Mittagessen und Lebensmittel der Tafel werden nach Hause geliefert

Mittagessen und Lebensmittel der Tafel werden nach Hause geliefert

Auch während der Corona-bedingten Kita- und Schulschließung sollen bedürftige Kinder in Potsdam ein warmes Mittagessen bekommen. Deshalb liefern Caterer ab dem 8. April das Essen direkt nach Hause und bringen auch noch Lebensmittel der Tafel mit. Symbolbild: Westfale | Pixabay

Hilfe für bedürftige Kinder während der verordneten Schließzeit

Potsdam. Rund 2.500 bedürftige Kinder profitieren in Potsdam von einem kostenreduzierten oder kostenfreien Mittagessen in Kindertagesstätten und Schulen. Darauf sollen sie auch während der durch die Corona-Pandemie verursachten Schließungen nicht verzichten müssen. Deshalb hat sich die Landeshauptstadt in Kooperation mit der Tafel, der Arche, den Essensanbietern und den Fahrdiensten entschieden, die Versorgung der Kinder an den Werktagen zuhausezu organisieren. Der Lieferservice startet am 8. April und wird gleichzeitig auch Lebensmittel der Potsdamer Tafel an berechtigte Tafelkunden ausliefern, wie die Potsdamer Bildungbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) am Donnerstag in einer Videobotschaft mitgeteilt hat.

"Ein warmes Mittagessen ist wichtig für gesunde Entwicklung von Kindern. Das bleibt auch in Zeiten geschlossener Schulen aufgrund der Corona-Lage so", sagt Noosha Aubel. "Deshalb freue ich mich, dass wir gemeinsam mit den Schulen, Caterern und Fahrdiensten einen Weg gefunden haben, alle bedürftigen Kinder nun zuhause mit einem warmen Mittagessen zu versorgen."

Die Idee zur Versorgung bedürftiger Kinder und Familien geht auf die Leiterin der Potsdamer Tafel und SPD-Fraktionsvorsitzende Imke Eisenblätter zurück. "Kinder jeden Tag von morgens bis abends mit Essen zu versorgen, ist teuer", sagt sie. Deshalb hatte sie seit die Schließung von Kitas und Schulen in Kraft getreten ist nach einer Lösung für die Familien gesucht. Hinzu komme, dass aus Angst vor einer Ansteckung seit Ausbruch der Corona-Pandemie nur noch etwa die Hälfte der regulären Tafelkunden zu den Ausgabestellen kommen, während aufgrund der vor allem zu Anfang der Pandemie weit verbreiteten Hamsterkäufe in den Supermärkten häufig nur noch teurere Lebensmittel übrig sind. Gemeinschaftsunterkünfte mit konkreten Ansprechpartnern bei den Trägern der Einrichtungen werden deshalb bereits seit der vergangenen Woche in Potsdam und Teltow direkt beliefert.

Bei den Familien sei dies aus Datenschutzgründen jedoch schwieriger, da sich alle Berechtigten zunächst aktiv zurückmelden müssen. Dass gleichzeitig die fertig gepackten Lebensmitteltüten der Tafel einmal pro Woche mitgeliefert werden können, sei zwar ein größerer logistischer Aufwand, erleichtere aber auch die Abgabe an die Kunden, so Eisenblätter.

In einem dritten Schritt sollen nach Ostern auch bedürftige Senioren und Alleinstehende, die sich ebenfalls nicht mehr trauen, bei der Ausgabestelle der Tafel in Potsdam-Waldstadt anzustehen, beliefert werden. Schon zu Beginn der Krise hatte Imke Eisenblätter sich an ihren Parteikollegen und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gewandt und vorgeschlagen, für die Zeit der Corona-Pandemie einfach die Hartz IV-Sätze zu erhöhen, um Familien zu ünterstützen. Diese Idee stieß jedoch auf wenig Gegenliebe. Gespräche mit Potsdams Sozialdezernentin Brigitte Meier und Bildungsdezernentin Noosha Aubel sowie mit der Arche, die ihrerseits einen Teil der Belieferung übernimmt, haben letztlich zum Erfolg geführt.

Bedürftige Familien werden gebeten, sich möglichst umgehend telefonisch bei der Stadtverwaltung unter 0331 / 289 1865 zu melden. Eine Kontaktaufnahme ist auch per E-Mail an mittagessen@rathaus.potsdam.de möglich. Genannt werden sollten dabei die Vor- und Nachnamen der Kinder sowie eine Anschrift für die Lieferung und gegebenenfalls abweichende Namen auf dem Klingelschild.  sg


Zur Videobotschaft von Noosha Aubel geht es hier.

Kommentare

  1. User
    Nicole Potsdam, Fr, 03.04.2020 13:58

    Tun Grade so als ob nur Kinder auf warme Mahlzeiten angewiesen sind.Leute mit Hartz4 z.b.die wegen z.b.chronischen Erkrankungen nicht raus dürfen/können brauchen auch Hilfe.Da auch kaum noch bezahlbare Lebensmittel in den Läden vorhanden sind falls sie überhaupt Menschen haben die für sie einkaufen gehen.Die meisten ziehen sich lieber zurück und hungern.

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