Maximale Ausbeute der Orca-Männer

Maximale Ausbeute der Orca-Männer

Lukas Küppers nicht zu stoppen: Gegen Ludwigsburg erzielte der Linksaußen acht Treffer, bei der SV Krefeld vier. Foto: Sandra Seifert

Potsdams Bundesliga-Wasserballer gewinnen in Liga und Pokal

Potsdam. Die Männer der Potsdam Orcas haben das intensive Wochenende mit der maximalen Ausbeute abgeschlossen: Am Samstag besiegte das Team von Trainer Alexander Tchigir nach souveräner Vorstellung den SV Ludwigsburg 08 mit 16:9 (3:1, 5:4, 4:2, 4:2) im heimischen Sportbad blu. Einen Tag später qualifizierte sich das Team nach einem 19:8 (4:2, 5:2, 6:2, 4:2)-Sieg bei der SV Krefeld 72 für das „Final Four“ des deutschen Pokals.

Trotz der klaren Tabellensituation – Ludwigsburg ist lediglich Siebter der A-Gruppe – gingen die Orca-Jungs mit großem Respekt in die Partie im blu. Die Süddeutschen hatten sich in der Winterpause nochmals verstärkt und gingen ambitioniert ins Match. Zudem fehlte in Potsdamer Reihen krankheitsbedingt Spielmacher Tomi Tadin, der mit bislang 20 DWL-Treffern in dieser Saison zweitbester Schütze hinter Lukas Küppers ist. In der Offensive kompensierte aber Torjäger Küppers das Fehlen seines Pendants auf der rechten Seite. Immer wieder verschaffte sich der 23-jährige Linksaußen gute Schussmöglichkeiten oder wurde von seinen Mitspielern geschickt bedient. Acht Treffer erzielte Küppers und baute damit seine eindrucksvolle Bilanz auf nun 51 Tore in elf DWL-Spielen aus.

Direkt in der starken Startphase des OSC Potsdam übernahm er im Angriff Verantwortung und markierte alle Tore zur 3:1-Führung im ersten Viertel. Im zweiten Durchgang legten die Hausherren nach. Aus einer starken Defensive mit Max Vernet Schweimer zwischen den Pfosten heraus trafen Lu Meo Ulrich, Ferdinand Korbel und Küppers zum 6:1. Erst Mitte des Abschnitts kam Ludwigsburg zum zweiten Treffer, der aber prompt durch Küppers in Überzahl mit dem 7:2 beantwortet wurde. Zwei schnelle Buden der Gäste führten zum 7:4, per Strafwurf erzielte Küppers das 8:4; beim Stand von 8:5 wurden die Seiten gewechselt.

Als Ludwigsburg zu Beginn des dritten Viertels gar auf 8:6 aufschloss, wuchs etwas die Nervosität auf der mit gut 200 Fans gefüllten Tribüne. Doch die Hausherren strafften sich, zogen schnell durch Küppers und Matteo Dufour (2) auf 11:6 davon und gingen mit einem komfortablen 12:7 (Konstantin Hüppe) ins Schlussviertel. Dort erzielte der OSC durch Florenz Korbel (2), Philipp Gottfried und Küppers vier weitere Treffer zum 16:9-Endstand.

Das spannendste am Krefeld-Trip tags darauf war Sturmtief „Sabine“. Das Match, was trotz der Wetterkapriolen wie geplant zur Austragung kam, gestaltete sich hingegen recht einseitig. Potsdam dominierte die Partie gegen äußerst willige Gastgeber und siegte nach Treffern von Küppers, Dufour, Hannes Schulz (je 4), Sascha Seifert, Ferdinand Korbel (je 3) und Hüppe (1) schließlich 19:8. Die wegen der Einstellung des Zugverkehrs tatsächlich zunächst verwehrte Rückreise wurde durch eine tolle Geste der Krefelder gelöst. Die SVK stellte vollkommen unproblematisch einen Kleinbus zur Verfügung. Die übrigen Spieler wurden durch die Familie von Spieler Thilo Popp, die dem Spiel beiwohnten, sicher nach Hause gefahren. „Riesiger Dank an die Krefelder und Popps“, so André Laube, sportlicher Leiter der Orcas. „Ohne diese Unterstützung hätte unserer Mannschaft eine Odyssee bevorgestanden.“

Mit den Erfolgen vom Wochenende gehen die Orcas direkt wieder in die nächste lange Saisonpause. Wegen den Europameisterschaften in Budapest schon mit acht Wochen ohne Pflichtspiel von Dezember bis Anfang Februar wird nun für die Vorbereitung auf das Olympia-Qualifikationsturnier Ende März in Rotterdam pausiert. Die nächste Aufgabe steht am ersten April-Wochenende an. Dort spielt Potsdam im „Final Four“ des deutschen Pokals in Duisburg und wartet nun auf die Auslosung des Halbfinales. Eine Woche später wird der Spielbetrieb der DWL wieder aufgenommen, wenn Potsdam beim SSV Esslingen ran muss. Mit jetzt 14:8 Punkten bei 154:154 Toren ist die bisherige Bilanz und der dritte Tabellenrang vielversprechend, doch das Restprogramm hat es in sich. Nach dem Spiel in Esslingen müssen die Orcas noch zum Tabellen-Fünften White Sharks Hannover und treffen daheim auf den Ersten Wasserfreunde Spandau 04. „Unser Ziel ist es natürlich, auf dem dritten Platz in die Playoffs zu gehen“, sagt Potsdams Kapitän Hannes Schulz, der sich ab Mittwoch mit der Nationalmannschaft im portugiesischen Madeira aufhält, um im konditionellen Grundlagenbereich zu arbeiten. red

 

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