Strenge Corona-Kontrollen angekündigt

Im Zuge der Kontrollen in Gastronomiebetrieben wurden in den vergangenen Wochen mitunter die Eingriffsbefugnisse der Ordnungsbehörden der Landeshauptstadt Potsdam hinterfragt. Foto: Pixabay / planet_fox

Potsdam. „Die SARS-CoV-2-Umgangsverordnung legt den Gastronomen nicht unerhebliche Pflichten auf. Dessen sind wir uns durchaus bewusst und haben auch Verständnis für die Situation der Gastronomen“, so Brigitte Meier, Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit. Sie hat am Mittwoch gemeinsam mit Olaf Lücke, dem Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg e.V., über die aktuelle Situation der Gastronomen und über die Kontrollen durch das Ordnungsamt informiert. „Das Ziel des Verordnungsgebers ist es aber, Ausbrüche des Coronavirus in gastronomischen Betrieben zu verhindern beziehungsweise im Fall von Ausbruchsgeschehen, deren Nachverfolgung sicherzustellen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Dies muss auch unser aller Ziel sein. Es gilt, die erneute Schließung der Gastronomie zu verhindern. Dies gelingt uns aber nur, wenn wir es schaffen, das Infektionsgeschehen niedrig zu halten und Ausbruchsgeschehen gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu sollten alle gemeinsam an einem Strang ziehen“, appelliert die Beigeordnete. „Die Einhaltung und Umsetzung der Maßnahmen in den Gaststätten liegt in der Verantwortung des jeweiligen Gastronomen, so auch das Erheben der Kontaktdaten der Gäste, welche das Restaurant besuchen. Bei Nichteinhaltung der Pflichten drohen Bußgelder“, so Meier weiter. Das Ordnungsamt der Landeshauptstadt hat seit Mitte Juni stadtweit 1828 Kontrollen in Gastronomiebetrieben durchgeführt. Zwei Drittel der Ressourcen des Außendienstes werden aktuell für Corona-Kontrollen aufgewendet. Festgestellt wurden 580 Verstöße. Kontrolliert wird vor allem, ob die Abstände zwischen den Stühlen und Tischen eingehalten werden und ob Gästelisten geführt werden, damit das Gesundheitsamt bei einem positiven Coronafall Kontakt zu weiteren Gästen aufnehmen kann. Neben Routinekontrollen gehen die Außendienstmitarbeiter auch Hinweisen von Gästen nach. Dabei wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass Tische zu dicht stehen oder dass sich Besucher nicht in Listen eintragen mussten. „Das zeigt, dass auch bei den Gästen der Wunsch besteht, dass sich alle an die geltenden Regeln halten“, so Meier.
Olaf Lücke, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg e.V. (DEHOGA) ergänzt: „Die Potsdamer Gastronomie und Hotellerie wird nur durch diesen Winter kommen, wenn sich alle Unternehmer und Gäste an die Hygiene- und Abstandsregeln halten. Und jede Verordnung muss auch kontrolliert werden, sonst verliert sie ihren Sinn. Dass wir als Dehoga nicht alles unwidersprochen mittragen, zeigt, dass wir uns gegen das Beherbergungsverbot zur Wehr setzen“, so Olaf Lücke. ela

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