Theaterschatulle bekommt Lottomittel vom Sozialministerium

Theaterschatulle bekommt Lottomittel vom Sozialministerium

Eine lebenslustige Truppe: Die Mitglieder der Theaterschatulle haben viel Spaß bei der Erarbeitung immer neuer Stücke. Foto: Daniel Piechotka

Elftes Projekt "Lysistrata" feiert im November Premiere

Potsdam. Seit über zehn Jahren zeigt die Seniorentheatergruppe "Potsdamer Theaterschatulle", dass Ruheständler keineswegs zum alten Eisen gehören. Das hat auch das Ministerium für Soziales und Gesundheit erkannt und unterstützt die Arbeit der Amateur-Theatergruppe jetzt mit gut 6.000 Euro aus Lottomitteln.

"Die Potsdamer Theaterschatulle ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Teilhabe im Alter funktionieren kann, wie man sich mit Spaß und Freude körperlich und geistig fit halten kann. Dabei ist die Truppe auch Ermutigung für andere Menschen, denn die Darstellerinnen und Darsteller leben selbst vor, wie man aktiv und kreativ bleiben kann", erklärt Sozialstaatssekretär Michael Ranft (parteilos) die Förderung. Die Rahmenbedingungen für ein selbstbestimmtes, eigenständiges und vielfältiges Leben im Alter zu verbessern, sei ein Ziel der Landesregierung.

Mit den Lottomitteln soll die neue Inszenierung der Schatulle unterstützt werden. Geprobt wird gerade die Antikriegskomödie "Lysistrata" von Aristophanes, in der Soldaten in den Krieg ziehen und Frauen, Kinder und Greise zurücklassen. Die Frauen setzen die Männer unter Druck und konfiszieren die Kriegskasse. Die Komödie hat in der Kombination aus Pazifismus und starken Frauenbildern in der heutigen Zeit nichts von ihrer Brisanz verloren.

Die Schatulle setzt Mittel wie Videosequenzen und Fotos als Bühnenbild ein. Ihre Mitglieder sind allesamt im Ruhestand und zwischen 65 und 77 Jahre alt. Es seien auch schon jüngere, noch berufstätige Interessierte dabei gewesen, aber meist nicht lange geblieben, erzählt Ensemble-Leiter Steffen Findeisen. Als Berufstätige hatten sie Probleme mit dem Zeitplan der Senioren, die oft am späten Nachmittag und Abend sehr beschäftigt sind und lieber vormittags proben. Das Ensemble entwickelt fortlaufende Theaterprojekte und bringt sie in den Stadtteil Drewitz, aber auch in andere Stadtteile und ins Umland. Mitglieder und auch Besucher reisen teils von weiterher an, und obwohl die Schatulle im Begegnungszentrum oskar fest installiert ist, gibt es nur wenige Interessierte aus der näheren Umgebung.

Für die Truppe gewinnen möchte der professionelle Ensemble-Chef eigentlich Menschen jeden Alters und jeder Herkunft. Denn es soll ein Theater für alle sein und zu einem offenen Generationsdialog beitragen. Aus diesem Grund werden auch weiterhin Mitglieder gesucht, und zwar nicht nur solche mit schauspielerischem Talent. Denn Theater ist weit mehr als auf der Bühne stehen und eine Rolle verkörpern. "Wir brauchen dringend auch handwerklich begabte Mitglieder, die Kostüme schneidern oder Bühnendekorationen bauen können", sagt Findeisen. Und ganz nebenbei ist auch das Soufflieren eine wichtige Aufgabe, die sich längst nicht alle zutrauen.

Die Theaterschatulle ist Mitglied im Bund deutscher Amateurtheater und tritt in und um Potsdam hauptsächlich in Seniorenheimen und Bürgerhäusern auf. Geprobt wird aber immer im Begegnungszentrum oskar in der Oskar-Meßter-Straße in Drewitz.

"Lysistrata" kommt am 20. und 21. November um 19 Uhr erstmals auf die Bühne. Es ist bereits die elfte Produktion der tatkräftigen und lebenslustigen Truppe, die sich im Jahr 2009 auf Initiative der Theaterpädagogin Sabine Mohr gegründet hat. "Bis zu den Aufführungen ist es ein langer Weg" erzählt Mitglied Liane Friedrich auf der Homepage der Schatulle. Dazu gehöre auch die Kunst, das Theaterspielen zu erlernen, die Mitspieler kennenzulernen, mit ihnen zu streiten, zu lachen und gemeinsam das Lampenfieber in den Griff zu bekommen. Und natürlich immer wieder der Spaß, ein gemeinsames Projekt zu entwickeln. sg


Mehr dazu auf www.potsdamer-theaterschatulle.de. Interessierte können sich auch per E-Mail direkt an Steffen Findeisen wenden: steffenfindeisen@gmx.de.

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