Kleingärten am Angergrund und am Horstweg sollen dauerhaft gesichert werden

Kleingärten am Angergrund und am Horstweg sollen dauerhaft gesichert werden

Die Stadtverwaltung setzt sich für den dauerhaften Erhalt der Kleingartensparten ein, die ein Investor gekauft hat, um dort Wohnungen zu errichten. Symbolbild: Pixabay

Investor plant 300 bis 400 Wohnungen auf dem bereits geräumten Gelände in Babelsberg-Süd

Potsdam. Die Landeshauptstadt will einen Teil der Kleingartenanlage Angergrund in Babelsberg erhalten. Das Gebiet fällt unter den Bebauungsplan 162 und gehört dem Investor Tamax, der die Flächen von den Erben des zu DDR-Zeiten enteigneten ehemaligen Eigentümers gekauft hat, um dort rund 400 Wohnungen zu errichten, die in Potsdam dringend benötigt werden. Auch die östlich angrenzenden Erholungsgärten am Horstweg (Bebauungsplan 168) sollen auf Dauer gesichert werden. Zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 19. August legt die Stadtverwaltung deshalb eine Beschlussvorlage zur öffentlichen Auslegung beider Bebauungspläne vor.

Potsdams oberster Stadtplaner Andreas Goetzmann hofft auf eine rege Beteiligung der Bevölkerung während der für Oktober geplanten Auslegung. Im Vorfeld habe es zahlreiche Gespräche mit Eigentümern, Vertretern des Kleingartenvereins und interessierten Bürgern gegeben, so Goetzmann am Freitag. Daraus resultiere nun ein Vorschlag, der die dauerhafte planungsrechtliche Sicherung der Kleingärten am Angergrund befördere. Goetzmann ist sich zudem einer breiten Unterstützung durch die Stadtverordnetenversammlung sicher.


Planungsziel: Sicherung der Gartenanlagen

Bei der Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzepts Kleingärten hatte die Stadtverordnetenversammlung im September 2018 das mit dem Flächennutzungsplan festgelegte Planungsziel der Sicherung der Dauerkleingärten bekräftigt. Danach wurde das Aufstellungsverfahren zum Bebauungsplan "Kleingartenanlage Angergrund" eingeleitet. Ende 2019 wurde eine frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung zum Vorentwurf des Bebauungsplans durchgeführt. Die hierzu eingegangenen Stellungnahmen sind mittlerweile ausgewertet, so dass der Beschlussfassung durch die SVV und der regulären Öffentlichkeitsbeteiligung nun nichts mehr im Weg stehe, so Goetzmann.

Während der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Vorentwurf des Bebauungsplans war das Plangebiet zunächst größer zugeschnitten. Neben den Flächen der Kleingartenanlage Angergrund enthielt es  Erschließungsflächen und angrenzende Erholungsgärten. Die Beteiligung habe jedoch ergeben, dass eine Beschränkung des Bebauungsplans auf die reinen Kleingartenflächen sinnvoll sei, betonte der Stadtplanungschef. Die Erholungsgärten am Horstweg sollen in einem zweiten Bebauungsplanverfahren behandelt werden, in das die gesamte Gartensparte "Südwest" einbezogen wird.

Ziel der Planung für den Bebauungsplan "Erholungsgärten am Horstweg" ist nach dem Vorschlag der Verwaltung die dauerhafte planungsrechtliche Sicherung der dortigen Flächen als Erholungsgärten. Das entspreche auch dem Ergebnis umfangreicher Erörterungen in der Kleingartenkommission der Landeshauptstadt. Investor Tamax wird sich den Beschluss nicht kommentarlos gefallen lassen. Er könnte die Fläche für Jahre blockieren, wenn er gerichtlich gegen die Stadt vorgeht.  sg

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