Brückenneubau an der Nuthestraße nimmt Form an

Brückenneubau an der Nuthestraße nimmt Form an

Brandenburgs Verkehrsminister Guido Beermann im Gespräch mit Edgar Gaffry und Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen (von links). Fotos (2): Sabine Gottschalk

Erste Pfeiler stehen bereits | Vollsperrungen wieder im Juli nötig

Der größte Brückenpfeiler ist bereits fertig, nun muss der Beton unter der Plastikfolie langsam durchtrocknen.

Potsdam. Die ersten Fundamente für die neue Brücke an der Nuthesschnelltraße sind gebaut. Nach Ende der Abrissarbeiten im April und dem Rückbau der Stützpfähle für die Verschiebung des alten Brückenüberbaus, können auf den Fundamenten die Widerlager errichtet werden. In Kürze können die Betonierarbeiten beginnen. Vorbereitet wird jetzt der Bau von weiteren sechs Pfeilern und dem Widerlager an der Friedrich-Engels-Straße.

Am Dienstag hat sich Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) vor Ort über den Baufortschritt informiert ohnehin habe er die Baustelle gut im Blick, da ihn sein täglicher Weg zur Arbeit an ihr vorbeiführt. Der Brückenneubau ist zurzeit das größte Bauvorhaben des Landesbetriebes Straßenwesen (LS) und schlägt mit rund 30 Millionen Euro zu Buche. Der Abriss der in den 1970er Jahren errichteten alten Brücke war nötig geworden, da eine Sanierung nur für wenige Jahre möglich gewesen und damit ökonomisch nicht sinnvoll gewesen wäre, bestätige der zuständige Regionalleiter des LS, Frank Schmidt.

Durch die Corona-bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens seien die Arbeiten an der Baustelle über der Friedrich-List-Straße sehr gut vorangekommen, ist sich Schmidt sicher, da auch größere Staus in der Regel vermieden werden konnten. Eine durch die ehemalige Straßenbahnführung bedingte Besonderheit, die aus einer Brücke zwei voneinander getrennte Bauwerke mit unterschiedlichen Neugungen machte, erleichtert heute die Arbeiten: Die Brücke bleicht bis auf kurze Ausnahmen während der gesamten Bauzeit in beiden Richtungen befahrbar, da die beiden Teilstücke nacheinander abgerissen und wieder aufgebaut werden können. Durch die Neigungen ergeben sich aber auch sehr unterschiedliche Pfeiler, die nacheinander gegossen werden. Der größte ist fast sieben Meter hoch und steht bereits fertig im Bereich der Friedrich-List/Johannsenstraße. Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, sollen die beiden Fahrbahnen immer noch unabhängig von einenader auf gleicher Höhe verlaufen, da die Tram mittlerweile eine andere Streckenführung bekommen hat und die Schnellstraße nur noch einmal unterquert.


Historische Funde auf der Baustelle

Während der Vorbereitungen für die neuen Fundamente sind die Bauarbeiter auf einige Überraschungsfunde gestoßen. Neben Pfahlgründungen, deren Herkunft unbekannt ist, kamen auch einige Findlinge zum Vorschein, die nicht geborgen werden konnten. In einem Fall musste ein Stützpfeiler auf einen Findling aufgesetzt und durch einen zweiten ergänzt werden. Auch ein altes Abwasserpumpwerk, dessen Unterlagen nicht mehr vorhanden sind, musste gehoben werden. Es war nach der Wende beim Bau der Friedrich-List-Straße überbaut worden.

Anfang Juli wird planmäßig das Traggerüst über der Friedrich-Engels-Straße und der Bahn eingebaut. Dafür wird es wieder Verkehrseinschränkungen geben. Bis Ende November dieses Jahres soll der Brückenüberbau errichtet sein. Anschließend werden seitliche Begrenzungen, die sogenannten Brückenkappen, angebracht. Bis Mai 2021 sind die Komplettierung der Entwässerung, die Errichtung von Betonschutzwänden und die Ausbringung von lärmminderndem Gussasphalt vorgesehen. Dann kann der Verkehr über die neue Brücke rollen. Geplant sind zwei Fahrspuren Richtung Potsdam und eine Fahrspur Richtung Teltow. Der Abbruch und Neubau der zweiten Brücke schließt sich unmittelbar an. Die Gesamtfertigstellung des Bauvorhabens ist für das dritte Quartal 2022 vorgesehen. Parallel zum Bau der Hochstraßenbrücke wird auch die Brücke über den Neuendorfer Anger ersetzt. Das Überführungsbauwerk in Richtung Teltow ist abgerissen, als nächstes werden die Fundamentreste beseitigt. Anschließend beginnt der Neubau der Brücke Richtung Teltow, die bis April 2021 fertiggestellt sein soll.  sg


Sperrungen an der Nuthestraße/L 40 im Sommer:

3. Juli,  22 Uhr bis 6. Juli, 4 Uhr: Sperrung Fernbahn und S-Bahn mit Schienenersatzverkehr

24. bis 26. Juli: Vollsperrung der Friedrich-List-Straße in Höhe der L 40 am Wochenende, Umleitung der Busse über den Humboldtring und Behelfszufahrt auf die L 40

Bis September halbseitige Sperrung Friedrich-Engels-Straße mit Ampelanlage 

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