Schwierige Rechtslage in Corona-Zeiten: Kostenloser Vertrags-Check hilft

Schwierige Rechtslage in Corona-Zeiten: Kostenloser Vertrags-Check hilft

Die Verbraucherzentrale hat einen kostenlosen Vertrags-Check entwickelt, mit dem Verbraucher prüfen können, ob sie Gutscheine für nicht erbrachte Leistungen akzeptieren müssen und wer zahlen muss, wenn Veranstaltungen ausfallen. Foto: Sabine Gottschalk

Verbraucherzentralen stellen neues Tool zur Verfügung

Potsdam. Abgesagte Veranstaltungen, geschlossene Fitnessstudios und mehr: Der interaktive Corona-Vertrags-Check beantwortet ab sofort häufigste Verbraucherfragen. Aufgrund der Corona-Krise können Verbraucherinnen und Verbraucher zahlreiche Angebote nicht nutzen. Doch wer muss zahlen, wenn die Anbieter nicht leisten können? Und wann müssen Verbraucher sich mit Gutscheinen zufrieden geben?

Die Rechtslage ist komplex und von aktuellen Entwicklungen geprägt. Das interaktive Tool "Corona-Vertrags-Check" der Verbraucherzentralen bietet Antworten auf die häufigsten Fragen rund um abgesagte Veranstaltungen, Käufe im Ladengeschäft, Kurse und andere Dienstleistungen. Seit vergangener Woche ist klar: Verbraucher müssen sich für vor dem 8. März gekaufte Konzerttickets mit einem Gutschein zufrieden geben. Grund dafür ist eine aktuelle gesetzliche Änderung. Den für die Hochzeit gebuchten DJ müssen sie dagegen auch weiterhin grundsätzlich nicht bezahlen, die Vereinsmitgliedschaft schon. Denn was am Ende gezahlt werden muss, hängt immer vom Einzelfall ab.

Diese Situation führt zu zahlreichen Fragen. Auf den Webseiten der Verbraucherzentralen können Nutzer die wichtigsten Antworten für ihren Fall nun ganz einfach finden. "Die Rechtslage ist für Verbraucher nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Änderungen unübersichtlich. Unser interaktives Angebot soll Nutzern Antworten zu den häufigsten Fragen bieten, ohne dass sie viel Zeit mit der Lektüre juristischer Texte verbringen müssen", sagt Annalena Marx, Referentin für Wirtschaftlichen Verbraucherschutz bei der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB).

Es gibt aber auch Fälle, in denen die interaktive Abfrage nicht helfen kann. "Wenn zahlreiche individuelle Faktoren eine Rolle spielen, ist es besser, eine persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen", so Marx. Die Verbraucherzentralen hatten bis zuletzt versucht, das Gesetz zur sogenannten Gutscheinlösung zu verhindern. Der Corona-Vertrags-Check wurde unter Federführung der Verbraucherzentralen Brandenburg und Bayern im bundesweiten Projekt "Wirtschaftlicher Verbraucherschutz" erstellt, gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.  red/sg


Den kostenlosen Vertrags-Check gibt es hier.

Verbraucher, die rechtliche Fragen zum Thema haben, können sich montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr telefonisch an die Verbraucherzentrale unter 0331 / 98 22 999 5 wenden oder online einen Termin vereinbaren. Auch eine E-Mailberatung ist möglich.   

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