Konzerttickets als Weihnachtsgeschenk

Verbraucherzentrale Brandenburg gibt Tipps

Konzert- und Event-Tickets sollten direkt beim Veranstalter oder bei offiziellen Verkaufsstellen erworben werden. Foto: Pixabay

Potsdam.

Tickets für Konzerte sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Doch tummeln sich besonders im Zweitverkauf von Tickets viele schwarze Schafe, wie Beschwerden von Verbrauchern zeigen. Michèle Scherer von der Verbraucherzentrale Brandenburg gibt Tipps, um Fallen zu vermeiden.

Frau Scherer, Konzerttickets für die Lieblingsband sind doch ein schönes Weihnachtsgeschenk, oder?
Michèle Scherer: "Ja, sicher. Wer Tickets verschenken möchte, sollte trotzdem einiges beachten. Zum Beispiel ist es sinnvoll, schon vorab mit dem Beschenkten zu klären, ob er zu dem Termin des Konzerts Zeit hat. Denn Tickets mit festem Termin sind in der Regel, egal ob vor Ort bei einer Theaterkasse oder online gekauft, vom Umtausch ausgeschlossen und es gibt auch kein Widerrufsrecht."

Wo sollte ich denn die Tickets kaufen?
Michèle Scherer: „Kaufen Sie Tickets am besten direkt beim Veranstalter oder bei offiziellen Verkaufsstellen, das heißt auf dem Erstmarkt. Ganz besonders vorsichtig sollte man beim Kauf von Tickets über den Zweitmarkt sein. Hier gibt es Online-Ticketbörsen wie Viagogo oder Ticketbande, zu denen uns immer wieder Beschwerden von Verbrauchern erreichen, die Karten nicht erhalten, viel zu viel Geld bezahlen oder gar Fake-Tickets für Events erstehen, die es gar nicht gibt.“

Was mache ich denn in einem solchen Fall? Ist nicht Viagogo mein Vertragspartner?
Michèle Scherer: „Das Problem ist, dass es sich bei Viagogo nicht um ein Ticket-Verkaufsportal, sondern nur um eine Ticketbörse handelt. Das heißt: Dieser Anbieter vermittelt nach eigenen Angaben nur zwischen Käufern und privaten Verkäufer. Das Risiko, dass das Ticket nicht geliefert wird oder die Preise höher sind als bei direkter Bestellung beim Veranstalter, tragen Sie als Käufer. Oft ist dem Verbraucher nicht klar, wer der tatsächliche Verkäufer ist. Daher raten wir: Seien Sie vorsichtig und im Zweifel verzichten Sie lieber auf den Kauf.“

Und wenn das Konzert bereits ausverkauft ist? Wie komme ich dann an Karten?
Michèle Scherer: „Am besten nutzen Sie transparente Portale, in denen zum Beispiel Privatpersonen aus Ihrem Wohnort Tickets anbieten. Die holen Sie dann direkt beim Verkäufer ab oder vereinbaren einen anderweitigen direkten Austausch. Vorsichtig sein sollten Sie aber auch hier, wenn es sich um Print-at-home-Tickets handelt, die man ja beliebig oft ausdrucken kann oder aber, wenn es sich um personalisierte Tickets handelt. Hier gilt: Besser verzichten.“

Was hat es denn mit personalisierten Tickets auf sich?
Michèle Scherer: „Um den Schwarzmarkt einzudämmen, verkaufen manche Veranstalter mittlerweile personalisierte Tickets. Damit erhält nur die Person Einlass, die namentlich auf dem Ticket vermerkt ist und sich ausweisen kann. Zwar kann man Tickets grundsätzlich auf eine andere Person umschreiben lassen. Das ist allerdings aufwändig. So kann es sein, dass nur die Person die Umschreibung initiieren kann, auf die die Eintrittskarte ausgestellt war. Auch können Fristen – zum Beispiel bis vierzehn Tage vor der Veranstaltung – zu beachten sein oder zusätzliche Kosten auf Sie zukommen. Darauf sollte man bereits beim Kauf des Tickets achten.“  red

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