Wo ist mein Weihnachtspäckchen?

Wo ist mein Weihnachtspäckchen?

Über 3,5 Milliarden Kurier-, Express- und Paketsendungen wurden laut Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK) im Jahr 2018 in Deutschland verschickt. Da kann schon mal was schief gehen. Foto: Pixabay

Verbraucherrechte und -pflichten bei der Paketpost

Potsdam. Etwa 3,52 Milliarden Kurier-, Express- und Paketsendungen wurden laut Bundesverband Paket und Expresslogistik e. V. (BIEK) 2018 in Deutschland verschickt. Tendenz stark steigend. Das höchste Sendungsaufkommen liegt in der Vorweihnachtszeit. Da kann es zu Irrläufern kommen. Man erhält Ware, die man nicht bestellt hat. Oder das ersehnte Paket wurde beim Nachbarn abgegeben, der dann in den Weihnachtsurlaub abfuhr.

Welche Rechte und Pflichten Verbraucher bei der Paketpost haben, erfahren Sie hier:

Die Deutsche Post verspricht, dass Weihnachtsbriefe, die bis zum 21.12.2019 eingeliefert werden, innerhalb Deutschlands noch rechtzeitig zum Heiligen Abend ankommen. Briefe ins europäische Ausland müssen am 16.12. bei der Post sein, um pünktlich zum Fest anzukommen, alle anderen am 11.12.

Ähnliche Daten gelten für Päckchen und Pakete, die noch rechtzeitig zur Bescherung ankommen sollen:

• Innnerhalb Deutschlands sollten Pakete spätestens am 20.12. aufgegeben werden.

• Pakete in europäische Nachbarländer sollten bis zum 14.12. bei der Post sein, mit kostenpflichtigem Premiumversand reicht auch der 17.12.

• Pakete in sonstige europäische Länder sollten bis zum 10.12. aufgegeben werden.

• Der Termin für Pakete außerhalb Europas war der 30.11..

Laut Deutscher Post schließen die meisten Filialen an Heiligabend und Silvester um 12 Uhr mittags.

Falsche Lieferung

Mit sogenannten "unbestellten Sachen" kann man machen, was man will. Das bedeutet: Eine alte Dame darf mit den ohne ihre Bestellung zugestellten Bauklötzen spielen, sie entsorgen oder an die Enkel verschenken, denn der Versender hat keinerlei Ansprüche gegen sie.

Eine Ausnahme gibt es laut Gesetz allerdings: Handelt es sich bei der Sendung erkennbar um eine irrtümliche Lieferung, weil zum Beispiel die Nachbarin der alten Dame den gleichen Nachnamen und ein kleines Kind hat, ist sie verpflichtet, die Ware aufzubewahren und auf Aufforderung des Unternehmens herauszugeben.

Wo liefert man Irrläufer ab?

Nirgends. Die oben erwähnte alte Dame darf im Fall einer irrtümlichen Lieferung vom Versender verlangen, die bunten Bauklötze bei ihr abzuholen. Und sie darf eine angemessene Frist einräumen. Rührt sich der Versender daraufhin nicht, darf sie das Kinderspielzeug verschenken, wegwerfen oder als Andenken behalten. Und: Entscheidet sich die alte Dame, das Paket zur Post zu bringen, hat sie Anspruch auf so genannten Aufwendungsersatz, also die Erstattung der Rücksendekosten.

Was kann der wartende Empfänger tun?

Bis zur Ablieferung eines Paketes ist das Transportunternehmen verantwortlich, wenn der Empfänger ein Verbraucher ist. Geht die Bestellung also auf dem Weg verloren oder landet irrtümlicherweise an der falschen Adresse, muss der Versender mit dem Transporteur klären, wo das Paket geblieben ist.

Die Ware bitte erst bezahlen, wenn sie eintrifft! Selbst wenn inzwischen die Rechnung kommt und auf Zahlungsfristen verweist.

Das gleiche gilt für die Frist des Widerrufrechts: Sie beginnt erst dann, wenn die Sendung angekommen ist.

Nachbarn als Paket-Sammler

Rechtlich ist, wer eine Sendung für einen anderen annimmt, ein sogenannter Empfangsbote. Das kann der Ehegatte sein, der Mitbewohner einer Wohngemeinschaft, ein Lebenspartner oder auch eine Hausangestellte. Oder auch ein Nachbar. Dass die Empfänger eine Straße weiter wohnen, ist auch kein Problem - der Paketzusteller wirft ihnen eine Karte in den Briefkasten. Da stellt sich doch die Frage: Darf der Paketbote die Sendung so weit entfernt abgeben? Ja! Die meisten Paketdienste behalten sich in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, Pakete beim Nachbarn abzugeben. Wie weit entfernt dieser wohnen darf, ist gesetzlich nicht definiert. Um dies zu verhindern, können Empfänger jedoch mit einer Vorausverfügung bestimmen, was mit Paketen passieren soll, die nicht zustellbar sind.

Kinder als Paketempfangsboten

Grundsätzlich können auch Kinder Pakete in Empfang nehmen. Wenn das Kind unter sieben Jahre alt und somit geschäftsunfähig ist, geht man jedoch davon aus, dass es nicht zum Empfang berechtigt ist. Gibt der Paketbote dennoch dem kleinen Kind das Paket und kommt die Sendung dann weg, haftet unter Umständen der Paketbote. Bei älteren, beschränkt geschäftsfähigen Kindern kommt es auf die Reife und den Entwicklungsstand des Kindes an. Da das im Einzelfall zu entscheiden ist, geben viele Paketzusteller das Päckchen lieber beim Nachbarn ab als bei Kindern, die die Haustür öffnen. 

Paket zum Arbeitsplatz schicken?

Wenn der Chef es nicht untersagt hat, dürfen Arbeitnehmer sich ihre Päckchen in den Betrieb liefern lassen. Ein Rechtsanspruch darauf besteht allerdings nicht. Wurde von Seiten der Betriebsleitung ausdrücklich ein Verbot ausgesprochen, müssen sich Arbeitnehmer auch in der Vorweihnachtszeit daran halten. Sonst droht eine Abmahnung, im Wiederholungsfall sogar die Kündigung.    red/hei

Weitere Infos: www.arag.de

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