Fast zwei Millionen für Sanierung des Lottenhofs

Fast zwei Millionen für Sanierung des Lottenhofs

So soll das neue Nachbarschaftshaus in Potsdam-West nach der Sanierung aussehen: Die Berliner Architektin Susanne Schnorbusch hat im vergangenen Sommer die Pläne vorgestellt, mit denen sich das Stadtteilnetzwerk Potsdam-West um die Bundesförderung beworben hat. Visualisierung: Schnorbusch Architekten

DDR-Ausflugsrestaurant wird zu Nachbarschaftszentrum umgebaut

Architektin Susanne Schnorbusch (links) hat die Pläne gemeinsam mit dem Stadtteilnetzwerk erarbeitet. Foto: Sabine Gottschalk

Potsdam. Die Sanierung des Lottenhofs, ein Projekt des Statteilnetzwerks Potsdam-West,  wird mit rund zwei Millionen Euro von Bund im Rahmen der "Nationalen Projekte des Städtebaus" gefördert. Das ehemalige Ausflugsrestaurant am Park Sanssouci, ein wahrhaft erhaltenswertes Beispiel der Ostmoderne, das zu DDR-Zeiten mit einer besonderen Hängekonstruktion für das Dach errichtet wurde, kann damit fachgerecht saniert und erhalten werden. Entstehen soll ein Nachbarschafts- und Begegnungshaus. Das Konzept sieht eine Zusammenarbeit von Nachbarschaft, Stadtverwaltung und Schlösserstiftung vor und soll dem architektonischen Kleinod eine Zukunft geben.

Insgesamt werden in diesem Jahr 26 Projekte mit rund 75 Millionen Euro vom Bund gefördert. 98 Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland haben sich beworben. Eine Jury unter Vorsitz des Parlamentarischen Staatssekretärs des Bundesbauministeriums Volkmar Vogel hatte die Projekte ausgewählt und eine Förderempfehlung für die 26 Vorhaben ausgesprochen, die eine besondere Bedeutung für die städtebauliche Entwicklung haben. In Brandenburg werden neben dem Lottenhof noch ein Projekt aus Erkner und eins aus Wittenberge gefördert.

"Ich freue mich, dass in diesem Jahr gleich drei Projekte mit einer besonderen städtebaulichen Bedeutung von der Förderung des Bundes profitieren. In Erkner wird ein Kultur- und Bildungsforum das kulturelle Leben bereichern. In Wittenberge werden auf innovative Weise Denkmal- und Klimaschutz mit Mobilität verbunden und in Potsdam wird in einem architektonisch wertvollen Bauwerk der Ostmoderne ein Nachbarschafts- und Begegnungshaus entstehen", so Brandenburgs Bauminister Guido Beermann.


Förderung auch für Erkner und Wittenberge

Das Gerhart-Hauptmann-Museum und Kulturforum in Erkner will mit dem Archiv in der "Villa Lassen" ein Kultur- und Bildungsforum erschaffen, das neben einer zeitgemäßen Präsentation des Lebenswerks des Literaturnobelpreisträgers auch das kulturelle Leben in Stadt und Region bereichern soll. Dafür stellt der Bund rund 2,6 Millionen Euro zur Verfügung. In Wittenberge soll das Bahnhofsumfeld mit Aspekten des städtebaulichen Denkmalschutzes, zukunftsgerichteter Mobilität und Klimaschutz umgestaltet werden, um die Stadt als Wohn- und Lebensstandort im ländlichen Raum zu stärken. Zugleich soll sich das Bahnhofsareal als Tor zum Unesco-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe entwickeln. Der Bund unterstützt das Vorhaben mit zwei Millionen Euro.

Über das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus fördert der Bund seit 2014 jährlich investive und konzeptionelle Vorhaben mit besonderer nationaler beziehungsweise internationaler Wahrnehmbarkeit, mit hoher baukultureller Qualität, überdurchschnittlichem Investitionsvolumen sowie Projekte mit hohem Innovationspotenzial. Bisher sind damit Projekte des Städtebaus mit Bundesmitteln in Höhe von 521 Millionen Euro gefördert worden. Nationale Projekte des Städtebaus sind größere städtebauliche Projekte mit deutlichen Impulsen für die jeweilige Gemeinde oder Stadt, die Region und die Stadtentwicklungspolitik in Deutschland insgesamt.

Mit der Bekanntgabe der Förderprojekte 2020 wurde auch der Projektaufruf für das kommende Jahr gestartet. Kommunen in Deutschland sind bis zum 22. Oktober dieses Jahres aufgerufen, ihre Bewerbung und Projektskizzen für eine Förderung in 2021 einzureichen.  red/sg


Die Liste der Förderprojekte 2020, der Projektaufruf für 2021, eine Karte aller bisher geförderten Projekte sowie weitere Informationen sind abrufbar auf www.nationale-staedtebauprojekte.de.

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