Architekturwettbewerb: Neuer Look fürs Sterncenter

Architekturwettbewerb: Neuer Look fürs Sterncenter

Der Entwurf von Baumschlager Eberle Architekten aus Hamburg ist als Sieger aus dem Wettbewerb für das Quartier am Sterncenter hervorgegangen. Die einzelnen Wohntürme werden dabei gegeneinander verdreht, um eine optimale Belichtung der Wohnungen zu erzielen. Visualisierung: Baumschlager Eberle Architekten Hamburg

Hamburger Büro Baumschlager Eberle Architekten legt Siegerentwurf vor

Potsdam. Wie die Weiterentwicklung des Stern-Centers zu einem zentralen Quartier zwischen den Stadtteilen Am Stern, Alt-Drewitz und Gartenstadt Drewitz aussehen kann, wird anschaulicher: Am vergangenen Freitag hat das mit Vertretern der Stadtverwaltung, externen Experten für Architektur, Städtebau und Freiraumentwicklung sowie Vertretern des Projektentwicklers ECE besetzte Begleitgremium eines "Kooperativen Gestaltungsverfahrens" die Entscheidung getroffen, die weitere Bearbeitung auf der Grundlage eines Entwurfes von Baumschlager Eberle Architekten Hamburg fortzuführen.

Das Konzept sieht vor, das Areal rund um das Einkaufszentrum Stern-Center und einige wenige ergänzende Büroflächen durch etwa 650 Wohnungen mit zusammen rund 60.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche in vier Hochhäusern mit jeweils rund 60 Metern Höhe zu ergänzen. Diese Bauten sollen jeweils leicht gegeneinander verdreht werden, sodass für alle Wohnungen eine gute Belichtung erreicht und durch eine abwechslungsreiche Fassade zugleich ein positives Erscheinungsbild der Gesamtanlage erzielt wird.

Das vorgeschlagene Konzept liefert darüber hinaus eine große Flexibilität für unterschiedliche Wohnungsgrößen und -zuschnitte.Auf diese Weise können auch Wohnungen im preisgedämpften Segment angeboten werden. Da es sich nicht um geförderten Wohnungsbau handelt, sollen die Mieten dieser Wohnungen zwischen denen des sozialen Wohnungsbaus und den marktüblichen Neubaumieten liegen.


Hochwertiges Ergebnis

Das Projekt "Wohnen am Stern" sei in schwierigen Zeiten ein positives Signal aus der Wirtschaft und ein sehr wichtiger Impuls für den Potsdamer Wohnungsmarkt, betont Baudezernent Bernd Rubelt. "Mit dem ausgewählten, städtebaulich und architektonisch überzeugenden Entwurf ist es gelungen, im Zentrum von drei Stadtteilen durch die Integration einer Vielzahl an Wohnungen die Grundlage für ein durchmischtes Quartier in einer bisher monofunktionalen Lage zu schaffen", so Rubelt weiter.  Mit anderen Worten: Aus dem reinen Gewerbequartier soll ein gemischtes Viertel werden, das neben einer Shoppingmall auch gehobene Wohnmöglichkeiten bietet.

"Mit dem gewählten Verfahren war gesichert, dass für diese anspruchsvolle Aufgabe ein qualitativ hochwertiges Ergebnis erzielt werden konnte, das einen Mehrwert für den Ort und die umliegenden Quartiere bieten wird", sagt der Baudezernent. "Der Siegerentwurf ist aus unserer Sicht optimal auf den Standort abgestimmt, da es ihm gelingt, sich mit einer modernen, zeitgemäßen Architektur zugleich in die bestehende städtebauliche Struktur einzufügen und so zu einer Aufwertung des gesamten Quartiers beizutragen", betont der Geschäftsführer des Projektentwicklers ECE Development, Andreas Mattner. Speziell die Landschaftsplanung und die Integration in die Umgebung hätten überzeugt, weil damit aus Parkplätzen und Beton ein urbaner Raum entsteht.


Planungsverfahren muss geändert werden

Das Kooperative Gestaltungsverfahren mit drei international renommierten Architekturbüros hatte die ECE in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Potsdam im Dezember 2019 auf den Weg gebracht, nachdem zuvor im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen Wirtschaft und Entwicklung des Ländlichen Raumes ausführlich die Ziele und Rahmenbedingungen der vorgesehenen Entwicklung erörtert worden sind. In das Verfahren waren neben dem Begleitgremium auch Vertreter von Fachbüros und der Stadtfraktionen eingebunden.

Das Siegerbüro Baumschlager Eberle Hamburg gehört zur 1985 in Vorarlberg gegründeten Baumschlager Eberle Holding, die mittlerweile an 13 Standorten in Europa und Asien tätig. In Deutschland gibt es Büros in Hamburg und Berlin. Der Siegerentwurf musste sich gegen die beiden weiteren Entwürfe der Büros Allmann Sattler Wappner aus München und Callison RTKL aus London durchsetzen, die ebenfalls durch hohe Qualität auffallen.

Damit das Projekt realisiert werden kann, muss das bislang geltende Planungsrecht geändert werden. Die Einleitung eines entsprechenden vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens, das an den beiden maßgeblichen Standorten die Festsetzungen des bisherigen Bebauungsplans "Stern-Center" ersetzen soll, hat die Stadtverordnetenversammlung am 3. Juni beschlossen. Basis des Planverfahrens ist der prämierte Entwurf von Baumschlager Eberle, der im Rahmen des weiteren Verfahrens in einigen Punkten gemäß den Empfehlungen des Begleitgremiums überarbeitet und angepasst werden muss. Das Ergebnis des Planverfahrens werde damit jedoch nicht vorweggenommen, heißt es vom zuständigen Fachbereich. Die Ergebnisse des Gestaltungsverfahrens werden im August dem zuständigen Ausschuss der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen sich dann auch die Öffentlichkeit und beteiligte Behörden zu der Planung äußern können. red/sg

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