ILB: Rekordinvestitionen durch Landesförderung

ILB: Rekordinvestitionen durch Landesförderung

Brandenburgs neue Finanzministerin Katrin Lange (SPD) hat am Montag gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der ILB, Tilman Stenger, Bilanz eines erfolgreichen Förderjahres 2019 gezogen. Foto: Sabine Gottschalk

Zusagen in Höhe von 1,77 Milliarden Euro

Potsdam. Förderzusagen in Höhe von rund 1,77 Milliarden Euro hat die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) im Jahr 2019 machen können und übersteigt damit deutlich ihr selbst gestecktes Ziel von 1,1 Milliarden Euro. Die Gelder fließen in Vorhaben der Bereiche Arbeit, Infrastruktur, Wirtschaft und Wohnungsbau. Insgesamt 6.233 Vorhaben unterschiedlicher Größe sind gefördert worden. Damit konnte die ILB eines der höchsten Ergebnisse seit 1990 verzeichnen, erklärte deren Vorstandsvorsitzender Tilman Stenger am Montag vor Journalisten.

Die Förderung hat im vergangenen Jahr zu einer Gesamtinvestition von 2,7 Milliarden Euro geführt und mehr als 14.300 Arbeitsplätze gesichert, von denen 1,770 neu geschaffen wurden. Die geförderten Vorhaben im Bereich Wirtschaft sind dabei sehr unterschiedlich und reichen von einem regionalen Frisörsalon, der 25.000 Euro Unterstützung benötigte, bis zu einem Werk für Hybridtriebwerke der Firma Rolls Royce, das mit zehn Millionen Euro gefördert wurde, so Stenger. Vorreiter sind Potsdam und der Landkreis Teltow-Fläming mit seinen Unternehmensansiedlungen.

In diesem Jahr will die ILB einen Schwerpunkt auf den Bürokratieabbau legen, unter anderem, um noch mehr Fördergelder ausschütten zu können. Innovationen und neue Arbeitsplätze, aber auch Bildungsangebote sollen so schneller umgesetzt werden können.


Mehr Förderung des Sozialen Wohnungsbaus

Von großer Bedeutung ist auch die Förderung des Wohnungsbaus. Hier ist Potsdam deutlicher Vorreiter mit 18 Projekten in 2019. Gefördert wird Wohnraum zu sozial verträglichen Mieten zwischen 4,90 und sieben Euro pro Quadratmeter. Davon profitierte vor allem die städtische Bauholding ProPotsdam, die sich nach Jahren des Stillstands als erste wieder um neue Projekte im Sozialen Wohnungsbau in der Stadt gekümmert hat. Zusätzlich zum mietpreisgebundenen Wohnungsbau hat die ILB aus Eigenmitteln Förderdarlehen in Höhe von 129 Millionen Euro vergeben, die dem frei finanzierten Wohnungsbau zugute kommen.

Die Förderung kommunaler Vorhaben im Bereich Infrastruktur spielte wie bereits in den vorangegangenen beiden Jahren die wichtigste Rolle bei den Vergaben. Unterstützt wurden Kommunen und kommunale Zweckverbände bei Projekten der öffentlichen Verwaltung und der sozialen Infrastruktur. Für den Breitbandausbau wurden zudem 198 Millionen Euro zugesagt. Mit Bundesmitteln fließen in diesen für den wirtschaftlichen Ausbau Berlin-ferner Regionen entscheidenden Bereich insgesamt 604 Millionen Euro. Nun sei es an den jeweiligen Trägern die Projekte auch umzusetzen, so Stenger.

Allein im Bereich Wirtschaftsförderung konnte die Investitionsbank mit 95 Millionen Euro rund 40 Prozent mehr Fördergelder im Rahmen des Programm GRW-G - Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaft - zusagen. Mit dieser Summe seien Investionen von knapp 518 Millionen Euro verbunden, so der Vorstandsvorsitzende. Damit würden für jeden Fördereuro fünf Euro in die regionale Wirtschaft fließen.

In dieses Jahr startet die Förderbank wieder mit einem Neuzusagevolumen von 1,1 Milliarden Euro. Das sei das Normalniveau ohne Sonderausgaben wie Dürrehilfen oder Breitbandausbau. Allerdings müssen EU-Gelder aus der laufenden Förderperiode 2014 bis 2020 auch in diesem Jahr noch ausgezahlt werden. sg

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