AKTUALISIERT: Mutmaßlicher Täter nach Vergewaltigung im Wald an der Stahnsdorfer Straße festgenommen

AKTUALISIERT: Mutmaßlicher Täter nach Vergewaltigung im Wald an der Stahnsdorfer Straße festgenommen

Die Polizei sucht noch immer das Waldstück zwischen Steinstücken und Dreilinden nach dem geflohenen mutmaßlichen Täter ab. Foto: Sabine Gottschalk

In Potsdam wurde am Dienstagmorgen eine junge Frau angegriffen

Potsdam. Am Dienstagabend konnte der mutmaßliche Vergewaltiger im Wald auf zwischen Potsdam und Dreilinden festgenommen werden. Wie der zuständige Berliner Oberstaatsanwalt Martin Steltner dem Blickpunkt am Mittwoch auf Anfrage mitteilte, soll es sich nach derzeitigen Erkenntnissen um den selben Serientäter handeln, der auch die 27-Jährige Kleinmachnowerin in der Nähe des Panzerdenkmals im Wald neben der A 115 vergewaltigt hat. Ihm werden mittlerweile acht Vergewaltigungen und versuchte Vergewaltigungen zur Last gelegt, davon drei in Brandenburg - in Potsdam, Kleinmachnow und Bernau - und fünf weitere in Berlin. Da ddie Angreifer in Kleinmachnow und Potsdam sehr unterschiedlich beschrieben wurden und der nun Festgenommene auch auf veröffentlichten Fahndungsfotos keineswegs der Beschreibung entspricht, die das Potsdamer Opfer abgab, müssen weitere Ermittlungen ergeben, ob es sich tatsächlich in beiden Fällen um den selben Täter handelt, so Steltner.


Beim Joggen vergewaltigt

Eine junge Frau war am Vormittag im Waldgebiet an der Stahnsdorfer Straße bei Steinstücken angegriffen worden. Eine Passantin hat die Frau, die offensichtlich unter Schock stand und angab, gerade vergewaltigt worden zu sein, aus dem Waldgebiet herausgeführt und für eine medizinische Betreuung gesorgt. Kurz darauf wurde das Opfer in ein Krankenhaus gebracht.

Die erste, vorläufige Personenbeschreibung des Täters wurde daraufhin an alle Einsatzkräfte weitergegeben und eine großangelegte Täterfahndung im Nahbereich eingeleitet. Die wenige Minuten nach der Erstmeldung eintreffenden Polizisten konnten dann in der Nähe des Tatortes einen Mann auf einem Fahrrad feststellen, auf den die Täterbeschreibung sehr genau passte. Als er die Polizisten sah, floh er in den Wald und ließ dabei sein Fahrrad zurück. Die Polizisten verfolgten den dringend Tatverdächtigen weiter und forderten ihn auf, anzuhalten. Hierbei schoss ein Kollege mehrere Warnschüsse in die Luft.

Der Tatverdächtige flüchtete jedoch weiter. Verletzt wurde durch die Schüsse niemand. Nach ersten Erkenntnissen soll die Frau, eine Potsdamerin, zuvor auf einem Waldweg zwischen Babelsberg und Dreilinden gejoggt sein, als sie dort von dem Täter angesprochen und nach dem Weg gefragt wurde. Kurz darauf soll sie der Täter dann überwältigt und vergewaltigt haben. Der Täter hatte der Beschreibung zufolge einen schwarzen Vollbart und schwarze kurze Haare. Er trug eine schwarze Jogginghose, ein T-Shirt und ein weißes Cap und sprach Englisch. Das zurückhgelassene Fahrrad ist blau.

Die Polizei in Potsdam wurde bei den Fahndungsmaßnahmen durch Kollegen aus dem gesamten Land Brandenburg sowie der Bundespolizei und der Berliner Polizei unterstützt. Ein Polizeihubschrauber, eine Drohne sowie mehrere Polizeifährtenhunde und Polizeipferde der Bundespolizei kamen bei der Absuche der möglichen Fluchtwege zum Einsatz. Diese Suche dauerte am späten Nachmittag weiter an, blieb jedoch bisher erfolglos. Ob es Zusammenhänge der Tat mit den zuletzt geschehenen Straftaten gibt kann bisher nicht gesagt werden. Dies werde jedoch geprüft.  sg


WICHTIG: Frauen, die bedroht und/oder vergewaltigt wurden, können sich rund um die Uhr an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter der kostenfreien Rufnummer 08000 116 016 wenden.

Die Spurensicherung nach einer Vergewaltigung kann anonym erfolgen - auch zum Beispiel im Potsdamer Ernst von Bergmann Klinikum. Sie ist bei einer Verfolgung des Täters von großer Bedeutung, auch wenn eine Frau nicht sofort Anzeige erstatten will. Die Spuren sollten umgehend gesichert werden, da sie durch Duschen und Kleiderwechsel verfälscht werden können.

Wer Hinweise zum Aufenthalt des beschriebenen Täters hat, sollte sich umgehend an die Polizei wenden.

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