdam.  Alle notwendigen Maßnahmen im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) werden in Brandenburg weiter konsequent umgesetzt, betonte Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (B'90/Grüne) am Mittwoch in Potsdam. Die Einzäunung der sogenannten "Weißen Zone" sowie der Bau fester Zäune entlang Oder und Neiße komme gut voran. Auch die Fallwildsuche werde in allen betroffenen Regionen unvermindert fortgesetzt.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat als Nationales Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest am Mittwoch bei neun weiteren Wildschweinen den amtlichen ASP-Verdacht bestätigt. Diese Fälle stammen alle aus den Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße. Damit gibt es jetzt insgesamt 103 bestätigte ASP-Fälle beim Schwarzwild in Brandenburg. 48 Tage nach dem ersten amtlich festgestellten ASP-Ausbruch ist nun die 100er-Marke überschritten.

"Den Anstieg der positiven Fälle haben wir erwartet. Die gute Nachricht: Bislang konzentrieren sich die Fundorte aller positiven Fälle auf zwei eingezäunte Kerngebiete. Uns ist es damit bisher erfolgreich gelungen, die Tierseuche auf ein begrenztes Gebiet nahe der polnischen Grenze einzugrenzen", so Nonnemacher. Für eine Entwarnung sei es aber noch viel zu früh. Brandenburg werde weiter alle notwendigen Bekämpfungs- und Früherkennungsmaßnahmen entschlossen umsetzen. "Die Fallwildsuche und Beprobung im gesamten Land bleibt die zentrale Maßnahme zur Feststellung des tatsächlichen Seuchengeschehens. Parallel zum Bau der festen Zäune und zur Fallwildsuche wird jetzt ein Masterplan mit Maßnahmen zur Tilgung der Tierseuche erarbeitet", erklärte die Ministerin.

Nach der EU-Richtlinie für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest muss innerhalb von 90 Tagen nach dem ersten bestätigten ASP-Fall bei Wildschweinen ein schriftlicher Plan mit Maßnahmen zur Tilgung der Seuche der Europäischen Kommission vorgelegt werden. Der sogenannte Tilgungsplan muss die langfristigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Tierseuche in dem ausgewiesenen gefährdeten Gebiet und einer sich daran anschließenden Pufferzone enthalten.

Um die Ausbreitung der ASP ins Landesinnere zu verhindern, wird eine sogenannte "weiße Zone" zunächst um das erste Kerngebiet eingerichtet. Diese Zone ist ein circa fünf Kilometer breiten Streifen, der das Kerngebiet wie ein Halbkreis auf dem Gebiet der Landkreise Oder-Spree (LOS) und Spree-Neiße (SPN) umschließt. Der Streifen wird mit einem äußeren und einem inneren festen Zaun gesichert. Der Bau des äußeren Zauns hat vor drei Wochen begonnen. Der äußere Ring in LOS mit einer Länge von rund 22 Kilometern ist bis auf Durchlässe an Straßen fertiggestellt. In SPN sind von circa 33 Kilometern die ersten rund zehn Kilometer Zaun gezogen. Für den inneren Ring mit etwa 40 Kilometern Länge wurde begonnen, Pfähle zu setzen. Nach der Fertigstellung der äußeren und inneren Zaunreihen wird mit der Entnahme der Wildschweinpopulation aus der weißen Zone begonnen.

Der erste ASP-Ausbruch beim Schwarzwild ist in Brandenburg am 10. September amtlich festgestellt worden. Im Zuge der intensiven Fallwildsuche wurden am 18./19. September im Hotspot Dorchetal (Oder-Spree) vier Skelette gefunden, die nach epidemiologischen Untersuchungen bereits etwa acht bis zehn Wochen am Fundort gelegen haben. Damit muss der Seucheneinschleppungszeitpunkt nach bisherigen Erkenntnissen in der ersten Juli-Hälfte angenommen werden. Für das zweite Kerngebiet im Landkreis Märkisch-Oderland sind die epidemiologischen Untersuchungen noch nicht abgeschlossen.  Die meisten bislang bekannten Fälle gibt es mit 83 im Landkreis Oder-Spree. Im Spree-Neiße Kreis sind 13 Fälle bekannt und in Märkisch-Oderland weitere sieben.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Allgemeinerkrankung der Haus- und Wildschweine, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge oder Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich. red/sg

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