Still und anmutig

Still und anmutig

Im Atelier: Restaurator Oliver Max Wenske, Museumsdirektorin Dr. Jutta Götzmann, Kuratorin Dr. Hendrikje Warmt und Fördervereins-Vorsitzende Markus Wicke. Foto: Lange

Atelierbesuch in Vorbereitung der Hagemeister-Ausstellung

Potsdam. „Eigentum Frl. Spinde“ ein Vermerk des Malers Karl Hagemeister. Frau Spinde führte den Haushalt des Malers. Wenn der Verkauf der Bilder anno 1923 stagnierte und das Geld bei dem Maler Hagemeister knapp wurde, reagierte er der Überlieferung nach grimmig. Frl. Spinde hingegen erhielt eines seiner Arbeiten inklusive Eigentumsvermerk auf der Rückseite.
Heute ließe sich vom Verkauf der Hagemeister-Bilder wohl eher gut leben. In Vorbereitung der Ausstellung zu „Karl Hagemeister ,…das Licht, das ewig wechselt.‘ Landschaftsmalerei des deutschen Impressionismus“, die ab 8. Februar 2020 im Potsdam Museum gezeigt wird, haben die Museumsdirektorin Dr. Jutta Götzmann und die Kuratorin Dr. Hendrikje Warmt bei einem Atelierbesuch zusammen mit dem Restaurator Oliver Max Wenske vier restaurierte Gemälde des Künstlers vorgestellt.
Die Gemälde aus dem Bestand des Potsdam Museums stammen aus unterschiedlichen Schaffensperioden Hagemeisters. Zu den Gemälden zählen die „Uferlandschaft“ von 1900 sowie „Morgen am Meer“, ein zunehmend abstrahierendes Landschaftsbild, das Karl Hagemeister im Jahr 1909 schuf. „Die Pastositäten - dicken, teigigen Striche - sind bei seinen Gemälden die gefährdeten Bereiche. Die Konservierung des Bestandes sowie die Wiedergewinnung der ursprünglichen Farbigkeit stand im Zentrum der Restaurierung“, so Dr. Jutta Götzmann. Der Restaurator Oliver Max Wenske ergänzt: „Besonders bei Hagemeisters ,Uferlandschaft mit Ente‘ war die restauratorische Maßnahme augenscheinlich, da sich durch die Abnahme des Graufilters die kontrastreiche Farbgestaltung wiederherstellen ließ.“
Die aufwändigen Restaurierungen konnten durch die Finanzierung des Fördervereins sichergestellt werden, wofür das Potsdam Museum dankbar ist. Parallel zur Restaurierung der Gemälde werden im Museum in dieser finalen Arbeitsphase auch der wissenschaftliche Katalog, das Gestaltungskonzept und die Transporte der Leihgaben für die große Sonderausstellung zum deutschen Impressionismus vorbereitet.
Direktorin und Kuratorin Jutta Götzmann betonte, dass die Ausstellung 2020 – die letzte fand 2008 statt – den großen Bestand des Museums mit Hagemeister-Werken ins rechte Licht setzen möchte. Und auch, dass der Künstler als wichtiger deutscher Impressionist noch stärker zur Geltung kommen soll als bisher, weit über unsere Region hinaus. Das Potsdam Museum verfügt nach dem Bröhan Museum in Berlin über die größte Sammlung mit Hagemeister-Bildern: 14 Ölgemälde, fünf Pastelle und 76 Zeichnungen gehören zum Bestand. Derzeit wird mit Hochdruck am Ausstellungskatalog gearbeitet, verrät Dr. Jutta Götzmann. Neben der Hagemeister-Schau in Potsdam sind weitere in Schweinfurt und Ahrenshoop vorgesehen, verrät die Museumsdirektorin. So werde der märkische Maler weiterhin im Gespräch bleiben.
Karl Hagemeister blieb bei aller Anerkennung Zeit seines Lebens ein bescheidener Mensch, demütig vor der Natur und der Kunst. Er kehrte immer wieder in sein Haus auf der Insel Werder (Havel) zurück. Die märkische Landschaft mit ihren spröden und auch sanften Wäldern, Wiesen und Seen liebte er besonders. So wurde er nicht müde, sie immer wieder zu malen.
Bevor nächstes Jahr die Schau im Potsdam Museum öffnet, kann man Hagemeisters Bilder per Kalender auch nach Hause holen. Er wurde in einer Auflage von 700 Exemplaren hergestellt. Einige Kalender sind laut Fördervereins-Vorsitzender Marcus Wicke noch erhältlich. In der vorweihnachtlichen Zeit ein gelungener Geschenktipp. ela

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